Fischtrawler gesunken - erfolglose Suche nach 13 Vermissten

Der Fischtrawler "Dalnij Wostok", der bis 2014 den Namen Stende hatte, ist vor Kamtschatka gesunken. Für 69 der 132 Seeleute an Bord gibt es wohl keine Hoffnung mehr.
Der Fischtrawler "Dalnij Wostok", der bis 2014 den Namen Stende hatte, ist vor Kamtschatka gesunken. Für 69 der 132 Seeleute an Bord gibt es wohl keine Hoffnung mehr.
Foto: Archiv/dpa
Was wir bereits wissen
Drei Tage nachdem ein Fischtrawler im Pazifik vor Russland gekentert ist, gibt es kaum Hoffnung, weitere Überlebende zu finden. 69 Männer wohl tot.

Petropawlowsk-Kamtschatski.. Nach einem der schwersten Schiffsunglücke in Russland seit Jahren ist die Suche nach 13 vermissten Seeleuten erfolglos geblieben. Damit seien beim Untergang eines vermutlich überladenen Fischtrawlers wohl insgesamt 69 Männer ums Leben gekommen, teilten die Behörden auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka am Samstag Medien zufolge mit.

Nach dem Unglück der "Dalnij Wostok" (Ferner Osten) konnten 63 der 132 Seeleute aus dem eiskalten Wasser gerettet werden. Das Schiff war in der Nacht zum Donnerstag 300 Kilometer vor der Küste von Kamtschatka gesunken.

Fischtrawler war beim Ladung aufnehmen gekentert

Ein geretteter Schiffsmechaniker sagte, seiner Ansicht nach seien die Ballasttanks der schwimmenden Fischfabrik ungenügend gefüllt gewesen. Die "Dalnij Wostok" sei gekentert, als die Seeleute ein Netz mit tonnenschwerem Fang an Bord hieven wollten. Das nötige Gegengewicht habe gefehlt, sagte er der Agentur Interfax. Einen Zusammenstoß mit Treibeis oder einem U-Boot schlossen die Behörden aus.

Das Schiff habe Rettungsboote und Schwimmwesten für 110 Seeleute besessen und damit wohl mehr Männer an Bord gehabt als erlaubt, sagte Vizegebietsgouverneur Oleg Koschemjako. Sollte sich der Verdacht bestätigen, sei dies - wie die vermutete Überlastung der "Dalnij Wostok" - ein "schwerer Verstoß", sagte er. (dpa)