Fünf Tote und 30 Verletzte bei Polizeieinsatz in Mazedonien

Die Mazedonische Polizei rückt gegen gut bewaffnete Gruppen vor.
Die Mazedonische Polizei rückt gegen gut bewaffnete Gruppen vor.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Mazedonien ist seit Monaten in einer innenpolitischen Krise zwischen Regierung und Opposition. Jetzt ist es zu bewaffneten Kämpfen gekommen.

Skopje.. Bei einer Polizeiaktion gegen bewaffnete Albaner in der mazedonischen Stadt Kumanovo an der Grenze zu Serbien und dem Kosovo sind am Samstag mindestens fünf Beamte getötet und etwa 30 weitere zum Teil schwer verletzt worden. Starke Polizeikräfte seien am frühen Morgen gegen "gut bewaffnete Terroristen" vorgerückt, die "aus einem Nachbarland" nach Mazedonien eingedrungen seien, berichtete der stellvertretende Innenminister Ivo Kotevski in Skopje.

Migration Der Einsatz in der Stadt an der Grenze zu Serbien und dem Kosovo sei noch nicht beendet, sagte Innenministerin Gordana Jankulovska am späten Abend in Skopje. Über die Zahl weiterer Toten unter den Bewaffneten und der Zivilbevölkerung wollte sie keine Angaben machen.

Auch am Sonntagmorgen waren immer noch Schüsse zu hören, berichtete die lokale Zeitung "Kumanova Sot". Hubschrauber kreisten wieder über der fast nur von Albanern bewohnten Stadt 40 Kilometer nordöstlich von Skopje. 27 Bewaffnete hätten sich der Polizei ergeben, hatten Medien am Vorabend berichtet.

EU ruft zu Ende des Blutvergießens auf

Hunderte Einwohner der drittgrößten Stadt im Land flüchteten über die Grenze nach Südserbien, wo ebenfalls Albaner wohnen. Belgrad hatte zusätzliche Sonderpolizeikräfte in Richtung Grenze in Marsch gesetzt und hat für Sonntag eine Sitzung des Sicherheitsrats einberufen. Die EU zeigte sich über die bewaffnete Auseinandersetzung besorgt und rief zum Ende des Blutvergießens auf.

Bis zu 30 Prozent der zwei Millionen Einwohner des EU-Kandidaten Mazedonien sind muslimische Albaner, die Mehrheit bilden orthodoxe Slawen. Zuletzt war es im Jahr 2001 zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen gekommen, die nur durch Vermittlung der EU beendet werden konnten. (dpa)