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Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert

09.06.2009 | 14:15 Uhr
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert

Berlin. Familien in Deutschland sind nach Einschätzung des Berufsverbands Deutscher Psychologen zunehmend überfordert. Familie und Beruf seien immer schwieriger zu vereinbaren. Betroffen seien auch junge Menschen, die immer mehr ältere Familienangehörige pflegen.

Familien in Deutschland sind nach Einschätzung des Berufsverbands Deutscher Psychologen zunehmend überfordert. Vor allem durch gesellschaftliche und persönliche Anforderungen wie die Bildung und Erziehung der Kinder, den eigenen beruflichen Erfolg oder das eigene Überleben in Krisenzeiten werden Familien immer stärker belastet, hieß es in dem am Dienstag in Berlin vorgelegten Bericht des Verbandes. Die Überforderung gelte nicht nur für die inzwischen 2,7 Millionen alleinerziehenden Elternteile. Betroffen seien auch junge Menschen, die immer mehr ältere Familienangehörige pflegen. Zurzeit würden 70 Prozent der Pflegebedürftigen von Angehörigen betreut. Hinzu komme eine wachsende Zahl von Familien mit Migrationshintergrund (2,3 Millionen).

Insbesondere die immer schwieriger werdende Vereinbarung von Familie und Beruf macht den Familien und Paaren zu schaffen. Für viele Familien heiße berufliche Flexibilität nichts anders als ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit, Arbeit außerhalb des Wohnorts und keine fest definierten Familienzeiten, heißt es in dem Bericht.

Scheidungskinder besonders betroffen

Besonders hart seien die Kinder von geschiedenen Ehepaaren betroffen. Da jede dritte Ehe in Deutschland geschieden werde, verbringt etwa ein Fünftel aller Kinder in den alten und ein Drittel in den neuen Bundesländern ihre Kindheit nicht mit beiden leiblichen Eltern. In Deutschland wurden 2007 etwa 28.200 Kinder und Jugendliche von Jugendämtern in Obhut genommen, davon 44 Prozent wegen Überforderung der Eltern und weitere 24 Prozent wegen Beziehungsproblemen der Eltern.

Der Berufs- und Fachverband der Psychologen in Deutschland umfasst mit 13 000 Mitgliedern rund ein Drittel der berufstätigen Psychologen in Deutschland. (ddp)

DerWesten

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Kommentare
22.06.2009
16:48
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von strubbel | #11

auf der strecke bleiben das wollten meine frau und ich aber nicht und da haben wir sohn und tochter so erzogen das sie beizeiten auch ihre aufgaben hatten.tisch mit decken,zimmer aufräumen,schuhe selber putzen usw.wir haben unsere kinder aber immer gelobt und ich glaube das war es auch,dass wenig widerspruch gab.natürlich ging nicht immer alles reibungslos.heute können sohn und tochter kochen,den haushalt selber führen und die enkel werden genauso erzogen.ich gebe nicht einmal den jungen leuten die schuld,zuerst ist doch immer das elternhaus da und hier liegt der grundstein zur erziehung.ich habe genauso den abwasch gemacht wie auch gekocht und meine frau konnte sich dann loseisen und in ruhe einkaufen gehen.gegenseitige achtung der eltern den kindern vorgelebt,dann geht es auch.

10.06.2009
16:32
Blockierter Kommentar.
von rene.bogdanski | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

10.06.2009
07:12
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von SoIstEsNunMal | #9

Zu #8
Tia, schade, schade, dass Frauen keinen Bock mehr haben, den Familien-Manager zuspielen, und sich nicht mehr unterdrücken lassen, was? Ich lebe auch alleine, sehr gerne alleine. Mir gehts gut, ich verdiene genug, warum sollte ich mein Leben nicht genießen? Vielleicht sollten die Männer das Familienglück mal selber in die Hand nehmen, wenn sie sich so sehr danach sehnen. Weil sie selber auch keinen Bock drauf haben ...

09.06.2009
18:51
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von Gesellschaftspartikel | #8

Früher gab es noch sowas wie Familie und Zusammenhalt, da war man für einander da! Heutzutage ist sich jeder selbst der nächste. Die Frauen so emanzpiert sie sein wollen, wollen demnach alles schaffen, am besten allein und ohne von jmd. Abhängig zu sein... wer sich in Abhängig begibt, ist ******* oder fällt auf die Schnute. Heute hat doch keiner mehr die Eier in der Hose von sich selbst nen Stück abzugeben und bissl mehr für andere da zu sein....Mein Eindruck unserer EGO geprägten Anti Kinder und Familien- Gesellschaft...

09.06.2009
17:28
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von CosimaZ | #7

@pete

Früher gab es Familienzusammenhalt. Heute leben viele alleine. Man ist als Familie zum Einzelkämpfer geworden. Beruflich auch wenn man keine Kariere macht, findet man nicht immer eine Arbeitsstelle vor Ort und so muss man wegziehen. Die Leistung, die sonst vielleicht Tanten, Großeltern etc. vor Ort übernehmen konnten, kauft man sich ein, wenn man sich dies leisten (Babysitter, Kinderfrau) oder wenn man überhaupt einen Platz bekommt (Hort) kann oder lässt es bleiben.
Dazu kommt, dass viele mit nur einem Einkommen nicht mehr auskommen und auch sonst hat sich das Leben gewandelt. Früher spielten die Kinder draußen, heute vor dem PC. D.h. man muss sich um die Kinder kümmern, aber wie, wenn man keine Zeit dafür hat, weil man arbeiten muss. Und selbst wenn man nicht arbeiten muss, und theoretisch als Hausfrau und Mutter zu Hause bleiben könnte, wie sieht es im Alter mit diesen Frauen aus? Die Wittwenrenten werden gekürzt und das gesamte noch bestehende Sozialgefüge Familie wird immer weiter durch weitere Gesetze demontiert.
Dazu kommen inkompatible Betreuungszeiten von KiGa und Ganztagsbetreuung. Viele KiGä haben Öffnungszeiten die nicht Deckungsgleich mit den ARbeitszeiten sind. Oder wenn es eine Ganztagsbetreuung in der Schule gibt, dann nur während der Schulzeit.

Ganz ehrlich ich fühle mich auch oft überfordert, weil man versucht jedem gerecht zu werden und selbst bleibt man auf der Strecke.

09.06.2009
17:02
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von oooliii | #6

Oje, ich seh schon. Die Lebensrealitäten gehen derart auseinander, dass der eine den anderen nicht verstehen will. Also, so mal als mittelalterliches Elternteil muss ich sagen, dass seit dem Jahr 2004 (sprich als die Hartz-Gesetze durchkamen) ein Ruck durch die Gesellschaft ging, den wir bis heute spüren, weil das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Eltern, die beide berufstätig waren (Mutter ja meistens Teilzeit) standen plötzlich unter Bedrängnis - bis zum heutigen Tag. Man hat mal sein Leben geplant, Investitionen getätigt und schleichend erlebt man einen immer heftiger werdenden Sozialkrieg. Da ist der Arbeitgeber, der sein Personal reduziert, immer mehr Arbeit mit einen immer größeren Druck (ja, früher, als es noch keine Computer gab - ach, was war es da noch schön), die Arbeitszeiten und auch Wege werden immer länger. Irgendwie ist, und das wird auch erwartet, man rund um die Uhr erreichbar. Darüber hinaus wird nach Bildung geschrien, damit unsere dummen dummen Kinder mal ans Lernen kommen. Ich denke, keine Generation vorher musste unter diesen Bedingungen einen solchen Stoff durchziehen, wie es heute verlangt wird. Ach so: Wer da als Elternteil denkt, dass ja das Kind zur Schule geht und man selber nicht, der spielt mit der Zukunft seines Kindes, denn ohne die stabile Hilfe aus dem Elternhaus funktioniert nichts mehr. Schließlich müssen Unterrichtsausfall und immer wieder neue Konzepte abgefedert werden. Mal ganz zu schweigen davon, dass auch Kinder keine Maschinen sind, bringen sie - ganz natürlich - auch mal Ärger mit und ein. Die Welt ist also viel komplexer geworden - Großeltern von heute, die verantwortungsvoll sind, bekommen diesen Umstand im Übrigen mit und würden nie solche dummen Kommentare wie o. a. abgeben. Die sagen lieber:
Wir möchten in keinem Fall tauschen und machen sich gleichzeitig ernsthafte Sorgen, wie es unserer Generation und den weiter folgenden einmal ergehen wird - denn die Sozialbeiträge, die wir heute einzahlen, davon leben schließlich die jetzigen Renter - viele davon recht gut. Wir zahlen also völlig umsonst ein und werden geradewegs in die Altersarmut schlittern. So viel ist doch heute schon klar. Ich denke, hier sollten viele mal lieber der jungen Generation Respekt und Unterstützung zollen. Auf was ist man denn bitte schön neidisch? Was verpasst? Ich kann Sie beruhigen. Ich würde gerne mit den Generationen von früher tauschen.

09.06.2009
16:42
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von B. Schmitz | #5

Welche Altersgruppe ist denn gemeint, wenn von jungen Leuten die Rede ist? Junge Leute müßten dann ja wohl die Großeltern pflegen und warum? Weil sie das Pflegegeld kassieren. Dieses Gejammer ist nicht zum Aushalten, andere gehen ebenfalls arbeiten, haben Kinder und müssen sich noch um Eltern und/oder Schwiegereltern kümmern. Die Jugend ist meines Erachtens in keinsterweise mehr belastbar.

09.06.2009
16:14
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von paopao | #4

Ja, ja, die gute alte Zeit. Ein paar von den lieben Kleinen hat dann die Diphterie o.ö. dezimiert, und der Rest der hat halte geschuftet bis zum Umfallen. Mit sechzig, wenn mans denn wurde, war man steinalt. Wir kennen doch nur die Überlebenden, von denen die früher auf der Strecke gebleiben sind, redet doch kein Mensch. Früher war es auch nicht üblich, über seine persönliche Misere zu klagen, was ja nicht heißt, dass sie nicht da war. Wenn man Kinder hat (ich habe), dann soll man offensichtlich sein einziges Streben darauf richten, sie zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen um sie dann eben dieser zum Bezahlen der Renten derer zu übergeben, die in der gleichen Zeit für ihre Arbeit Geld erhielten und man selber schaut arm aber reinlich in die Röhre. Gleichzeitig entzieht aber ebendiese Gesellschaft den Eltern immer mehr Raum, Geld und Zeit, um dieser Erziehungsarbeit nachzukommen. Und die Schwächsten knicken halt als Erstes ein.

09.06.2009
14:46
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von Pete2009 | #3

Ich frage mich wie haben das die 2-3 generation vor uns geschafft? Die hatten bis zu 13 Kinder, da gab es nur einen der verdient hat, und um die Alten musste man sich auch noch kümmern. Und die müssen es ja irgendnwie geschafft haben, sonst wären wir ja nicht hier. Leigt es viellicht daran, weil man einfach alles will Kinder und Karriere und Urlaub und Haus. Und das bitte alles sofort und gleich. Dank der Kredite ja auch kein Problem, jedenfalls wenn man den Banken geglaubt hat. Und nun kommt das dicke Ende.

09.06.2009
14:42
Familien in Deutschland sind zunehmend überfordert
von Bob | #2

Wenn ich so etwas lese, frage ich mich auch, wie die Menschheit überhaupt in den letzten paar tausend Jahren überleben konnte ? Kein Kindergeld, kein Wohngeld, keine Sozialhilfe ( oder H IV ), keine Kitas, keine Ganztagsschulen ( wenn überhaupt Schulen ), keine gesicherte Grundversorgung ( Wohnung, Nahrungsmittel ), keine so gute Gesundheitsversorgung ( wenn überhaupt ), kein Überfluss an Nahrungsmitteln ( und in der Vielfalt ) und und und .... und vor allem KEINE Psychologen !!! eigentlich müßten wir schon lange ausgestorben sein....

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