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Jahr der Astronomie

Faszinierende Begegnung mit dem Sternenhimmel

13.01.2009 | 13:02 Uhr
Faszinierende Begegnung mit dem Sternenhimmel

Bochum. Ganz gleich, wo sie sich befindet: Wenn es dunkel ist und sie ein Gebäude verlässt, geht ihr Blick zuerst nach oben. Und dann sieht sie sie: Den Orion, den Jupiter und jetzt besonders schön die Venus. „Wie alte Bekannte sind die für mich”, sagt Prof. Dr. Susanne Hüttemeister.

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HINTERGRUND

BREITES ANGEBOT IN DER REGION

Unter einem modernen Planetarium versteht man heute ein Gebäude mit einer halbkugelförmigen Kuppel, auf deren Innenfläche Bilder des Sternenhimmels von einem speziellen Projektor erzeugt werden.

Es ist nicht mit einer Sternwarte zu verwechseln: Ersteres erzeugt einen simulierten Sternenhimmel, in einer Sternwarte kann man die realen Himmelsobjekte beobachten.

Das Planetarium in Bochum verzeichnet rund 130 000 Besucher im Jahr, knapp ein Drittel davon sind Schüler. Pro Jahr bietet es 1200 Veranstaltungen an.

Direktorin Susanne Hüttemeister ist Dozentin an der Ruhr-Uni Bochum und gehört dem fünfköpfigen nationalen Komitee an, das für das Jahr der Astronomie Ansprechpartner für die UNESCO ist.

Infos: www.planetarium-

bochum.de. und unter (0234) 51 60 60.

Eine Bekanntschaft, die die Leiterin des Zeiss-Planetariums in Bochum auch anderen Menschen gerne ans Herz legen möchte. Nicht nur in diesem, aber ganz besonders in diesem Jahr: dem Internationalen Jahr der Astronomie, der wissenschaftlichen Stern- und Himmelskunde. (Nicht zu verwechseln mit der Astrologie, der sich die Sterndeuter mit ihren Horoskopen verschrieben haben.) Gerade erst hat Hüttemeister gelesen, dass der Deutsche Astrologen-Verband die Trennung zwischen Astrologie und Astronomie bedauert. Die Wissenschaftlerin tut das nicht. Im Gegenteil. „Das sehe ich heftig anders!” sagt sie und klingt das einzige Mal bei diesem Gespräch etwas verärgert. Doch sonst löst alles, was die wunderbare Welt der Himmelskörper betrifft, bei ihr Begeisterung aus - so, wie vor über 30 Jahren, als sie in ihrer Kindheit im sauerländischen Altena schon nach den Sternen Ausschau hielt. Und natürlich auch damals schon das Planetarium in Bochum besuchte. Was sie wohl gedacht hätte, wenn ihr seinerzeit jemand prophezeit hätte, sie werde diese Einrichtung einmal leiten? „Da hätte ich auch schon gedacht, das ist aber richtig klasse!” sagt die 43-Jährige lachend.

Dass sie jedoch einmal wieder so nah an ihrem Heimatort arbeiten würde, hätte sie allerdings wohl nicht gedacht: Schon gar nicht Mitte der 90er Jahre, als sie in den USA forschte, und Gas, aus dem sich neue Sterne bilden, großräumig über Galaxien kartierte. Deshalb hängt in ihrem Büro auch eine prächtige Abbildung von „M51”. „Meine Lieblings-Galaxie”, verrät Hüttermann. Und gerät bei der Frage nach dem Warum ins Schwärmen. „Weil sie alle typischen Eigenschaften einer Spiral-Galaxie in Reinkultur hat.” Das, was der Laie als rote Flecken wahrnimmt, zeigt in Wirklichkeit die Gebiete, wo neue Sterne entstehen.

Aber man muss kein Wissenschaftler sein, um nachts in den Himmel zu schauen und einfach nur fasziniert zu sein. „Das Eine ist: Ein Sternenhimmel ist ästhethisch toll”, sagt Hüttemeister. Doch er löst noch viel mehr aus: Bei Susanne Hüttemeister ist eine „ganz starke Verbindung zum Kosmos”, die sie dann sehe und empfinde. Als Astronomin freilich sei sie sich auch über etwas anderes bewusst: „Dass in Sternen alle Elemente entstehen, aus denen auch wir bestehen: Sauerstoff, Kohlenstoff und Silizium.” Und dass die Entwicklung dieses Universums 13,7 Milliarden Jahre gedauert hat - und der Mensch auch heute noch „ein ganz integraler Teil dieses Universums, ein Produkt seiner Evolution ist”.

Deshalb gehen auch die Vorträge und Vorführungen im Planetarium über das bloße Erklären von Himmelskörpern und -phänomenen hinaus. Es geht auch darum, dem Menschen den Himmel wieder ein bisschen näher zu bringen und dabei deutlich zu machen, dass die Erde etwas ganz Besonderes und besonders Wertvolles ist.

Doch in Zeiten der Lichtverschmutzung, in der der Nachthimmel durch viele künstliche Lichtquellen aufgehellt ist, leuchten die Sterne in vielen Regionen des Landes heute schwächer - vor allem im Ruhrgebiet. Erst am Tag zuvor hat Hüttemeister Grundschüler aus Dortmund zu Besuch im Planetarium gehabt und gefragt, wer von ihnen schonmal die Milchstraße gesehen hat. „Niemand” bilanziert die Astronomin bedauernd. Bestimmt seien die Kinder mit ihren Eltern auch schonmal an einem Urlaubsort gewesen, wo ihnen das leichter als in Dortmund gefallen wäre. „Aber das Problem ist: Es kommt gar keiner mehr auf die Idee, mal nach oben zu schauen und bewusst zu suchen.”

Deshalb ist das Planetarium so wichtig, weil es auch tagsüber und bei schlechtem Wetter mit Hilfe eines speziellen Projektors den Sternenhimmel in die Kuppel zaubert. Und deshalb ist das Internationale Jahr der Astronomie so wichtig, meint Hüttemeister, weil es der Astronomie die Chance bietet, sich einer ganz breiten Öffentlichkeit zu präsentieren - und das weltweit. Und was wünscht sich die Astronomin als Bilanz für dieses Jahr? „Dass ich am Ende sagen kann, ich habe ganz viele Menschen begeistert - nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Die vielleicht vorher immer gedacht haben, das verständen sie sowieso nicht oder das sei alles viel zu weit weg. Und die nach einem Besuch in einem Planetarium oder einer Sternwarte sagen: Das war ein tolles Erlebnis.”

Und wer weiß: Vielleicht wird künftig dann so mancher von ihnen ebenfalls nach oben schauen, wenn er nachts nach draußen kommt - und dann auf einmal „alte Bekannte” wiedersehen.

Mehr zum Thema: Das Jahr der Astronomie

Katja Sponholz



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Kommentare
Kommentare
13.01.2009
13:10
Faszinierende Begegnung mit dem Sternenhimmel
von Hannes Bongard | #1

Der kosmische Mensch:
http://www.astrobroker.de/km/

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