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Hochwasser

Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden

08.06.2013 | 10:50 Uhr
Das steigende Hochwasser der Elbe hat die Zollstraße in Magdeburg überflutet. Die Hochwassersituation an der Elbe spitzt sich weiter zu.Foto: dpa

Magdeburg.  Die Einsatzkräfte in Sachsen-Anhalt kämpfen weiter gegen die Wassermassen von Elbe und Saale. An der Elbe ist die Lage besonders dramatisch, unter anderem in Magdeburg und Aken. Experten rechnen mit Schäden in Höhe von elf Milliarden Euro in Deutschland. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

17:33 Uhr: Auf dem Weg zu einem Hochwassereinsatz in Sachsen sind acht Feuerwehrleute verletzt worden, einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr. Der Fahrer eines Löschfahrzeugs sei am Samstag bei Delitzsch von der Fahrbahn abgekommen und mit dem Wagen gegen ein Haus geprallt, teilte das Innenministerium mit. Drei Männer seien schwer verletzt worden, einer von ihnen lebensgefährlich. Fünf weitere Verletzte hätten das Krankenhaus am Samstag wieder verlassen können. Die Ursache für den Unfall sei noch unklar.

16:56 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Opfern der Hochwasserkatastrophe erneut die Hilfe und Unterstützung der Bundesregierung zugesichert. Man werde beim Wiederaufbau nach der Flut alles tun, was menschenmöglich sei, sagte Merkel am Samstag bei einer Veranstaltung der Frauen-Union in München. Merkel bezeichnete die Lage in vielen Teilen des Landes nach wie vor als "sehr ernst". "In diesen Stunden bangen wir mit den Menschen in Magdeburg und auch in anderen Teilen Sachsen-Anhalts." Zugleich lobte die Kanzlerin erneut die große Solidarität im ganzen Land. "Deutschland steht in bewundernswerter Weise zusammen in diesen Tagen - und das soll auch so bleiben."

16:27 Uhr: Unionspolitiker haben angesichts der Flutkatastrophe schnellere Genehmigungsverfahren für Hochwasserschutzbauten gefordert. "Wir brauchen deutlich kürzere Planungszeiten", sagte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) der Zeitung "Welt am Sonntag". Manche Verfahren zögen sich 10 bis 15 Jahre hin - vor allem, wenn Enteignungen nötig seien. "Die Möglichkeiten der Einsprüche müssen gesetzlich begrenzt werden", forderte er. Bei Klagen Betroffener solle es Verfahren mit mehreren gerichtlichen Instanzen so nicht mehr geben.

Hochwasser hält Deutschland in Atem

Tiefdruckgebiet bringt unwetterartige Gewitter

16:07 Uhr: Das Wetter tut den Hochwasserregionen keinen Gefallen. Von Frankreich kommt ein Tiefdruckgebiet, das neben teils unwetterartigen Gewittern auch Dauerregen bringt. Diese Kombination mache die Lage weiterhin brisant, sagte Dorothea Paetzold vom Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Samstag. "Die Regenmengen, mit denen man rechnen muss, sind schwer abzuschätzen, regional werden sicherlich von Sonntagmittag bis Dienstagfrüh mehr als 50 Liter pro Quadratmeter fallen." Am Dienstag sei der ganze Spuk aber vorbei, sagte die Meteorologin.

Solidarität
Welle der Solidarität aus Ruhrgebiet für Hochwasser-Opfer

Hunderte Retter aus NRW engagieren sich in den Flutgebieten – Profis und Freiwillige. DGB-Chef Michael Sommer appelliert an alle Chefs im Land: Lasst die Leute helfen! Es sei nicht die Zeit, Anwesenheitslisten zu führen. Deutsche Rote Kreuz ruft zu Spenden auf, da Hilfe koordiniert werden muss.

Am Samstag sollte es vom südlichen Rheinland-Pfalz bis nach Sachsen hinein erste, örtlich begrenzte Gewitter mit Starkregen, Sturmböen oder auch Hagel geben. Das Tief "Ira" trifft dann in der Nacht zum Sonntag auf den Südwesten Deutschlands und bestimmt das Wetter in der Südhälfte. Es lädt Gewitter und Dauerregen ab, schütten wird es insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern. Es sei noch nicht klar, inwiefern Thüringen und Sachsen von dem Dauerregen betroffen sein werden - oder ob überhaupt.

Experten rechnen mit Schaden von mehr als 11 Milliarden Euro

15:49 Uhr: Angesichts der Flutkatastrophe rechnen Fachleute für die deutsche Wirtschaft mit einem Schaden von mehr als elf Milliarden Euro. Die ökonomischen Folgen könnten damit ähnlich gravierend werden wie beim Elbe-Hochwasser von 2002. Das Bundesinnenministerium hatte dessen Kosten in allen betroffenen Ländern auf insgesamt 18 Milliarden Euro geschätzt - davon 13 Milliarden allein in Deutschland. In einer vorläufigen Bilanz war die Bundesregierung im November 2002 zunächst von 9,2 Milliarden Euro Schaden für Deutschland ausgegangen. Andere Schätzungen gehen von elf Milliarden Euro aus.

15:13 Uhr: Mitgefühl mit den Opfern der Flutkatastrophe in Ost- und Süddeutschland: Neben dem Wasser fließen auch die Spenden. Die betroffenen Städte und Gemeinden sammeln Geld und Alltagsgegenstände für Menschen, die im Hochwasser ihr Hab und Gut verloren haben. Doch so stark wie bei der Jahrhundertflut 2002 ist die Hilfsbereitschaft offenbar noch nicht überall. "2002 gab es eine riesige Spendenwelle. Wir haben damals 140 Millionen Euro Spenden bekommen. So stark ist das diesmal nicht", sagte Stephanie Krone, Sprecherin des Bundesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes.

In der vom Hochwasser schwer betroffenen bayerischen Stadt Deggendorf stapeln sich hingegen schon die Spenden für die Hochwassergeschädigten. Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten, Duschgel liegen säuberlich aufgereiht in der Aula der Schule - und es kommt immer mehr. Bäckereien bringen Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte der Leiter der Mittelschule, Robert Seif. "Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen."



Kommentare
10.06.2013
12:08
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von DieWaage1964 | #16

Und Frau Merkel verspricht 100 Millionen. Das ist ja lächerlich. Für welchen kleinen Ort soll das reichen? Naja, dann lieber Milliarden ins Ausland schicken, damit unser Ansehen besser ist.

10.06.2013
10:15
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von ichsehdasgerne | #15

und das nennt sich dann Wasser-Soli und wird bis 2035 gezahlt.

10.06.2013
08:07
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von Alex1955 | #14

An die Bundesregierung und Länderkammern Juni 2013
Eine Soforthilfe von 5 Milliarden über die einzelnen Gemeiden und Orte BAR / CASH zu verteilen ist das absolut notwendige heute im Sommer 2013

Die Hochwasser Schäden sind keine " 11 Milliarden Euro wie 2002 " gesamt
diese sind nach den jetztigen BILD und TV Berichten mindestens 15 Milliarden Euro !

Fakt ist TV / Medien / Spendenorganisationen / Bund / Länder und Gemeinden
Versicherer gebt den Hochwassser Bürgern und Gewerbetreibenden das Kapital in
die Hand zum Wiederaufbau ! Bei 15 Milliarden Euro Investitonen werden 10.000
ende Handwerker, Gewerbetreibende über Jahre Infrastrukturarbeiten und Wieder Instandssetzung bekommen, d.h. weniger Arbeitslose,weniger Sozialgelder und
mindestens von 15 MRD. Euro = 4 bis 5 MRD. an Gesamt Steuer Rückflüssen an BUND Länder und Gemeinden ! Industriell wird das Investment of Return genannt !

ES WIRD HÖCHSTE ZEIT DAS WIR ALLE HIER SOFORT IN 13 UMDENKEN !
GELD GEBEN UMD GELD ZU ERHALTEN !

09.06.2013
18:29
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von Engelstrompete52 | #13

Na und , dann bleibt das Geld wenigstens in unserem Land .

09.06.2013
10:27
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von buntspecht2 | #12

Wie schnell doch ein Jahrhundert vorbei war und nichts gelernt.

09.06.2013
08:12
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von Andreas21974 | #11

Man hat jetzt schon des öfteren gehört, dass sich der Bau oder die Modernisierung diverser Schutzanlagen hinzieht, weil es Einwende nicht nur Einwende von Seiten des Naturschutzes gibt. Oft sind auch "Bürgerinitiativen" gegen solche Maßnahmen gegründet worden, weil eine Schutzsystem den schönen Blick aufs Wasser versperren würde.
Diese Egoisten sind doch jetzt sicherlich auch vom Hochwasser geschädigt worden und anhand ihres Engagements in den Bürgerinitiativen auch lokal bekannt (eventuell abrufbar von Versicherungen). Diesen Personen sollte man zumindest jetzt sämtliche finanzielle Unterstützung verweigern, oder gar mit in die Haftung nehmen. Das ist meine Meinung.

09.06.2013
00:07
Sandy2007 | #8
von schRuessler | #10

Und an welches Ausland denken sie da?

Vielleicht die Länder, wo ein Hochwasser wie bei uns zwischen all den Hochwassern, Erdbeben, Hurricanes etc kaum noch registriert wird?

Aber wir können ja gerne mal in Thailand oder Pakistan nachfragen, ob sie ein paar Euro für uns über haben.

08.06.2013
20:19
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von Brunnen100 | #9

Warum regen wir uns auf???
Was haben wir aus dem Jahrhunderthochwasser gelernt??
Haben sich die damals Betroffenen für Änderungen eingesetzt?
Nein, wir verdichten schön weiter die Flächen, siedeln Unternehmen an usw. damir wir ja anschließend schreien können.
Kennt denn keiner mehr den Satz: "Aus Fehlern lernen" ??

1 Antwort
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von Ismet | #9-1

Das Kapital respektive die Menschen die dahinter stehen, wollen nicht Lernen.
Denn der Gewinn an Geld und Einfluss ist wichtiger als die Überschwemmung an sich.
Ausserdem, es ist doch die Heimat, wo sollen die Leute denn sonst hin?

08.06.2013
19:48
Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von Sandy2007 | #8

Ich frage mich, wo die Hilfen aus dem Ausland für uns bleiben?
Aber wenn die nächste Naturkatastrophe iwo im Ausland passiert, schreien die doch wieder nach deutscher Hilfe. Und unsere Politiker sind dann auch so doof, zu bezahlen.
Weil "wir" ja noch was gutzumachen haben...

08.06.2013
17:48
Live-Ticker - Experten rechnen mit elf Milliarden Euro Schaden
von arttremonia | #7

Jeder Politiker und jede Partei, der oder die jetzt noch weitere Millionen- und Milliardenhilfen aus der Staatskasse für korrupte Pleitebanken und faule EU-Regierungen in Süd- und Südosteuropa fordert/ern, sollten als Verräter am eigenen Volk abgesetzt bzw. abgewählt werden. Wo bleiben denn jetzt die Hilfen für Deutschland aus der EU oder von Griechenland, Zypern, Italien usw.? Italien schickt uns per Prämien sogar noch Wirtschaftflüchtlinge ins Land, die von uns leben wollen.

WIR BRAUCHEN UNSERE STEUERGELDER, DIE WIR ERWIRTSCHAFTEN, NUN IM EIGENEN LAND!!!

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