Felix Sturm in Mordkomplott verwickelt?

Köln..  Es ist eine unglaubliche Geschichte: Wollte Box-Star Felix Sturm seinen früheren Berater von einem Killer ermorden lassen? Der Fall schlägt seit gestern hohe Wellen.

Die Fakten

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen Sturm (36), seinen Manager Roland Bebak (47) sowie einen weiteren Mann, die Opferrolle in dieser Episode kommt einem Boxpromoter namens Ahmet Öner (43) zu. „Sturm und Bebak sollen versucht haben, den dritten Mann dazu zu bringen, Öner umzubringen“, bestätigt Staatsanwalt Benedikt Kortz. Die Mordkommission ermittelt seit einigen Monaten. Das angebliche Komplott flog auf, weil jener dritte Mann sich an die Behörden gewandt hat. Laut „Bild“- Zeitung handelt es sich um einen Libanesen, dem Sturm und Bebak „angeblich 20 000 Euro“ Honorar geboten haben. Das jedoch bestätigt Staatsanwalt Kortz nicht.

Felix Sturm wehrt sich

Der Boxer aus Leverkusen bestreitet die Vorwürfe gegenüber dieser Zeitung. Über einen Sprecher lässt er erklären: „Wir lassen uns das nicht anhängen.“ Er sei reingelegt worden. Seine Version geht so: Öner arbeitete vor knapp fünf Jahren als Berater für seinen Kölner Box-Stall. Doch dann kam es zum Zerwürfnis, Sturm erteilte seinem alten Kollegen Hausverbot. Öners Ruf in der Box-Szene sei auch deswegen ruiniert. Das habe der nicht verkraftet und keine Gelegenheit ausgelassen, Sturm zu diskreditieren. Öner warf dem ehemaligen Weltmeister vor, sich einen seiner Titel erkauft zu haben.

Roland Bebak habe den mutmaßlichen Killer tatsächlich einmal getroffen. Das sei jedoch ein von Öner inszeniertes Täuschungsmanöver gewesen. Es gebe Tonbandaufzeichnungen von diesem Gespräch. Sturm gibt sich über seinen Sprecher selbstbewusst: „In ein, zwei Wochen wird das Verfahren sowieso eingestellt!“

Das ist Ahmet Öner

Der Mann geht selbst im Box-Geschäft als schillernd-prollige Persönlichkeit durch. Öner kommt aus dem Duisburger Norden, und wenn er aus seinem Wohnort Miami mal wieder zurückkehrt, gibt er sich als Pate von Marxloh – Bentley, kubanische Zigarre und dicke Geldscheine inklusive. Öner war selbst Profi-Boxer, arbeitete aber auch als Türsteher in einem Bordell. In Marxloh war er bekannt dafür, sich nicht nur im Ring zu prügeln. Einer, der sich hochgearbeitet hat. „Früher dachte ich“, sagte er einst, „die Bestimmung meines Lebens wäre, Kleinkrimineller in Marxloh zu werden.“ 2009 wurde Öner in Hamburg tatsächlich angeschossen. Die Hintergründe sind bis heute unklar.