Frei.Wild kritisieren Echo-Veranstalter - "kein Rückgrat"

Frei.Wild - hier Sänger und Gitarrist Phillipp Burger - bei einem Auftritt in der Essener Grugahalle in 2012.
Frei.Wild - hier Sänger und Gitarrist Phillipp Burger - bei einem Auftritt in der Essener Grugahalle in 2012.
Foto: Archiv-Foto: Jan Dinter/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die umstrittene Band Frei.Wild erhebt nach ihrem Ausschluss vom Echo Vorwürfe gegen die Veranstalter des Musikpreises. Die Phono-Akademie habe "kein Rückgrat bewiesen und sich somit selbst disqualifiziert." Die rechtsextreme Partei NPD will die Verleihung des Echo als Bühne nutzen und hat eine Mahnwache am Veranstaltungsort angekündigt.

Berlin.. Nach ihrem Ausschluss von der Echo-Nominierung hat die umstrittene Rockband Frei.Wild Vorwürfe gegen die Veranstalter erhoben. "Die Deutsche Phono-Akademie hat kein Rückgrat bewiesen und sich somit selbst disqualifiziert", erklärte die Band aus Südtirol am Samstag. Gegen die Nominierung der Deutschrocker, denen Kritiker nähe zu rechtem Gedankengut vorwerfen, hatte es Proteste gegeben. Die ebenfalls nominierten Gruppen Kraftklub und Mia. hatten einen Boykott angekündigt, falls Frei.Wild auf der Nominierungsliste bleiben sollte.

Frei.Wild Vor dem Ausschluss hätten weder die Phono-Akademie noch Kraftklub und Mia. das Gespräch gesucht, erklärte die Band. Dabei habe sich die Gruppe - und vor allem der Sänger Philipp Burger - eindeutig von jeder Form des politischen Extremismus distanziert. Burger habe sich vor 15 Jahren von seiner Vergangenheit als Skinhead gelöst und fordere bei Konzerten schon immer "Nazis raus".

Die Deutsche Phono-Akademie, die zum Bundesverband Musikindustrie gehört, hatte den Ausschluss von Frei.Wild mit der heftigen Kontroverse um die Nominierung begründet. Die Debatte drohe, den gesamten Echo und damit auch alle anderen Künstler und Bands zu überschatten, hatte die Akademie erklärt. Der Echo wird am 21. März in Berlin verliehen. Die ARD überträgt live ab 20.15 Uhr.

NPD kündigt Mahnwache zur Echo-Preisverleihung an

Die rechtsextreme Partei NPD will die Verleihung des Echo als Bühne nutzen und hat eine Mahnwache am Veranstaltungsort angekündigt. Damit solle gegen den Widerruf der Nominierung für die Band Frei.Wild demonstriert werden, teilte die Partei am Freitag mit.

Laut einer Mitteilung der NPD will die Partei am Ort der Veranstaltung Flagge zeigen. Die Echos werden am 21. März auf dem Berliner Messegelände verliehen. Frei.Wild war in der Kategorie Rock/Alternativ National nominiert. Im vergangenen Jahr feierten sie Erfolge mit ihrem Album "Feinde der Feinde". Die Gruppe war Donnerstagabend von der Liste der Nominierten genommen worden, weil der Veranstalter Deutsche Phono-Akademie verhindern wollte, dass der Echo zum Schauplatz einer Debatte um deren politische Gesinnung wird. (dapd/dpa)