Erich von Däniken wartet auch mit 80 noch auf Außerirdische

Was wir bereits wissen
Seit Jahrzehnten erzielt Erich von Däniken mit Büchern über Außerirdische Millionenauflagen. Sein Glaube an Aliens brachte ihn einst vor Gericht.

Zürich.. Sie waren in Ägypten, Peru und Mexiko! Eigentlich waren sie seiner Meinung nach überall, die Außerirdischen. Jedenfalls hat er ihre Spuren gefunden. Und die Aliens werden wiederkommen. Vielleicht morgen, vielleicht in 1000 Jahren. Das weiß er nicht so genau. „Das weiß niemand.“ Leider. Aber er glaubt daran. Auch heute noch, am Tag, an dem er 80 wird.

Es ist ein Glaube, der von Däniken einst vor Gericht gebracht hat. Aber auch in die Bestsellerlisten. Mit rund 67 Millionen verkauften Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren der Literaturgeschichte. Was nicht schlecht ist, für jemanden, den die Kritiker bei seinem Debüt mitleidig lächelnd wahlweise „amüsant“ oder einen „paranoiden Phantasten”, nennen. Vielen allerdings gilt er bis heute als Spinner. Doch das ist ihm egal, wie er seit Jahren beteuert. „Die einen kennen mich, die anderen können mich.”

Ausstellung Moses Bundeslade nur eine Wechselsprechanlage

Die, die ihn kennen, haben ihn meist in den späten 1960ern kennengelernt. Da hat der gebürtige Schweizer endlich einen Verlag gefunden, der seine „Erinnerungen an die Zukunft” veröffentlicht, in denen er – vereinfacht gesagt – behauptet, die Spezies Mensch sei von Außerirdischen geschaffen worden.

Beim Blick in die Bibel ist er darauf gekommen. Wo immer er sie aufschlägt, wird sie für den gelernten Hotelier zu einem Bericht über Astronauten-Götter. Moses Bundeslade? Nichts anderes als eine Wechselsprechanlage zum nächsten Raumschiff. Und die Vernichtung von Sodom und Gomorrha? Natürlich eine „göttliche” Atombombe.

Trotz fundierter Kritik nicht zu stoppen

Seriöse Wissenschaftler sind entsetzt, nennen das Buch „das Produkt eines emotionalen Nichtschriftstellers”. Die Leser aber sind begeistert. Däniken ist zwar nicht der Erste, der mit solch kruden Theorien an die Öffentlichkeit geht aber der Zeitpunkt ist günstig. Schließlich ist die Menschheit damals gerade auf dem Weg zum Mond. Das Buch verkauft sich schneller, als der Verlag es nachdrucken kann, wird verfilmt und sogar für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert.

Anfangs hat von Däniken davon nichts. Unterschlagungen und Betrügereien, die er begangen hat, um seine teuren Forschungsreisen zu finanzieren, bringen ihn eine Zeit lang hinter Gitter. Wieder in Freiheit, kann ihn aber nichts mehr stoppen. Keine wissenschaftlich fundierte Kritik, keine ihn als Märchenerzähler entlarvende Fernseh-Dokumentation und erst recht kein Plagiatsvorwurf. Bald schon grassiert die „Dänikitis”.

Interview „Ich sag das jetzt mal spekulativ“

Auch weil ihr Urheber ein Genie darin ist, sich gut zu verkaufen. In seinen Büchern, noch mehr in seinen Vorträgen, für die er bis heute um die Welt reist und die immer noch erstaunlich gut besucht sind. Er behauptet nichts, er weckt Zweifel. Kann das, was auf der uralten Steintafel aussieht wie eine Blase nicht auch eine Glühbirne sein? Mitgebracht von den Gästen aus dem All, die natürlich schon Strom kannten. „Ich sag das jetzt mal spekulativ“, ist einer von seinen Lieblingssätzen. Von Däniken stellt Fragen ohne Antworten darauf zu geben. „Was stimmt hier nicht? Ich weiß es nicht.“ Er will es auch gar nicht wissen, Er will, dass seine Zuhörer sich mit diesen Fragen beschäftigen. „Redet mal drüber! Denkt drüber nach!“

Und man ist erstaunt, wie viele ihm diesen Wunsch erfüllen. Wie viele im Saal nicken und tuscheln. „Kann ja sein.“

Untätigkeit macht ihn verrückt

Auch mit 80 will der Mann mit der Vorliebe für leuchtend blaue Sakkos weiter machen. In den USA plant er angeblich ein großes Multimedia-Spektakel, selbst weitere Forschungsreisen sind nicht ausgeschlossen. Einfach nur noch auf der Terrasse seines Hauses sitzen, das findet Erich von Däniken jedenfalls „fürchterlich”. Obwohl die Aussicht dort am Beatenberg fantastisch sein soll.

Nein, Erich von Däniken kann nicht lassen von den Außerirdischen. Nur der gemeinsame Sonntagsbraten mit seiner Frau, mit der er seit 56 Jahren verheiratet ist, der kann ihn zu Hause halten. Anschließend, so erzählt er gerne, halte er dann Händchen mit seiner Elisabeth und bitte sie: „Gib mir noch ein wenig Zeit. Aus mir wird schon noch was.“