Fast jeder fünfte Deutsche will im Hospiz sterben
20.08.2012 | 17:04 Uhr 2012-08-20T17:04:00+0200
Berlin. Wie wünschen sich die Deutschen ihr Lebensende? Zwei von drei Befragten wollen einer aktuellen Umfrage zufolge zu Hause sterben. Zunehmend gehören aber auch Hospize zum Alltag. Fast jeder Fünfte wünscht sich, den Tod in einer Einrichtung für Schwerstkranke und Sterbende zu erleben.
Nur noch zwei von drei Deutschen wollen zu Hause sterben: Laut einer Umfrage entwickeln die Bürger eine zunehmend realistische Sichtweise auf das Lebensende. Fast jeder Fünfte wünscht sich, den Tod in einer Einrichtung für Schwerstkranke und Sterbende zu erleben, etwa im Hospiz.
Die Wirklichkeit ist oft noch weit davon entfernt: Die meisten Deutschen sterben heute im Krankenhaus oder im Pflegeheim. In einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des Deutschen Hospizverbandes kritisieren fast 60 Prozent der Befragten, Gesellschaft und Politik würden sich zu wenig mit dem Sterben befassen. Persönlich hatte sich jeder zweite bereits Gedanken über das eigene Sterben gemacht – das gilt auch für Jüngere zwischen 18 und 25 Jahren. Jeder Vierte hatte eine Patientenverfügung verfasst.
Der neue Gesetzentwurf zur Sterbehilfe löst eine heftige Debatte aus. Die CSU spricht von „Dammbruch“. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, lehnt den Gesetzentwurf ab. Er meint: "Der Arzt ist die letzte Bastion für das Leben".
Gute Noten für Krankenhäuser
Vergleichsweise gute Noten gaben die Befragten den Krankenhäusern und Pflegestationen: In rund 65 Prozent der Fälle sei das Sterben ihrer Angehörigen „würdevoll“ geschehen. Bei den Sterbefällen zu Hause galt das für knapp 80 Prozent. Bemerkenswert sei, wie realistisch gerade Ältere die Lage beurteilen würden: Viele würden etwa ihrem Ehepartner nicht mehr zumuten, sie bis zum Tod zu Hause zu pflegen, so der Hospizverband.

09:02
Da ist man wenigstens unter gleichgesinnten.
08:57
... auch anders sein, dass die meisten im Krankenhaus oder Pflegeheim sterben?
Besonders die Angehörigen wollen nach meiner Erfahrung im privaten Umkreis, oft nicht wahrhaben, dass es jetzt wirklich mit den Eltern zuende geht, und stimmen dann einem eigentlich sinnlosen Krankenhausaufenthalt strohhalmklammernd zu.
In ein Hospiz zu gehen heißt auch, sich selber oder den Verwandten, quasi aufzugeben. Dafür muss man aber auch erstmal der Typ sein.
Zudem ergibt sich das Problem, dass der Wunsch nach dem Tod im Hospiz ja wohl eher daher kommt, dass man nicht einsam im Krankenhaus sterben will, sondern dieses gelebte Miteinander des Hospizes möchte.
Das aber ist in der Masse der Sterbenden finanziell eher nicht machbar, genausowenig eben wie im Krankenhaus. Einen tagelangen Sterbeprozess in entsprechender Begleitung - das ist ein personeller Aufwand, den momentan nur ein paar Hospize auf ehrenamtlicher / kirchlicher Basis packen.
Der große Rest wird trotzdem im KH sterben.