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Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen

12.08.2009 | 12:13 Uhr
Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen

Essen. Verpackung und Werbung versprechen das Blaue vom Himmel - doch die Lebensmitteltester von Foodwatch entlarven Etikettenschwindel auf einer Mogel-Liste. Was die Hersteller auf Verpackungen als gesund, leicht und hochwertig anpreisen, überprüfen die Fachleute auf den tatsächlichen Inhalt.

Mogelpackung oder nicht? Die Diskussion um Käse-, Schinken- und andere Imitate ist noch in aller Munde. Die Sensilibiserung für dieses Thema ist auch der Verbraucherorganisation Foodwatch zu verdanken, die seit Jahren Lebensmittel testet und manchen Etikettenschwindel entlarvt hat. Jüngstes Ergebnis der gemeinnützigen Organisation aus Berlin: eine Mogel-Liste. Die fasst erstmals all jene Produkte zusammen, die mit falschen Versprechungen angepriesen werden. Ob Capri-Sonne, Actimel oder Cornys Schoko-Riegel: Foodwatch prangert süß-sauer vermeintliche Werbelügen an.

Ausgiebige Tests

18 Exemplare stehen derzeit auf dem Foodwatch-Index, der in den nächsten Monaten weiter ergänzt wird. Die regelmäßigen Testverfahren umfassen circa einen Produkt-Check im Monat. „Der Mogel-Liste geht natürlich eine ausgiebige Recherche voraus, deren Ergebnisse auch juristisch abzustimmen sind“, sagt Foodwatch-Pressesprecher Martin Rücker. „Die aktuellen Ergebnisse veröffentlichen wir stets im Internet auf www.abgespeist.de, und daraus haben wir nun die Mogel-Liste erstellt.“

Etikettenschwindel

Dabei haben die Lebensmitteltester um Geschäftsführer Dr. Thilo Bode stets den Verbraucher im Visier. Also vergleichen sie die Werbeversprechungen mit dem tatsächlichen Inhalt der Produkte. Beispiel Corny-Schokoriegel von Schwartau: Dieser ist laut Hersteller „locker-kernig“ und voller „ausgewogener Zutaten“ (Slogan: „Das Beste aus dem Korn“), laut Foodwatch aber nur eine normale Süßigkeit mit viel verklebtem Zucker. Noch härter klingt das Abschlussurteil: Der Müsli-Imitat-Riegel ist ein Etikettenschwindel. Ein Kandidat für den Titel „Goldener Windbeutel“, mit dem Foodwatch kritikwürdige Lebensmittel brandmarkt.

Dr. Thilo Bode, Geschäftsführer von Foodwatch. Foto: WAZ, Felix Hoffmann

„Zu allererst wollen wir die Verbraucher aufklären. Zugleich ermutigen wir sie auf unseren Internetseiten, sich beim entsprechenden Hersteller direkt zu beschweren“, erläutert Rücker. Unter dem jeweils kritisierten Produkt findet sich ein Link zur Kontaktaufnahme mit den Firmen, die laut dem Foodwatch-Sprecher „legal und subtil betrügen“. Wer per E-Mail Dampf ablassen will, kann das jedoch nicht anonym machen. Um Ferrero, Nestle, Bahlsen und Co. mal die Meinung zu geigen, muss sich zuvor mit Adresse registrieren lassen.

Rückzug als Erfolg

Nicht ohne Stolz verweist die Verbraucherorganisation auf erste Erfolge, die auch in der Mogel-Liste vermerkt sind. Im Kinderjoghurt „Biene Maja“, ein „ausgewogenes Milchgetränk“ von Bauer, geißelt Foodwatch beispielsweise 44 Würfelzucker pro Liter (in einer Cola gibt es 28). Der darunter stehende Kommentar „Produkt vom Markt genommen“ wirkt wie ein stiller Triumph, zumal dies mit einem grünen Häkchen versehen ist. „Die Hersteller reagieren auf unsere Testergebnisse sehr unterschiedlich“, sagt Martin Rücker. Manche ignorieren die mitunter barsche Kritik, andere reagieren mit Gegenstudien. Ihr Ziel haben die Aufdecker dann erreicht, wenn ein Produkt nicht mehr als gesund beworben wird oder eben ganz aus den Supermarktregalen verschwindet.

Wir haben aus der Mogel-Liste ein Best of erstellt: Die Top-Ten in der Fotostrecke

Steffen Gerber

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Kommentare
15.10.2009
09:22
Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen
von Lauda | #9

Nutella kein Dreckszeugs, guten Morgen :)

15.10.2009
09:21
Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen
von Lauda | #8

Es fällt mir schwer zu glauben, dass Foddwatch wirklich nötig ist.
Zum Einen weiss der gesunde Menschenverstand eigentlich, was los ist und hält seinen Schweinehund nur nicht kurz, weshalb er weiterhin ungesunde Produkte konsumieren wird. Zum anderen ist Nutelle kein Drweckszeug, so ein Quatsch. Wenn das morgendliche Vollkornbrot mit Nutella bestrichen wird und ein Apfel dazu gegessen wird, ist das a) kein Problem und b) verhindert es Heisshunger auf die wirklich üblen Dinge, die sich die kids schon vor der Schule kaufen. Mag sein, dass Foodwatch nicht nur eine pfiffige Idee von Herrn Bode war, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen für seine wertvollen Analysen, ich analysier lieber selbst.

12.08.2009
22:35
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von Moderation | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.08.2009
09:25
Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen
von vantast | #6

Z.B. Nestle, ein Konzern, der viele Leben gekostet hat, z.B.
http://de.indymedia.org/2003/04/48524.shtml
mit sehr viel Geld für Reklame und dem guten Schweizer Image.

12.08.2009
09:10
Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen
von Tada | #5

Problem ist der mangelende Sachverstand der Menschen, die mit Dosenravioli, Miracoli, TK-Pizza und Dosen-Erbsen aufgewachsen sind.

Wie manche Menschen wirklich glauben können, dass Nimm2 gesund, Light-Produkte dünn und Wasser mit O2 fitter macht, ist mit gesundem Menschenverstand nicht nachzuvollziehen.

Ich kaufe zu unter 5% Produkte, die fertig sind. Das sind Schokolade, Chips, evtl mal verpackte Wurstwaren.

Alles andere wird natürlich und frisch gekauft, was gesünder aber auch günstiger ist.

Aber damit ist man wohl eine Minderheit in Deutschland.

12.08.2009
08:08
Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen
von unfassbar | #4

#2
Genau DAS ist der Punkt! Die Leute setzen sich zu wenig mit dem Thema auseinander. Ein kleiner Blick auf die kleine Tabelle, in der Kohlehydrate, Fett usw. aufgeführt sind verrät schon sehr viel über ein Produkt.

Aber andersrum: Wenn wir als Diabetiker nicht drauf achten müssten, würdest du dann tatsächlich nachschauen!? Wahrscheinlich genausowenig wie ich. Jedoch wüßte ich dennoch, dass ein Corny Riegel wohl weiß Gott kein Gesundheitssnack ist...

Wie heißt es so schön? Die Masse machts!

12.08.2009
07:21
Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen
von kritiker | #3

Es ist gut, solche Artikel zu veröffentlichen. Ich kaufe so wenig wie möglich Produkte, für welche Werbung im TV gemacht wird.
Was mich am meisten ärgert: wenn Sportler z.B. für Nutella Werbung machen und dieses Zeug als gesund anpreisen (enthält so viel % von XY und deckt ..% des täglichen Bedarfs), wobei jeder, der sich ein bisschen mit Ernährung beschäftigt (dazu gehören Sportler!), genau weiß, dass Nutella ein Dreckzeug ist.
Und zusätzlich noch die dicken Kohlen dafür kassieren. Das ist unverschämt. Aber Geld stinkt nicht...

11.08.2009
23:45
Foodwatch-Liste entlarvt Mogel-Verpackungen
von beobachtender | #2

Warum fallen viele Menschen auf die Werbeversprechungen rein?
Weil kein Mensch das Kleingedruckte liest.
Ich als Diabetiker falle nicht darauf rein. Fragt die geschulten Diabetiker die können den den Menschen erzählen was Gesund ist.
Bitte eine spezielle Diabetiker Nahrung im Handel kaufen, denn das ist nur Gesund für den Hersteller und Handel und wer abnimmt ist Ihre Geldbörse.

11.08.2009
20:56
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von Beatrix.Gutmann | #1

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