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Frustration und Wut im sturmgeplagten New York

02.11.2012 | 09:48 Uhr
Nach dem Sturm "Sandy" sind weite Teile New Yorks noch immer ohne Strom und fließend Wasser.Foto: rts

New York/Berlin/Port-au-Prince.  Nach dem Sturm "Sandy" sind weite Teile New Yorks noch immer ohne Strom und fließend Wasser. Immer wieder kommt es zu Handgreiflichkeiten. Die am schlimmsten betroffenen Viertel sollen schnelle Hilfe erhalten. Auch in New Jersey und auf Haiti hat "Sandy" schwere Schäden verursacht.

Tage nach Supersturm "Sandy" liegen bei vielen New Yorkern die Nerven blank. An den Brücken nach Manhattan bildeten sich kilometerlange Staus, an Haltestellen warteten riesige Menschenmengen ungeduldig auf Busse in die Innenstadt und an Tankstellen kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen um das vielerorts immer noch knappe Benzin. Nach Tagen ohne Strom, fließendes Wasser und Heizung verließen viele Bewohner die Stadt .

Bürgermeister Michael Bloomberg versprach das ganze Wochenende über Wasser und Fertiggerichte in die am schlimmsten betroffenen Viertel bringen zu lassen, doch viele New Yorker waren frustriert. Die U-Bahn rollte zwar am Donnerstag nach dreitägiger Schließung im Großteil der Stadt wieder an, allerdings nicht in den Süden Manhattans und nach Brooklyn, wo die Tunnel überflutet waren.

1,5 Millionen Mahlzeiten sind in New York eingetroffen

Das New Yorker Rote Kreuz stellte zwölf Feldküchen bereit, die 200.000 warme Mahlzeiten pro Tag servieren können. Das US Transportation Command, das normalerweise für Truppentransporte und die Versorgung von Kampftruppen zuständig ist, schickte 55 Lastwagen mit 1,5 Millionen Mahlzeiten nach New York. 1,3 Millionen zusätzliche Rationen stünden für den Bedarfsfall bereit, hieß es.

Video
New York, 01.11.12: Noch immer sind in der Ostküsten-Metropole Hunderttausende Menschen ohne Strom, die U-Bahn ist geflutet, und viele Bürger stehen vor dem Nichts. Die Folgen des Sturms kosten die Stadt bis zu 200 Millionen Dollar – pro Tag.

Transportflugzeuge der Armee brachten nach Behördenangaben dutzende schwerer Reparaturlastwagen und ein Spezialistenteam von Kalifornien zu einem Stützpunkt in der Nähe der Ostküstenmetropole.

Immer wieder kam es zu Streit und Handgreiflichkeiten

Vor einer Arena in Brooklyn standen teilweise bis zu 1.000 Menschen und warteten auf einen Bus, an einer Tankstelle in Coney Island warteten mehr als 100 Wagen auf eine Tankfüllung. Immer wieder kam es zu Streit und Handgreiflichkeiten.

An Brücken nach Manhattan kontrollierten Polizisten, ob auch tatsächlich jeder Wagen wie angeordnet mindestens drei Insassen hatte. Die Kontrolle, die eigentlich Staus verhinderten sollte, führte zu kilometerlangen Schlangen. Einige der Autofahrer stiegen aus und beschimpften die Polizisten.

  1. Seite 1: Frustration und Wut im sturmgeplagten New York
    Seite 2: Zahl der Todesopfer nach "Sandy" stieg inzwischen auf fast 100

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Kommentare
02.11.2012
19:40
Verdammt dünn die sogenannte Zivilisation
von meigustu | #1

 

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