„Game of Chefs“: Blindverkostung für Sterneköche

Die Chefs: V.l.: Christian Lohse, Christian Jürgens und Holger Bodendorf.
Die Chefs: V.l.: Christian Lohse, Christian Jürgens und Holger Bodendorf.
Foto: Vox

Essen.. „Ha“, sagt die junge blonde Frau, „ist heiß.“ Kein Wunder, ist ja eine Küche hier, und die Dame steht am Herd. Geschmortes Kalbsbäckchen auf Kartoffelstampf mit Zwiebelpüree und Rote Bete soll das mal werden, was da gerade im Schnellkochtopf schmort und in der Pfanne bruzzelt. Nicht für sich, nicht für ihre Freunde kocht die 26-jährige Ausstatterin, sondern für drei Männer mit vielen Sternen. Christian Jürgens (3 Sterne), Holger Bodendorf (1 Stern) und Christian Lohse (2 Sterne) Meisterköche allesamt und Juroren der neuen Vox-Show „Game of Chefs“.

Wichtig ist aufm Teller. Und gekocht wird natürlich längst nicht mehr, um satt zu werden, sondern um einen Preis zu kriegen. Schmeckt es dem Juror, gibt es ein Messer. Bei zwei Messern ist der Kandidat eine Runde weiter.

Leidenschaft am Herd zählt

Bewerben konnten sich alle, die leidenschaftlich gern kochen – egal ob als Hobbykoch oder als Profi. Verkostet wird zunächst blind, die drei Chefs wissen nicht, wer angerichtet hat, was sie da jeweils gerade probieren.

Genuss Natürlich erinnert das ein wenig an „The Taste“, noch mehr aber an die Blind Auditions von The Voice. Und es ist nicht die einzige Gemeinsamkeit mit der Gesangsshow. Denn auch hier werden die Juroren nach Ende der ersten Runde zu Teamchefs. Fortan kämpfen die drei Mannschaften bestehend aus je fünf Mitgliedern gegeneinander und müssen in einer Vielzahl unterschiedlicher kulinarischer Wettbewerbe eine ständig wechselnde 14-köpfige Jury, bestehend aus Experten und Feinschmeckern, überzeugen.

Dem Siegen winken 100 000 Euro

Die Sterneköche dürfen ihre Gruppe aber nur anleiten, ohne einzugreifen oder abzuschmecken. In jeder Runde scheidet mindestens ein Teilnehmer aus, bis im Finale das beste Kochtalent Deutschlands gekürt wird. Der Sieger sichert sich 100 000 Euro.

Kochshows Zum Auftakt ist das alles recht unterhaltsam. Das liegt vor allem an der Jury. Alle drei loben viel, scheuen sich aber auch nicht vor Kritik. „Geht gar nicht“, oder kurz „geschmacklos“ sind Kommentare, die den in der Küche wartenden Teilnehmern schnell den Schweiß auf die Stirn treiben. Immerhin dürfen sie erklären, was sie sich bei ihrer Kreation gedacht haben.

„Ich finde es außergewöhnlich interessant, dass hier nicht nur das Kochen gezeigt wird, sondern auch der Mensch eine wesentliche Rolle einnimmt“, sagt Christian Jürgens. „Wir fragen uns immer wieder, was für ein Mensch hinter dem Gericht steht. Da ist der Irrtum offenbar Programm. So gut das Trio die angebotenen Speisen auch beurteilen kann, so falsch schätzen sie manchmal, die Leute ein, die dafür den Kochlöffel geschwungen haben.“

Fazit: Kochen geht fast immer im deutschen TV. „Game of Chefs“ bedient sich bei vielen Vorbildern und punktet durch seine Jury.

Vox, 20.15 Uhr