Ex-Werbestar Herr Kaiser kann sich keine neuen Zähne leisten

Ein unangenehmer Besuch beim Zahnarzt. Günther Geiermann warb als "Herr Kaiser" für Versicherungen. Selbst hat er keine Zusatzversicherung abgeschlossen und kann sich keinen neuen Zähne leisten.
Ein unangenehmer Besuch beim Zahnarzt. Günther Geiermann warb als "Herr Kaiser" für Versicherungen. Selbst hat er keine Zusatzversicherung abgeschlossen und kann sich keinen neuen Zähne leisten.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Günter Geiermann hat als "Herr Kaiser" 18 Jahre für das Versicherungsunternehmen Hamburg-Mannheimer geworben. Nun mussten ihm die Zähne im Unterkiefer gezogen werden. Weil er keine Zusatzversicherung hat und sich die 30.000 Euro Kosten für Ersatz nicht leisten kann, ist "Herr Kaiser" jetzt zahnlos.

München.. Als "Herr Kaiser" hat Günter Geiermann 18 Jahre lang für die Hamburg-Mannheimer Versicherung geworben. Doch der 74-jährige Schauspieler selbst sorgte offensichtlich zu wenig fürs Alter vor. Mangels Versicherung muss er nun komplett ohne Unterkieferzähne auskommen. "Alle Zähne mussten gezogen werden", erzählt Geiermann. Er habe keine Zusatzversicherung und die 30.000 Euro für Ersatz könne er nicht bezahlen.

Mit 700 Euro im Monat müsse er auskommen, sagte er in München lebende Schauspieler am Freitag und bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Von der früheren Hamburg-Mannheimer, heute Ergo-Versicherung, bekomme er zwar eine kleine Rente. Da er aber als Selbstständiger nie Rentenversicherung gezahlt habe, müsse er damit auskommen. Dass er unten keine Zähne mehr habe, finde er aber auch "nicht so schlimm".

2000 Mark für ein bis zwei Drehtage, aber keine Versicherung

Von 1972 bis 1990 war Geiermann als "Herr Kaiser" ständig im Werbefernsehen zu sehen. Er habe gut verdient, sagte er. Zu Beginn habe er für ein bis zwei Drehtage 2.000 D-Mark bekommen. 1990 seien es immerhin 30.000 Mark gewesen. Als Schauspieler habe er außerdem Hunderte Rollen gespielt. Aber trotz der Werbung für eine Versicherung habe er selbst nicht vorgesorgt.

Bis zuletzt arbeitete er als Sprecher, gab Lesungen. Ohne Unterkieferzähne falle ihm jetzt jedoch das Sprechen schwerer. Geiermann hat auch keine Kinder. Zu seinem Privatleben will er sich aber weiter nicht äußern.

Er schrieb auch ein Buch über seine Zeit als Werbestar. "18 Jahre Herr Kaiser", nannte er es. Aber er hat es nur für sich selbst geschrieben. Wenn es jemand interessiere, könne dieser es lesen, sagt Geiermann. Verlagen habe er es nicht angeboten. Er wollte nicht damit hausieren gehen.

Hamburg-Mannheimer ist längst Geschichte, Versicherer ging in der Ergo auf

In den Spots, die man vor allem mit der aufkommenden Fernsehwerbung in ARD und ZDF verbindet, lief er als seriöser Versicherungsvertreter im Anzug und mit Aktentasche durchs Bild und Passanten riefen ihm zu "Hallo Herr Kaiser!".

Die Hamburg-Mannheimer ist auch längst Geschichte. 1997 fusionierte das Unternehmen mit der Victoria zur Ergo Versicherungsgruppe AG. Der Name wurde später aufgehoben. Allerdings sorgt sie seit zwei Jahren immer noch für Schlagzeilen. Die Hamburg-Mannheimer hatte 2007 mehr als 60 Versicherungsvertreter zu einer "Belohnungsreise" nach Budapest in die Gellert-Thermen eingeladen und dabei für 52.000 Euro 20 Prostituierte bestellt. Zwei Ex-Manager sind deswegen Ende vergangenen Jahres angeklagt worden. "Herr Kaiser" hat mit dieser Geschichte aber nichts zu tun. (dapd)

Korrektur: Aufgrund einer falschen Auszeichnung in unserer Bilddatenbank hatten wir in dem Beitrag zuvor den falschen "Herrn Kaiser" gezeigt. Tatsächlich handelte es sich nicht um Günter Geiermann. Das Foto zeigte den Schauspieler Nick Wilder, der später Nachfolger von Herr Geiermann in der Rolle als "Herr Kaiser" war. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, das Versehen zu entschuldigen. - Die Redaktion