Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Infektion

Frühchen in Berliner Klinik Charité an Keimen gestorben

20.10.2012 | 14:22 Uhr
An der Berliner Charité ist ein Frühchen an einer Keim-Vergiftung gestorben.Foto: Archiv/Knut Vahlensieck

Berlin.   Ein Frühgeborenes ist an der Berliner Klinik Charité an einer Infektion mit Keimen gestorben. Dies gab die Klinik am Samstag bekannt. Es seien mehrere weitere Frühchen ebenfalls erkrankt. Die Klinik habe zwei der Säuglingsstationen geschlossen.

Ein frühgeborenes Baby ist nach einem Keimbefall an Frühchenstationen der Berliner Klinik Charité gestorben. Wie die Universitätsklinik am Samstag mitteilte, wurde wegen der Infektionen mit sogenannten Serratia-Bakterien ein Aufnahmestopp für zwei der fünf Frühchenstationen der Charité verhängt. Derzeit sind nach Auskunft der Klinik sieben weitere Babys nach Infektionen mit den Keimen erkrankt. Ihr Zustand habe aber stabilisiert werden können.

Das tote Baby war nach einer Behandlung am Campus Virchow-Klinikum der Charité im Deutschen Herzzentrum in Berlin operiert worden und anschließend an einer Blutvergiftung gestorben. Wie eine Charité-Sprecherin auf Anfrage mitteilte, war das Frühchen vor der Verlegung an das Herzzentrum negativ auf die Serratien getestet worden. Im Nachhinein seien aber die Keime dann doch nachgewiesen worden. Zu Vermutungen, dass diese ursächlich für den Tod des Babys waren, sagte die Sprecherin, dies könne zumindest nicht ausgeschlossen werden.

Keim auch an 15 weiteren Frühchen

Der Keimausbruch war laut Charité am 8. Oktober festgestellt und umgehend dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Seither seien die Keime außer an den erkrankten Frühchen noch an 15 weiteren der kleinen Patienten nachgewiesen worden, ohne dass diese Krankheitssymptome aufwiesen. Es seien umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeleitet worden. Dazu gehörte nach Angaben der Klinik auch eine Teilung der Stationen nach infizierten und nicht infizierten Patienten, denen jeweils unterschiedliches Pflegepersonal zugeordnet wurde. Der Campus Charité in Berlin-Mitte ist demnach nicht betroffen.

Das kleinste Frühchen

Serratien sind laut Charité Bakterien, die bei vielen Menschen zur Darmflora gehören und in der Regel kein Risiko darstellen. Bei Patienten mit eingeschränkter Immunabwehr oder eben bei Frühgeborenen können diese Bakterien allerdings gefährliche Infektionen verursachen.

Einen ähnlichen Vorfall gab es im vergangenen Jahr an einer Bremer Klinik gegeben . Dort waren mehrere Frühchen mit multiresistenten Bakterien infiziert. Drei Säuglinge starben daran. Die Justiz ermittelt dort unter anderem gegen den ehemaligen Chef der Frühchenstation. (WE)



Kommentare
Aus dem Ressort
Mob in Guinea tötet Mitglieder eines Ebola-Aufklärungsteams
Gesundheit
Im Ebola-Krisenland Guinea sind mindestens acht Regierungsvertreter und Journalisten Augenzeugen zufolge von aufgebrachten Dorfbewohnern getötet worden. Die Delegation war in der Region um Womey im Südosten des Landes unterwegs, um die Menschen über die Gefahren durch das Virus zu informieren.
Gestohlener Jaguar geht nach 46 Jahren an Besitzer zurück
Autodiebstahl
Als junger Anwalt hatte sich der Amerikaner den Sportwagen für 5000 Dollar gekauft. Weniger als ein Jahr später wurde er gestohlen. Jetzt tauchte der Jaguar auf einem Containerschiff mit dem Fahrziel Niederlande wieder auf. Der Besitzer will den Wagen jetzt wieder aufmöbeln lassen.
Nonsens-Nobelpreise für Jesus-Toast und urinierende Hunde
Kuriose Forschung
Es gibt sogar gesungene Dankesreden: Bei einer schrillen Gala an der US-Eliteuni Harvard sind die Ig-Nobelpreise für kuriose Forschungen verliehen worden. Diesmal wurde auch eine Biologin aus dem Revier ausgezeichnet - weil sie herausgefunden hat, in welche Richtung Hunde ihr Geschäft verrichten.
Mann in Florida erschießt Tochter und sechs Enkelkinder
Bluttat
"Mord-Suizid": Mit diesem Begriff beschreibt die Polizei im US-Südstaat Florida das blutige Ende eines Familiendramas. Der 51-jährige Don Spirit hat seine Tochter und sechs seiner Enkelkinder erschossen, darunter ein kaum drei Monate altes Baby. Die Gemeinde steht unter Schock.
Lothar Matthäus plant jetzt seine fünfte Hochzeit
Promi-Ehen
Aller guten Dinge sind bei Rekordnationalspieler Lothar Matthäus nicht drei, sondern fünf. Der 53-Jährige plant jetzt mit seiner Freundin Anastasia seine bereits fünfte Hochzeit. Wann und wo die Hochzeit stattfinden soll, steht jedoch noch nicht fest.
Umfrage
Die Schotten haben sich gegen die Unabhängigkeit entschieden, Großbritannien bleibt intakt. Wie finden Sie das?

Die Schotten haben sich gegen die Unabhängigkeit entschieden, Großbritannien bleibt intakt. Wie finden Sie das?