Fährunglück: Mehr Opfer befürchtet

Rom/Athen..  Nach dem Schiffsunglück in der Adria befürchten die Behörden, dass weit mehr Menschen ums Leben gekommen sind als bisher bekannt. In dem Wrack der „Norman Atlantic“ seien wahrscheinlich noch mehr Opfer, sagte der italienische Staatsanwalt Giuseppe Volpe, der mit den Ermittlungen beauftragt ist. Im Schiff hätten sich blinde Passagiere versteckt. Bisher wurden elf Tote geborgen. Zudem kamen zwei albanische Einsatzkräfte beim Abschleppversuch der Fähre ums Leben, weil ein Tau gerissen war. Deutsche Opfer gab es nach Angaben des Auswärtigen Amtes nicht.

Die Vorwürfe der Passagiere wurden immer lauter. Aussagen von Geretteten legten nahe, dass auf den Autodecks schlafende Lkw-Fahrer ums Leben gekommen sind. Eine Lkw-Fahrerin sagte griechischen Medien: „Drei meiner Kollegen sind umgekommen.“ Die Trucker hätten in der Fahrerkabine geschlafen. Niemand hätte die Passagiere rechtzeitig alarmiert. Das Feuer war vermutlich im Autodeck ausgebrochen.

Ein geretteter Lkw-Fahrer klagte, von der Besatzung sei keinerlei Hilfe gekommen. „Sie haben nicht eine Flasche Wasser oder eine Decke für die Kinder abgeworfen. Es war ein schwimmender Vulkan.“