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Verbrechen

Fotograf hilft Polizei nach Vergewaltigung bei Rock am Ring

26.01.2012 | 13:28 Uhr
Fotograf hilft Polizei nach Vergewaltigung bei Rock am Ring
Während des Festivals Rock am Ring im Juni 2011 wurde eine junge Frau vergewaltigt. Eine heiße Spur zum Täter hat die Polizei bislang nicht.Foto: Sebastian Konopka/WAZ FotoPool

Essen.  Nach einer Vergewaltigung bei Rock am Ring im Juni 2011 setzt die Polizei auf die Hilfe eines Profi-Fotografen. Er hat den Ermittlern Tausende Bilder zur Verfügung gestellt, die er von der Hauptbühne aus gemacht hat. Eine heiße Spur gibt es trotz der Zeugensuche bei "Aktenzeichen XY" bislang nicht.

Einer der Festivalbesucher war es. Einer von rund 85.000, die im vergangenen Jahr bei Rock am Ring feierten. Er vergewaltigte am späten Abend des 5. Juni eine junge Frau, mitten auf dem Festivalgelände am Nürburgring. Im Dezember suchte die Polizei Mayen bei "Aktenzeichen XY... ungelöst" mögliche Zeugen des Verbrechens, Hinweise auf den bislang unbekannten Täter. Mittlerweile gibt es zumindest erste Spuren.

Die nachgestellte Darstellung in der ZDF-Sendung zeigt, wie sich das Verbrechen zugetragen hat: Die 19-Jährige, die mit ihrem Freund und dessen Schwester Deutschlands größtes Festival besucht, will nur kurz zur Toilette gehen. Auf dem Weg dorthin halten sie zwei Männer fest, zerren sie in ein Gebüsch. Einer der beiden vergewaltigt die junge Frau, nur wenige Meter entfernt von einem Weg, auf dem Hunderte Festivalbesucher von A nach B gehen.  "System of a Down" spielen zu diesem Zeitpunkt gerade auf der Hauptbühne. Unter Schock erzählt das Opfer zunächst nichts von dem Übergriff. Erst einige Tage später zeigt sie die Tat an.

55 Hinweise nach "Aktenzeichen XY... ungelöst"

Und die Polizei Mayen beginnt zu suchen. Auffällig soll der Täter sein: zirka 30 Jahre alt, fast zwei Meter groß, blond und sehr blass, kräftig - "weniger athletisch, eher dick", wie Kriminalhauptkommissar Rudi Schäfer im Dezember in der ZDF-Sendung beschreibt. Eine Jeansweste habe er während der Tat getragen, mit Aufnähern von Metal- und Rockbands. Wer kennt so einen Mann? Wer hat mitbekommen, dass ein Bekannter mit dieser Körpergröße das Auto für ein Festival gepackt hat, fragt Schäfer das Fernsehpublikum.

Gut 55 Hinweise sind seitdem bei der Kripo in Mayen eingegangen, rund 40 Bilder von ebenso vielen möglichen Beschuldigten bekamen die Ermittler so zusammen. Die wurden der 19-Jährigen vorgelegt. "Den Großteil der Männer konnte sie ausschließen", berichtet Rudi Schäfer im Gespräch mit DerWesten. "Fünf Bilder", erzählt der Kriminalhauptkommissar, "sind übriggeblieben." Allein: Keinen dieser fünf Männer habe das Opfer eindeutig als den Täter identifiziert. Sie könnten es der jungen Frau zufolge sein, sehen auch dem Phantombild ähnlich.

Opfer muss nach und nach Tausende Bilder anschauen

Mit diesem Phantombild sucht die Polizei Mayen nach dem Mann, der am 5. Juni 2011 eine junge Frau bei Rock am Ring vergewaltigt hat.Foto: Polizei

Einen kleinen Schritt sind die Ermittler also weiter - aber längst nicht am Ziel. "Wir wissen momentan noch nicht einmal, ob die fünf Männer bei Rock am Ring waren, ob sie überhaupt jemals ein Rockkonzert besucht haben", sagt Schäfer. Und ganz so einfach lasse sich das auch nicht herausfinden. Wegen der vagen Aussagen gilt keiner der Männer als Beschuldigter. Nur mit vorsichtigen "Umfeldermittlungen" können die Ermittler versuchen, mehr herauszufinden. "Das muss mit viel Fingerspitzengefühl geschehen", erklärt der erfahrene Polizist.

Hilfe bei der Suche nach dem Täter bekommen die Ermittler nun von einem Konzertfotografen. Der Profi hatte am Tatabend von der "Center Stage" ins Publikum fotografiert - und den Beamten jetzt seine Bilder zur Verfügung gestellt. Sie alle muss sich das Opfer nun ansehen, "Hunderte, Tausende Bilder", wie Rudi Schäfer betont, und auf jedem dieser Bilder sind wiederum Tausende Festivalbesucher zu sehen. Die Fotos Stück für Stück durchzuarbeiten, sei sehr anstrengend für die junge Frau. "Das kann sie nur peu à peu machen", sagt Schäfer.

Auch der Begleiter des Haupttäters wird noch gesucht. Er soll etwa 40 Jahre alt sein, kleiner als sein Komplize und lange, schwarze, gelockte Haare haben. Hinweise nimmt die Kripo in Mayen unter 02651/801-0 entgegen.

Sarah Hubrich

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