Frau stößt aus Fremdenhass Mann in New York vor die U-Bahn

Was wir bereits wissen
Eine Frau stößt in der USA einen Mann vor die U-Bahn. Ihr Motiv: Hass auf Hindus und Muslime weil diese ihrer Meinung nach die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Centers zum Einsturz gebracht hätten. Es ist das zweite Mal binnen Wochen, das in der New Yorker U-Bahn ein Mensch ums Leben kommt.

Washington.. Es gab keine Hinweise, keine Vorwarnung, nichts. Sunando Sen hat die Frau, die ihn umbrachte, nie gesehen. Der gebürtige Inder, Besitzer eines kleinen Kopier-Ladens, stand an der Bahnsteigkante der U-Bahn-Station Lowery Street im New Yorker Stadtteil Queens und wartete auf Linie 7, als Erika Menendez das Hinterhältigste tat, was in dieser Konstellation vorstellbar ist. Unmittelbar bevor der Zug einfuhr, fiel die 31-Jährige dem fünfzehn Jahre älteren Mann mit voller Wucht in den Rücken. Weder Sen noch der Fahrer der U-Bahn konnten rechtzeitig reagieren. Der Rest ist zum Wegschauen.

New York, die Stadt, die sich rühmt, in diesem Jahr einen neuen Tiefstand bei Tötungsdelikten erreicht zu haben, schüttelt damit zum zweiten Mal binnen weniger Wochen den Kopf über das, was Bezirksstaatsanwalt Richard Brown als den „schlimmsten Alptraum jedes U-Bahn-Fahrgastes“ bezeichnet: „plötzlich und sinnlos vor einen fahrenden Zug gestoßen zu werden.“ Erst am 3. Dezember hatte ein Obdachloser, Naem Davis (30), den aus Korea stammenden Familienvater Ki-Suck Han (58) nach einem banalen Wortgefecht an der 49. Straße vor eine U-Bahn gestoßen.

Täterin hasst Hindus und Muslime

Der Fall sorgte weltweit für Entsetzen, weil das Opfer vergeblich um Hilfe gerufen hatte, um von den Gleisen wieder auf den Bahnsteig zu gelangen. Keiner der wartenden Fahrgäste half, nur ein Fotograf drückte auf den Auslöser. Kurz bevor Han überrollt wurde. Im Fall Menendez, die beim Weglaufen nach der Tat von einer Überwachungskamera erfasst und wenig später im Stadtteil Bronx festgenommen werfen konnte, macht nach den Worten von Kommentatoren der „New York Post“ das Motiv „sprachlos“.

Chefermittler Brown bestätigte, dass Menendez bei der Vernehmung ein so genanntes „Hass-Verbrechen“ (hate crime) eingestanden hat. Danach musste Sunando Sen sterben, weil die Täterin „Hindus und Muslime hasst, seit sie 2001 die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Centers zum Einsturz gebracht haben“. Sunando Sen war nach Angaben seines Geschäftspartners Sanjeeb Das Hindu. Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft waren an den Terroranschlägen vor elf Jahren nachweislich nicht beteiligt.

Bluttat Beim Haftprüfungstermin lacht die Täterin mehrfach laut auf

Sen kam vor über 20 Jahren aus Kalkutta in die USA. Freunde und Bekannte beschreiben ihn als „freundlich und umgänglich“. Über Jahre arbeitete der alleinstehende Grafik-Designer Doppelschichten in verschiedenen Jobs, um sich seinen Traum, ein eigenes kleines Geschäft, zu erfüllen. Sechs Monate nach der Eröffnung riss Erika Menendez ihn aus dem Leben. Beim Haftprüfungstermin lachte die Täterin mehrfach laut auf. Ihr geistiger Zustand, so Staatsanwalt Brown, wird umfassend untersucht. Im Falle einer Verurteilung droht der Frau eine lebenslange Gefängnisstrafe.