Feinstaub-Belastung in der Luft nimmt erstmals ab

Eine hohe Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid erhöht laut Umweltbehörden das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Eine hohe Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid erhöht laut Umweltbehörden das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Foto: dpa
Reine Luft in NRW: Erstmals wurden landesweit die Grenzwerte eingehalten. Bei der Stickstoffdioxid-Belastung sieht es schlechter aus.

Düsseldorf.. Die Luft in Nordrhein-Westfalen wird besser: Erstmals seit Beginn der Messungen im Jahr 2000 sind die Grenzwerte für Feinstaub im vergangenen Jahr landesweit eingehalten worden. Allerdings sei die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid weiterhin zu hoch, teilten das NRW-Umweltministerium und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) am Mittwoch mit.

An 58 von 127 Messpunkten lagen die Stickstoffdioxid-Werte zum Teil deutlich über der europäischen Grenze. Der Umweltschutz in NRW zeige zwar Wirkung, müsse aber weiter an der Verbesserung der Luftqualität arbeiten, sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne).

Im Schnitt 15 Überschreitungen des Grenzwerts

An stark befahrenen Straßen kam es 2014 durchschnittlich zu 15 Überschreitungen des Tagesmittel-Grenzwertes von 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft. Erlaubt sind je Messstelle maximal 35 Überschreitungen jährlich. 2013 wurden im Durchschnitt noch 23 Überschreitungstage gezählt. Allerdings hätten laut Ministerium und LANUV im vergangenen Jahr auch günstige Witterungsbedingen geholfen.

Die permanent hohe Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid erhöht laut Umweltbehörden das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation sogar einen noch niedrigeren Jahresmittelwert von 20 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter. Um die Belastung zu senken, wurden in der Vergangenheit in zahlreichen Städten und im gesamten Ruhrgebiet Umweltzonen eingerichtet, die nur mit schadstoffarmen Fahrzeugen befahren werden dürfen. Dies allein reicht laut Landesregierung allerdings nicht aus. Deshalb mache das Ministerium sich bei der EU für eine verbesserte Abgasgesetzgebung stark, außerdem stünden neue Maßnahmen für Industrieanlagen Fokus.

NRW-Umweltbehörden schlugen noch im März Alarm

Zuletzt hatten die Umweltbehörden in NRW Mitte März Alarm geschlagen und dazu aufgerufen, unnötige Autofahrten zu vermeiden. Auch sollte auf den Betrieb von Ofen- und Kaminheizungen verzichtet werden. Eine ungünstige Wetterlage hatte im ganzen Land für dicke Luft gesorgt, so dass die Feinstaub-Belastung an allen 56 Messstationen den Grenzwert überschritten hatte. Dieses Phänomen zeigte sich allerdings auch Anfang März 2014, als es in ganz Westeuropa eine Wetterlage mit geringem Luftaustausch, eine sogenannte Inversion, gab.

Die Stickstoffdioxid-Belastung an stark verkehrsbelasteten Straßen ist in NRW von 2013 auf 2014 nur geringfügig von 63 auf 58 Überschreitungen zurückgegangen. Vor allem in Ballungsgebieten wurde der EU-Jahresmittel-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich überschritten.

Der EU-Grenzwert für Schwefeldioxid wird seit Jahren überall eingehalten und war auch 2014 auf einem unkritischen Niveau. (dpa)

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