Gefahr in kleinen Tüten

Karlsruhe..  Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einem Urteil die Gefährlichkeit von Kunstdrogen namens Legal Highs unterstrichen. Das Gericht legt darin Grenzwerte für künstliche Haschischstoffe fest. Für zwei Wirkstoffe fallen diese sehr niedrig aus, was für ihre Gefährlichkeit spricht. Die Grenzwerte betreffen die Menge des Cannabis-Wirkstoffs, der in einer Drogenmischung ist. Sie sind wichtig für die Strafverfolgung von Dealern. Besitzen Dealer nämlich Drogen mit Inhaltsstoffen über den Grenzwerten, müssen sie mit Haftstrafen rechnen.

Legal Highs sind als Kräutermischungen, Badesalz oder Lufterfrischer getarnte Drogen, die Experten wegen ihrer unberechenbaren Wirkweise für sehr gefährlich halten. Anders als der Name suggeriert, enthalten Legal Highs häufig verbotene Drogenstoffe wie künstliches Haschisch. Die Drogensubstanzen werden ausgetauscht, sobald sie verboten sind. So betreffen die BGH-Festlegungen auch vier Substanzen, die derzeit selten gehandelt werden.

Der BGH hatte sich bei zwei Sachverständigen über die Wirkungen der Drogen informiert. Diese werden demnach mit Panikattacken, Wahnvorstellungen und Krämpfen in Verbindung gebracht – und auch mehreren Todesfällen pro Jahr.