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Gefährliche Chemikalie in Baby-Schnullern gefunden

02.10.2009 | 08:32 Uhr
Gefährliche Chemikalie in Baby-Schnullern gefunden

Berlin. Eltern glauben, sie tun ihren Kindern mit dem Schnuller einen Gefallen. Sie ahnen nicht, dass ihre Kinder damit auf giftigen Chemikalien herumlutschen können. In sechs von zehn Schnullern haben Umweltschützer eine Chemikalie nachgewiesen, die im Verdacht steht, Brustkrebs zu verursachen.

Für viele Eltern sind Schnuller die letzte Hoffnung, schreiende Babys zu beruhigen. Einige der Saugnuckel jedoch sind einer am Donnerstag in Berlin präsentierten BUND-Untersuchung zufolge hochbelastet mit Chemikalien. Alle zehn in einer zufälligen Stichprobe ausgewählten Latex- und Silikon-Schnuller wiesen demnach Bisphenol A auf. Diese Substanz steht im Verdacht, Unfruchtbarkeit, Schädigungen der Gehirnentwicklung und Brustkrebs hervorzurufen. Verschiedene Hersteller wiesen die Ergebnisse umgehend zurück.

Bisphenol in sechs von zehn Saugteilen

Die hormonell wirksame Substanz Bisphenol A wurde den Angaben zufolge nicht nur in allen Kunststoffschildchen der Schnuller gefunden, sondern - was besonders bedenklich sei - auch in sechs der zehn Saugteile selbst, wie Chemieexpertin des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Patricia Cameron, sagte.

Sie forderte die Hersteller auf, künftig auf Bisphenol zu verzichten. Dieses Verbot müsse nicht nur für Schnuller und ebenfalls teilweise hochbelastete Babyflaschen gelten, sondern für alle Kleinkinderartikel und Produkte, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Es gebe auch alternative, unbedenkliche Materialien.

Gift ist im Urin nachweisbar

Zwar sei die Auswahl der Schnuller bei diesem Test zufällig, aber wenn sich in allen die Chemikalie nachweisen lasse, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich auch in Schnullern anderer Anbieter nachweisen lasse, sagte Cameron. Sie kündigte eine Ausweitung der Untersuchung an. Der Studie zufolge ist die Belastung der Schnuller allerdings höchst unterschiedlich.

BUND-Experte Heribert Wefers wies auf eine Untersuchung des Umweltbundesamt vom vergangenen Jahr hin, nach der sich im Urin von 99 Prozent der untersuchten Kinder die Substanz befand. «Das ist der Nachweis, dass der Stoff bei den Kindern ankommt», sagte er.

Diffusion befürchtet

Ungesunde Einschlafhilfe? In vielen Schnullern wurde eine gefährliche Chemikalie gefunden.

Die Kunststoffschildchen der untersuchten Schnuller bestanden mit einer Ausnahme aus Polycarbonat, bei dessen Herstellung Bisphenol A eingesetzt wird. Wie viel davon schließlich Kinder tatsächlich aufnähmen, liege unter anderem an der Länge und Häufigkeit der Nutzung des Schnullers, sagte Ibrahim Chahoud, Toxikologe an der Berliner Charité. Cameron wies darauf hin, dass Babys Schnuller bis zu 15 Stunden am Tag im Mund hätten, auch die Kunststoffschildchen seien beim Saugen in ständiger Berührung mit den Lippen des Kindes.

Die gefährliche Chemikalie wurde auch in sechs der zehn Saugteile entdeckt. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Bisphenol A aus den Hartkunststoff-Schildchen in den weichen Saugteil diffundiere, sagte Cameron.

Kunststoffschildchen enthalten Gift-Chemikalie

Der BUND befragte eigenen Angaben zufolge die Hersteller, ob sie die Chemikalie einsetzen. Mehrere Hersteller hätten angegeben, ausschließen zu können, dass Bisphenol A im Saugteil ihrer Schnuller vorhanden sei, obwohl die BUND-Untersuchung dies nun infrage stelle, sagte Cameron. Einige Hersteller hätten jedoch eingeräumt, dass die Kunststoffschildchen aus Polycarbonat bestehen und daher Bisphenol A enthalten.

Der Hersteller NUK betonte, durch seine Schnuller gebe es keine Gesundheitsgefährdung. Das eigene mit den Prüfungen beauftragte Labor habe bestätigt, dass die untersuchten Silikon- und Latexsaugteile nachweislich kein Bisphenol A enthielten. NUK räumte aber ein, bei einigen Schnuller-Modellen würden «glasklare Kunststoffteile» für Mundplatten und Ringe sowie Knöpfe gebraucht, die aus Polycarbonat hergestellt würden, in dem Spuren von Bisphenol enthalten sein könnten. Allerdings werde eine Diffusion aus den Kunststoffmundplatten ausgeschlossen. (ap)

DerWesten

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Kommentare
29.10.2009
12:22
Gefährliche Chemikalie in Baby-Schnullern gefunden
von kratzbürste | #4

Ich stimme Sean zu...andere Länder haben da viel schneller reagiert und das Zeug ist längst verboten. Auch in Norwegen und Österreich ist es raus aus den Regalen!

02.10.2009
02:17
Gefährliche Chemikalie in Baby-Schnullern gefunden
von Sean | #3

Wenn es Panikmache sein soll, warum wurde dann Biphenol-A in Ländern wie USA, Canada oder Japan für solche Anwendungen verboten (Schnuller, Babytrinkflaschen) ???

02.10.2009
01:33
Gefährliche Chemikalie in Baby-Schnullern gefunden
von Ochnee | #2

Ohh, was soll das? Verdacht, hätte, könnte, würde... . Muß sich der BUND mal wieder in die Schlagzeilen bringen, oder müssen sich irgendwelche Experten/-innen profilieren??? Solange keine konkrete Erkenntnisse vorliegen, sind solche Berichte Panikmache hoch drei!!!

01.10.2009
22:53
Gefährliche Chemikalie in Baby-Schnullern gefunden
von Lichtbringer | #1

Und wie viele sind schon auf Grund von giftigen Schnullern erkrankt?

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