Fünf Tote bei Beziehungsdrama in der Schweiz

Anwohner hatten Schüsse gehört und die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden im Freien sowie in einem Wohnhaus mehrere leblose Menschen.
Anwohner hatten Schüsse gehört und die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden im Freien sowie in einem Wohnhaus mehrere leblose Menschen.
Foto: Anthony Anex
Was wir bereits wissen
Ein schmuckes Wohnquartier in der Schweiz erlebt eine Horror-Nacht. Ein 36-Jähriger tötet vier Menschen und danach sich selbst. Was war das Motiv?

Würenlingen.. Mit zahlreichen Schüssen hat ein 36-Jähriger in der Schweiz vier Menschen getötet. Anschließend nahm sich der Mann das Leben. Die Polizei geht von einem Beziehungsdelikt aus. Unter den Opfern der Bluttat in Würenlingen nahe der deutsch-schweizerischen Grenze sind die Schwiegereltern des Mannes im Alter von 58 und 57 Jahren sowie sein 32-jähriger Schwager. Der Bewohner (46) eines Hauses wenige Meter neben dem Tatort könnte ein Zufallsopfer sein. Der Schütze lebte getrennt von seiner Frau und seinen drei Kindern.

Mann lebte von Frau und drei Kindern getrennt

Die Polizei war in der Nacht zum Sonntag mit einem Großaufgebot, darunter auch einer schwer bewaffneten Spezialeinheit, in der 4000-Einwohner-Gemeinde im Einsatz. Anwohner hatten gegen 23 Uhr am Samstagabend Schüsse gehört und die Behörden alarmiert. Da bald festgestanden habe, dass sich der Einzeltäter umgebracht habe, hätten die Behörden "eine weitere Gefährdungslage ausschließen können, insbesondere auch einen terroristischen Hintergrund", sagte Polizeisprecher Michael Leupold. Der Tatort liegt in einer ruhigen Wohngegend.

Der 36-Jährige habe das Wohnhaus seiner Schwiegereltern gezielt aufgesucht und im Haus die drei Anwesenden mit jeweils mehreren Schüssen aus einer Faustfeuerwaffe getötet, hieß es weiter. Nach Verlassen des Tatorts sei ihm der Nachbar begegnet. Er wurde vor seinem Haus erschossen. Täter sowie alle Opfer sind Schweizer.

Polizei hatte Wohnung des Täters im April durchsucht

Der 36-Jährige habe keinen Waffenschein besessen. Bei dem Schützen habe es erst im April eine Hausdurchsuchung gegeben. Dabei seien aber keine Waffen gefunden worden, teilte die Polizei weiter mit. Die gesamte Familie war seit längerem "fürsorgerisch" untergebracht. Was das heißt, konnten die Fahnder zunächst nicht genau sagen. (dpa)