Flüchtlingsdrama auf verrostetem Schiff

Rom..  Fast 800 Bootsflüchtlinge auf einem führerlosem Frachter sind vor Süditalien nur knapp einer Katastrophe entgangen. Das Schiff „Blue Sky M“ mit 768 Migranten an Bord steuerte in der Nacht zum Mittwoch auf die Küste der Region Apulien zu. Nach Medienberichten war der Autopilot eingeschaltet.

Ohne die Intervention der Einsatzkräfte wäre der Frachter auf die apulische Küste geprallt, weil der Motor blockiert und das Schiff sich selbst überlassen war, wie ein Sprecher der Küstenwache sagte. „Es war ein Kampf gegen die Zeit. Eine Tragödie wurde verhindert.“ Ein mutmaßlicher Schleuser wurde festgenommen. Von der Besatzung fehlte jede Spur.

Auf dem Frachter, der unter der Flagge Moldaus fuhr, waren vor allem Syrer. Auch viele Kinder und Schwangere seien an Bord gewesen, eine davon sei kurz vor der Geburt gestanden. Etwa 130 Menschen kamen vorsorglich ins Krankenhaus. Viele litten an Unterkühlung. Das Schiff, das eigentlich die kroatische Hafenstadt Rijeka ansteuern sollte, wurde im Hafen von Gallipoli beschlagnahmt.