Ganz Rügen auf der Suche nach "Bucki"
11.08.2008 | 22:06 Uhr 2008-08-11T22:06:07+0200Sassnitz. (ddp) Eigentlich wollte Daniel Hamann am Morgen Dorsche fangen. Doch als er sein Boot in Sichtweite vor dem Strand von Dranske in Stellung brachte, hörte er ein lautes Schnaufen. ...
... Dann tauchte nur wenige Meter von ihm entfernt der massige Körper eines Buckelwals auf. Es war das Tier, das seit einer Woche auf der Ostseeinsel Rügen für Aufregung bei Urlaubern und Anwohnern sorgt. Kurz vor dem Boot sei der etwa zwölf Meter lange Wal ganz behutsam wieder abgetaucht, berichtet der Angler. Etwa 20 Minuten lang habe sich das neugierige Tier in der Nähe aufgehalten. "Dabei hat der imposante Wal immer wieder Fontänen in die Luft gespritzt", sagt Hamann.
Beobachtungen dieser Art sind derzeit Glückssache an Rügens Nordküste, aber auch keine Seltenheit. Inzwischen haben schon Skipper vor Kap Arkona, Spaziergänger in Sassnitz, Urlauber in Lohme und Camper vom Zeltplatz Nonnevitz den Wal gesichtet.
Lohme, wo sich der Wal fast eine ganze Nacht lang vor dem Hafen aufhielt, lockt täglich Schaulustige an. Viele von ihnen halten auf der Steilküste Ausschau nach "Bucki". Doch jetzt mahnen Forscher, den Wal nicht allzu großen Strapazen etwa durch Schiffslärm auszusetzen. Wenn zu viele Schiffe an das Tier herankämen, bestehe die Gefahr, dass sie dem Wal den Rückweg ins offene Meer versperrten, warnt Klaus Harder vom Meeresmuseum Stralsund. Die von Reedereien angekündigten Whale-Watching-Törns könnten den orientierungslosen Wal abdrängen oder stranden lassen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass das Tier gerammt oder durch Schiffsschrauben verletzt würde. Nach der Warnung von Walforschern verzichten die meisten Kapitäne auf Beobachtungsfahrten. Wissenschaftler schließen nicht aus, dass sich "Bucki", mittlerweile von Jungfischen gestärkt, den Heimweg in den Atlantik angetreten hat. Das ist schon anderen Walen gelungen. Zuletzt hatten die Wale "Ossi" und "Ossi II" 1978 und 1982 vor Rügen für Aufregung gesorgt.
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Durch Jahrzehnte lang andauernden Walfang wurden viele Wal- und Delfinarten an den Rand der Ausrottung gebracht. Auch heute sind diese faszinierenden Meeressäuger immer noch der Bejagung und zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Meeresverschmutzung, durch Boote und Unterwasserbohrungen verursachter Lärm, Verlust ihres Lebensraumes, Beifang in Fischnetzen und die globale Erwärmung, die unsere Meere verändert, sind einige der vom Menschen verursachten Bedrohungen.