Forscher tot aus Arktis geborgen - Kollege bleibt vermisst

Das arktische Eis - hier ein Archivbild aus Grönland - wurde zwei niederländischen Forschern zum Verhängnis.
Das arktische Eis - hier ein Archivbild aus Grönland - wurde zwei niederländischen Forschern zum Verhängnis.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Zwei Niederländer sind im Eis der Arktis gestorben - einer der Forscher wurde jetzt geborgen, der andere bleibt vermisst.

Amsterdam.. Die Leiche eines der beiden in der Arktis tödlich verunglückten niederländischen Forscher ist von einem kanadischen Suchtrupp 200 Kilometer nördlich der Stadt Resolute gefunden worden. Dies geht aus einem Bericht der kanadischen Polizei hervor, den die Forschungsorganisation Cold Facts am Samstag auf ihrer Webseite veröffentlichte. Zunächst war noch unklar, um wen es sich bei dem gefundenen Mann handelt. Die Suche nach dem zweiten Forscher wurde eingestellt, sagte eine Sprecherin von Cold Facts.

Beide Männer brachen ins Eis ein

Die niederländischen Polarforscher Marc Cornelissen (46) und Philipp de Roo (30) hatten am 29. April etwa 200 Kilometer nördlich des Ortes Resolute ein Notsignal gesendet. Am 2. Mai hatte eine Hubschrauberbesatzung eine Hündin retten können, die an der Stelle ausgehalten hatten, an der vermutlich die beiden Männer im dünnen Eis einbrachen. Am 7. Mai sei es schließlich einem Suchtruppe trotz schlechten Wetters und schwieriger Eislage gelungen, die Leiche zu bergen. Die Forscher wollten Daten über die Klimaerwärmung in der Nordpolregion und die schmelzenden Eisdecken sammeln.

Toten "trotz persönlicher Gefahr" geborgen

Beide Männer waren auf Skiern und in Begleitung eines Hundes unterwegs, der sie vor Eisbären warnen sollten. An ihren Körpern hatten sie jeweils einen bootsähnlichen Schlitten befestigt. Nach dem Unglück hatten Helfer vom Hubschrauber aus einen im Wasser schwimmenden sowie einen auf dem Eis stehenden Schlitten gesichtet. Die Husky-Hündin Kimnik harrte bis zu ihrer Rettung an der Unglücksstelle aus. Die Polizei geht davon aus, dass einer der beiden Männer im Eis einbrach und sein Kollege beim Versuch starb, ihm zu helfen.

Zweite Leichnam wird nicht mehr geborgen

Die aus sehr arktiserfahrenen Einheimischen bestehende Suchmannschaft habe den Toten "trotz persönlicher Gefahr" geborgen, berichtete die Polizei. "Die Eislage an der Unfallstelle kann bestenfalls als sehr schlecht beschrieben werden", hieß es. Nach dem zweiten Forscher werde nicht mehr gesucht, weil die Chance, den Leichnam zu finden, sehr gering sei, sagte eine Sprecherin von Cold Facts. Zugleich seien die Gefahren bei einer erneuten Suche sehr groß. (dpa)