Fashion Week unter Rassismusverdacht
23.01.2008 | 10:50 Uhr 2008-01-23T10:50:00+0100
São Paulo. Das wichtigste Modeereignis in Lateinamerika, die Fashion Week von São Paulo, steht unter Rassismusverdacht. 1128 Models seien für das Modeereignis engagiert. Nur 28 von ihnen, also gerade einmal zweieinhalb Prozent, waren dunkelhäutig.
In einer Untersuchung werde geprüft, ob mit dem Einsatz von zumeist weißen Models bei den Défilées dunkelhäutige Frauen bewusst diskriminiert worden seien, sagte die zuständige Staatsanwältin Erika Pucci. Wenn sich der Verdacht gegen Model-Agenturen oder Einzelpersonen erhärte, drohe ihnen eine Anklage wegen Rassismus.
Der Organisator der am Mittwoch zu Ende gegangenen Fashion Week in São Paulo, Paulo Borges, hatte laut Staatsanwaltschaft dargelegt, die geringe Zahl dunkelhäutiger Models erkläre sich dadurch, dass nicht viele nicht-weiße Laufsteg-Schönheiten verfügbar seien. Staatsanwältin Pucci bezeichnete diese Erklärung jedoch als nicht überzeugend. Laut einem Bericht der Zeitung «Folha de São Paulo» wurden 1128 Models für das Modeereignis engagiert. Nur 28 von ihnen, also gerade einmal zweieinhalb Prozent, waren dunkelhäutig. In Brasilien ist etwa die Hälfte der Bevölkerung dunkelhäutig. (afp)
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