Gastarbeiter in Katar weiter ohne Rechte

Doha..  Die schwierige Lage der ausländischen Arbeiter auf den Baustellen der Fußball-WM in Katar hat sich nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) nicht gebessert. Trotz anderslautender Versprechungen des Golfemirats seien die Gastarbeiter aus zumeist südasiatischen Ländern weitgehend rechtlos, stellt ein Bericht fest. „Hoffnungen auf echte Fortschritte schwinden dahin“, heißt es von Amnesty International.

Die Arbeits- und Lebensbedingungen der ausländischen Gastarbeiter im Land des WM-Gastgebers 2022 werden seit Jahren heftig kritisiert. Fifa-Präsident Joseph Blatter reiste mehrfach zum Emir von Katar, um über die Situation zu beraten, konnte aber bislang offenbar keine maßgeblichen Änderungen erreichen. Amnesty hatte der Regierung von Katar vor anderthalb Jahren einen Katalog von Maßnahmen vorgeschlagen, um das Los der Arbeiter zu verbessern.

„In der Praxis hat es aber seitdem keine signifikanten Fortschritte gegeben“, heißt es. Gegen unmenschliche Wohnverhältnisse, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und nicht ausbezahlte Löhne seien sie machtlos.

Das Ministerium für Arbeit und Soziales in Katar wies die Vorwürfe indes zurück. Es habe wesentliche Veränderungen gegeben, um die Rechte und Bedingungen der aus dem Ausland tätigen Arbeitnehmer zu verbessern.

Amnesty appelliert indes an die Fifa, sich für echte Reformen der im Kafala-System begründeten repressiven Arbeitsgesetze in Katar einzusetzen. „Der Verband hat bislang keine wirkliche Bereitschaft erkennen lassen, dafür zu sorgen, dass Katar 2022 nicht auf den Fundamenten der Ausbeutung und des Missbrauchs gebaut wird.“

Dem widersprach die Fifa in ihrer Pressemitteilung. Der Weltverband wies darauf hin, dass die monierten Zustände nicht auf WM-Baustellen vorzufinden seien. Die WM 2022 könne sogar als „Katalysator für bedeutende Veränderungen“ dienen. „Die Baustellen der Fifa-WM-Stadien, auf denen keine der im Bericht erwähnten Vorfälle stattfanden, un­terstehen den internationalen Richtlinien und Standards.“