Finanzrisiko auf vier Beinen
15.03.2009 | 19:01 Uhr 2009-03-15T19:01:00+0100Essen. Kleine Hunde müssen nicht versichert werden. Doch ohne Haftpflicht droht dem Halter bei Unfällen oder folgenschweren Attacken dem Halter der Ruin. Die Verbraucherzentrale plädiert für eine Mindestdeckung von drei Millionen Euro.
Für den anderthalbjährigen Airdale Terrier kam alle Hilfe zu spät. Er war auf eine Landstraße bei Duisburg gerannt, wurde dabei von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Schaden am Unfallwagen: 2000 Euro. Die Hundehalterin Jennifer Jung hatte vorgesorgt, die Versicherung zahlte. „Die meisten glauben, ihr Hund fiele unter die normale Haftpflicht.” Ein großer Irrtum, weiß Jung, die eine Hundetagesstätte in Ratingen betreibt. Sie nimmt vierbeinige Gäste nur auf, wenn Besitzer eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung nachweisen.
Auch kleine Hunde können großen Schaden verursachen
Eine Versicherungspflicht besteht gemäß NRW-Landeshundegesetz (LHundG NRW) seit dem 1. Januar 2003 eigentlich nur für Hunde mit einer Größe von mindestens 40 Zentimetern und 20 Kilo Gewicht. Die Mindestdeckung für Personenschäden soll laut Gesetz 500.000 Euro, für Sachschäden 250.000 Euro betragen.
„Dass nur große Hunde versichert sein müssen, ist absurd”, sagt Markus Hüttner von der Tierkrankenkasse. Denn auch ein kleiner Hund könnte einen Unfall mit beträchtlichem Personen- und Sachschaden verursachen – ohne Versicherungsschutz kann dem Halter der finanzielle Ruin drohen. Etwa, wenn der Hund auf die Autobahn läuft. Anders als bei Schäden, die Katzen oder andere Kleintiere verursachen, greift bei kleinen Hunden nicht die Privathaftpflicht. Hüttner: „Ist der Halter eines kleinen Hundes also nicht freiwillig versichert, muss er zahlen.” Er schätze, dass weniger als die Hälfte aller Hundehalter überhaupt versichert sei.
Rabatt für Hundeschulbesuch
„Die Mindestdeckung sollte bei durchschnittlich 80 Euro Jahresgebühr drei Millionen betragen”, empfiehlt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW. Einige Versicherungen zahlen dann auch, wenn der Tierhalter – nicht mutwillig – gegen seine Pflichten, etwa den Leinenzwang verstößt. Manche geben zudem einen Beitragsnachlass von bis zu zehn Prozent, wenn der Halter Training in einer Hundeschule nachweisen kann. „Wir unterstellen dabei, dass das Haftpflicht-Risiko durch gute Erziehung minimiert wird”, erklärt Ralf Pajsert von der Axa.
Wann aber ist ein Hund gut erzogen? „Die Atmosphäre beim Spaziergang muss stressfrei sein”, erklärt Daniel Kempkes, der bei Bottrop eine Hundeschule betreibt. „Der Hund sollte locker an der Leine laufen ohne zu ziehen und kein übermäßiges Interesse an Artgenossen oder Fahrradfahrern zeigen.” – Wer schnell abgelenkt wird, ist ohne Leine direkt weg. Aber: Eiserne Strenge des Halters verstärkt Aggressionen des Hundes nur, warnt Kempkes: „Vertrauen macht's.”
Der Geschädigte kann auch Pech haben
Wenn der Versicherungsschutz fehlt, kann das auch auf den Geschädigten zurückfallen. Wie im Fall von Claudia Högl. Als die Gladbeckerin im Park joggte, wurde sie von einem kleinen Schnauzer in den Oberschenkel gebissen, erlitt eine Wunde mit Bluterguss. Högl: „Der Hundebesitzer gab mir die falsche Adresse.” Die zerrissene Shorts musste sie selbst ersetzen.
Bei einem Schaden von über 2500 Euro könnte die Privathaftpflicht des Geschädigten selbst greifen. Voraussetzung: Eine zusätzliche Forderungsausfallversicherung. Die Zusatzversicherung kommt auch zur Anwendung, wenn der Verursacher, etwa der Hundebesitzer, mittellos ist.
10:09
Jetzt meldet sich mal der Interviewte. Ich kann mich Herrn Becker nur anschließen. Vielen Dank für diesen konstruktiven Beitrag. Die Hundehalterhaftpflicht ist eine der günstigsten Versicherungen überhaupt, wer sich einen Hund leistet muss sich auch die paar Euro Beitrag leisten können. Das Risiko falls doch einmal etwas passiert ist viel zu groß.
Bei Fragen stehe ich auch gerne für ein persönliches Gespräch zur verfügung.
Mit freudlichen Grüßen an alle Hundehalter und solche dies mal werden wollen.
11:55
Ich denke mal, dass das jeder selbst wissen muss und keine Pflicht werden sollte...
23:50
Jeder Hund, der bellt, sollte auch versichert sein.
20:29
Sorry Juji, aber Dein Kommentar ist leider Quatsch. Natürlich sollte jeder Hund versichert sein. Wer sich Schäden in Millionenhöhe leisten kann, der kann vielleicht darauf verzichten. Aber was ist, wenn der Hund mal über die Straße läuft und eine Familie mit dem Auto ins Schleudern gerät - 2 Tote und 2 Verletzte (ein realer Fall) - da können locker mit Schmerzensgeld 1 Mio. Euro Schaden zusammen kommen! Und wenn dann keine Hundehaftpflicht im Spiel war, dann ist das Leben für den Halter gelaufen. Es geht ja nicht um den zerbissenen Fussball oder so. Aber vor großen Schäden kann sich kein Hundehalter schützen und sollte sicherheitshalber vorsorgen. Und eine Hundehaftpflicht gibt es ja schon ab 35,90 Euro im Internet - einfach Hundehaftpflicht Googlen - schon findet man viele Webseiten mit Vergleichen. Daran sollte wohl kein Hundebesitzer sparen.
20:02
Aber für Menschen kann es auch sehr unangenehm werden ohne Haftpflichtversicherung!
Es kommt ja auch niemand (jedenfalls niemand, dem nicht eh schon alles egal ist) auf die Idee sich nicht krankenzuversichern....
Oder wer pfeift bereitwillig auf Sozialversicherungen?
Wer ein Auto hält ist verpflichtet eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen.
Also so einfach ist das auch nicht #1!
19:18
Wieder Quatsch hoch 10. Für Menschen gibt es auch keine Pflichtversicherung.