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Raubüberfall

Fußballprofi sitzt nach mutmaßlichen Überfällen in U-Haft

20.04.2011 | 15:58 Uhr
Fußballprofi sitzt nach mutmaßlichen Überfällen in U-Haft
Ein Fußball-Profi des Potsdamer Drittligisten SV Babelsberg 03 ist wegen des Verdachts des schweren Raubes verhaftet worden. (Foto: dapd)

Berlin/Potsdam.   Ein 21-jähriger Fußballprofi des Drittligisten SV Babelsberg 03 sitzt nach mehreren Raubüberfallen in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft sieht ihn als „Kopf" einer brutalen Bande, die mindestens acht Spielhallen überfallen haben soll.

Nach mehreren Raubüberfällen auf Casinos in Berlin sitzt ein 21-jähriger Fußballprofi des Drittligisten SV Babelsberg 03 weiter in Untersuchungshaft. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, bezeichnete ihn am Mittwoch als mutmaßlichen „Kopf der Bande“. Die insgesamt sechs Männer seien brutal vorgegangen, hätten Hieb- und Stichwaffen eingesetzt und Casino-Gäste zusammengeschlagen. Einige hätten die Taten in Vernehmungen teilweise gestanden, sagte Steltner.

Die Tatverdächtigen im Alter von 17 bis 22 Jahren sollen seit Jahresbeginn mindestens acht Spielhallen in Moabit, Gesundbrunnen und Wedding überfallen haben. Die Kerngruppe soll einen Gesamtbetrag in fünfstelliger Höhe erbeutet haben. Sie hebelten die Automaten mit einem sogenannten Kuhfuß auf. Zu der Bande soll auch der 20 Jahre alte Bruder des Fußballers gehören.

Bruder von Süleyman K. bereits polizeibekannt

Vereinspräsident Rainer Speer sagte am Dienstagabend, er habe mit dem Anwalt des Spielers Kontakt aufgenommen und dabei erfahren, dass Süleyman K. die Vorwürfe abstreite. Der 21-Jährige habe behauptet, zufällig bei seinem Bruder Sedat gewesen zu sein, als dieser und weitere Tatverdächtige am Dienstagmorgen von der Polizei verhaftet wurden.

Der Vater der beiden Brüder bestätigte der Zeitung „B.Z.“, dass Sedat bereits im Konflikt mit dem Gesetz gestanden habe, Süleyman jedoch nie. „Er verdient mit dem Fußball viel Geld, Überfälle hat er nicht nötig“, sagte er dem Blatt zufolge.

Verein geht zunächst von Unschuldsvermutung aus

Zu möglichen disziplinarischen Folgen für den Spieler wollte er zunächst nichts sagen. „Klar ist, dass sie sich in der Gesellschaft benehmen müssen. Ansonsten müssen sie mit den Konsequenzen leben“, sagte Speer. Solange die Justiz an dem Fall arbeite, gelte die Unschuldsvermutung, betonte er.

Laut Babelsberg-Trainer Dieter Demuth werden die Spieler von den Ermittlungen gegen ihren Teamkameraden kaum beeinflusst. „Die Mannschaft ist gefestigt genug, so dass uns so etwas nicht aus der Bahn wirft“, sagte Demuth am Rande des 4:1-Erfolgs der Babelsberger gegen Carl Zeiss Jena am Dienstagabend.

In der Nacht zu Montag waren die Verdächtigen in der Bastianstraße in Berlin-Gesundbrunnen festgenommen worden, nachdem sie ein Automatenspielcasino ausgeraubt hatten. (dapd)

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