Facebook-Schnüffelprojekt der Schufa abgesagt
08.06.2012 | 14:31 Uhr 2012-06-08T14:31:06+0200Potsdam. Die Schufa will nun doch nicht im Netz nach Kundendaten suchen. Ein Forschungsprojekt, dass diese Möglichkeit untersuchen sollte, wurde am Freitag nachmittag abgesagt. Die Entscheidung gegen das umstrittene Projekt kam allerdings nicht von der Schufa selbst.
Das umstrittene Forschungsprojekt der Schufa ist gekippt. Das teilte das beteiligte Hasso-Plattner-Institut (HPI) am Freitag in Potsdam mit. Das Institut habe "den mit der Schufa Holding AG bestehenden Vertrag über eine Zusammenarbeit bei der Grundlagenforschung rund um technische Verarbeitung öffentlicher Web-Daten" gekündigt, ließ es mitteilen.
Angesichts "mancher Missverständnisse in der Öffentlichkeit über den vereinbarten Forschungsansatz und darauf aufbauender Reaktionen" könne ein solches wissenschaftliches Projekt nicht unbelastet und mit der nötigen Ruhe durchgeführt werden, erklärte HPI-Direktor Christoph Meinel.
Die Pläne der Schufa, die durch einen NDR-Bericht bekannt geworden waren, hatten für einen Aufschrei im Internet gesorgt. Auch aus der Politik gab es deutliche Kritik: Eine Auswertung der Daten etwa des sozialen Netzwerkes Facebook, um darüber die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern zu beurteilen, sei nicht hinnehmbar, erklärte etwa Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger am Donnerstag.
„Missverständnisse in der Öffentlichkeit"
Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) spricht von „Missverständnissen in der Öffentlichkeit über den vereinbarten Forschungsansatz“. Unter diesen Umständen könne ein solches Projekt nicht unbelastet und mit der nötigen Ruhe durchgeführt werden. Aus dem Umfeld des Forscher hieß es, im Institut sei man sich einig gewesen, dass das Projekt nun keine Zukunft mehr habe. Zu aufgeheizt sei die öffentliche Stimmung.
Grundsätzlich hält HPI aber die Grundlagenforschung rund um die technische Verarbeitung öffentlicher Web-Daten für sinnvoll. An der Analyse und Erforschung von allgemein verfügbaren Daten aus dem Internet werde vielerorts geforscht. Auch investigativ arbeitende Journalisten könnten von diesen Erkenntnissen in ihrem Berufsalltag profitieren, hieß es. An dem Projekt sei nichts illegales gewesen, man habe sich streng an Datenschutz-Vorgaben gehalten. (mk/kas)

08:57
Die Schufa wird andere Wege finden oder schon gefunden haben.
03:31
Wahrscheinlich gucken die sich auch die Bewertungen des Einzelnen bei E-Bay oder Amazon an. Ist nur dumm gelaufen für die Schufa. Die Gez wird nicht anders handeln. Jeder kann sich eine Bewertung bei Amazon ansehen, wenn ich da einen Flachbildfernseher als gut beurteile stehen die am nächsten Tag vor der Tür.
Der gläserne Mensch. Dank Internet.
20:07
Die werden es immer wieder versuchen, oder andere, und dann die Daten der Schufa anbieten.
Leute, laßt die Finger von Facebook, und hört auf euch im Netz auszuziehen! Nur das hilft.
Gruß
18:54
Das ist in dem Punkt völlig Problematisch und auch rechtwidrig, das zu keinen Zeitpunkt dargestellt ist, wer der Anbieter dieser Seite sei. Da steht ein Name und kein Geburtsdatum und jeder kann auf den Namen eines anderes etwas im Internet veröffentlichen. Von daher für mich völlig inakzeptabel.
16:39
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16:38
Wie naiv sind den manche Mitbürger und Politiker ? Das Internet und die sozialen Netze sind schon lange Informationspool für alles Mögliche. Es ist normal, das der Personalchef vor der Einstellung bereits Infos über die Bewerber im Internet einsieht. Wird der Zusammenhang zum Pseudonym "Besoffski" ersichtlich, hat sich die Chance für den Bewerber gleich verschlechtert.
Genauso werden die zugänglichen Informationen von Banken und Geschäftsleuten genutzt. Ob die Informationsbeschaffung gesetzlich zulässig ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Es kann nie nachgewiesen werden, welche Gründe für eine Entscheidung wie z.B. Kreditvergabe oder Einstellung zum Tragen kommen.
Wer sich in Facebook profiliert, ist selber schuld daran, wenn er Nachteile davontragen muss. Erst denken, dann surfen !
16:18
Wann wird dieser Laden endlich unter staatliche Aufsicht gestellt. Nicht nur das er mit seinen unbegründeten "Scorewerten" Existenzen kaputt machen kann, jetzt auch das noch. Es entwickelt sich ein Staat im Staate, ein Bonitätsmoloch der viel zuviel Macht erlangt hat und jetzt ausser Kontrolle gerät. Kreditsicherheit ja, aber so nicht.
und wann werden endlich alle ratingagenturen verboten oder unter staatlicher Kontrolle gestellT????