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Ex-Manager von Fukushima mit 58 Jahren an Krebs gestorben

10.07.2013 | 11:28 Uhr
Ex-Manager von Fukushima mit 58 Jahren an Krebs gestorben
Masao Yoshida (Mitte) leitete das Atomkraftwerk Fukushima, als es dort im März 2011 nach dem Tsunami zur Katastrophe kam. Ein gutes halbes Jahr später wurde bei Yoshida Speicheldrüsenkrebs diagnostiziert, nun ist er tot.Foto: afp

Tokio.  Er war einer der "Helden von Fukushima", kämpfte in vorderster Reihe gegen den Super-Gau. Jetzt ist Masao Yoshida tot. Der einstige Direktor des Atomkraftwerks starb im Alter von 58 Jahren an Speiseröhrenkrebs. Betreiber Tepco bestreitet, dass der Krebs mit dem Unglück in Zusammenhang stehe.

Masao Yoshida, Direktor des Atomkraftwerks von Fukushima zum Zeitpunkt des verheerenden Tsunamis, ist tot. Yoshida litt an Speiseröhrenkrebs und starb am Dienstag in einem Krankenhaus, wie die Betreiberfirma Tepco mitteilte. Yoshida war 58 Jahre alt.

Der Direktor setzte sich in den ersten Stunden nach dem Erdbeben im März 2011 über eine Anordnung von Tepco hinweg und setzte das Einpumpen von Meerwasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren fort. Seine Gehorsamsverweigerung verhinderte Schlimmeres. Er wurde zum Helden.

"Ich dachte mehrmals, ich würde sterben", sagte er später über die dramatischen Stunden. Er trat im Dezember 2011 wegen seiner Erkrankung zurück. Tepco erklärte, die Erkrankung stehe nicht in Zusammenhang mit dem Unglück. Bei der Strahlenbelastung, der Yoshida vom Unglück bis zu seinem Rücktritt in Fukushima ausgesetzt war, dauere es mindestens fünf Jahre, bis sich Speiseröhrenkrebs entwickle. (dpa)


Kommentare
11.07.2013
00:01
Ex-Manager von Fukushima mit 58 Jahren an Krebs gestorben
von Juelicher | #6

@neuwissen
Es kommt halt immer darauf an, wer die Studien betrieben hat u. was er damit bezwecken wollte. 80 % aller Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Leiter der Untersuchung am Ende sehen möchte. Ob die obigen Untersuchungen ein hohes Evidenzlevel erreichen, bleibt unklar.
Im Jahr 1970 starben in der BRD (noch ohne östliche Bundesländer!) im Straßenverkehr mehr als 21000 Menschen, die Spitze nach dem 2. Weltkrieg. Sicher ist, dass kein Reaktor im Normalbetrieb jemals auch nur näherungsweise derartigen Schaden angerichtet hat. Soviele Menschen starben nicht einmal nach der - leicht vermeidbaren - Tschernobyl-Katastrophe. Wohlgemerkt nicht in einerm Jahr, sondern in den Jahrzehnten danach!
Wenn man die Größenordnung von Risiken veranschaulichen möchte, muss man die Dinge in Relation setzen. Dann erkennt man oft erst, wie übertrieben alarmistisch vieles dargestellt werden.
Das größte Problem sehe ich beim Atommüll, den man eventuell für Jahrtausende unter Kontrolle halten muss.

1 Antwort
"80 % aller Studien kommen zu dem Ergebnis..."
von Catman55 | #6-1

stammt dieses Ergebnis aus einer Studie von ihnen? ;-))

10.07.2013
23:16
Ex-Manager von Fukushima mit 58 Jahren an Krebs gestorben
von neuwissen | #5

Wissensch. Untersuchungen am Atomstandort Sellafield (GB) haben bei dem britischen Dorf Seescale und in dessen Umfeld nachgewiesen, dass die Rate der Menschen, die durch Strahlenbelastungen nachhaltig gestört sind, überproportional gegenüber anderen vergleichbaren Bevölkerungskreisen Schäden davongetragen haben. Zum Beispiel die erhöhte Zahl von Kindesmissbildungen bei Neugeburten und häufig auftretenden Blutkrebserkrankungen. Vielleicht hat dieser japanische Manager der Atomindustrie, so leid es mir um den Menschen tut, zu tief seine Nase in Vorgänge gesteckt, von denen er bei klarem Verstand besser Abstand genommen hätte. Solange aber der Profit an erster Stelle steht, geht der Profiteur über Leichen. Im Extremfall über seine eigene.

10.07.2013
14:01
Mit anderen WOrten
von meigustu | #4

der normale Betrieb der AKW hat den Mann krank gemacht.

Wer kauft eigentlich noch bei so einer Schrottfirma ?

10.07.2013
13:01
Ex-Manager von Fukushima mit 58 Jahren an Krebs gestorben
von WaddeHaddeDuddeDa | #3

Wie makaber!

Es wird wahrscheinlich wirklich kein Zusammenhang bestehen mit dem Fukushima-Unglück. Aber als Ex-Manager eines Atomkraftwerkes wird er sicher einer erhöhten Strahlenbelastung auch im Vorfeld schon ausgesetzt gewesen sein.

10.07.2013
12:38
Ex-Manager von Fukushima mit 58 Jahren an Krebs gestorben
von Juelicher | #2

Mit 58 oder sogar früher erkranken viele Menschen an einer Krebserkrankung. Es ist wahrscheinlich so, wie behauptet, dass die Latenzzeit länger ist, als dass der Reaktorunfall mit der Erkrankung zusammenhängt.
Es ist aber anzunehmen, dass im die Zahl der zusätzlichen Krebsfälle in der Region in den nächsten Jahrzehnten um 10 bis 20 Tausend anwachsen könnte, wenn es ganz dicke kommt. Es könnten aber auch bedeutet weniger werden, weil schnell evakuiert wurde. Diese Zahl muss man allerdings zu den insgesamt 800.000 Krebsfällen in Japan innerhalb nur eines Duchschnittsjahres in Beziehung setzen, um zu sehen, dass es sich hier eher um eine statistische Größe handelt, als um ein größeres Risiko. Es sei auch bemerkt, dass allein in der BRD seit dem 2. Weltkrieg insgesamt rund eine halbe Million Menschen im Straßenverkehr umgekommen sind. Anfang der 70er waren es pro Jahr mehr als 20.000! Weit mehr Unfalltode in nur einem Jahr als Todesfälle nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

1 Antwort
Ex-Manager von Fukushima mit 58 Jahren an Krebs gestorben
von Plattini | #2-1

Dass der Unfall zur Krebserkrankung geführt hat, halte ich (aufgrund der kurzen Zeitspanne) auch für unwahrscheinlich.
Dass aber die Tätigkeit im Reaktor die Erkrankung (mit) ausgelöst hat, scheint mir nicht ausgeschlossen.

Aber wahrscheinlich ist Atomenergie vollkommen ungefährlich und rauchen fördert die Gesundheit...

10.07.2013
12:31
Ex-Manager von Fukushima mit 58 Jahren an Krebs gestorben
von Duisburger67 | #1

"Tepco erklärte, die Erkrankung stehe nicht in Zusammenhang mit dem Unglück."

Bitte, bitte, Ihr fetten Bonzen von was auch immer: VERARSCHEN können wir uns alle selber. Tonnenweise werden bei Unglücken gefährliche Stoffe an die Umwelt abgegeben. Aber eine Gefahr besteht nie - seltsam.

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