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Erdbeben auf Haiti

01.02.2010 | 15:48 Uhr
Ein Waisenkind in Port-au-Prince.
Ein Waisenkind in Port-au-Prince.

Die Aufräumarbeiten auf Haiti gehen weiter.

Haitianische Behörden haben vor einem wachsenden Problem des Kinderhandels nach dem schweren Erdbeben gewarnt. Zahlreiche Kinder hätten Medienberichten zufolge das Land verlassen, ohne dass das Institut für Wohlfahrt eine Genehmigung erteilt habe, sagte Institutsdirektorin Jeanne-Bernard Pierre am Sonntag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP in Port-au-Prince. Seit dem Beben am 12. Januar sei «alles chaotisch und einige Leute nutzen das aus, indem sie einen regelrechten Kindeshandel betreiben», fügte Pierre hinzu.

Pierre zufolge sind derzeit aber auch die Adoptionspapiere für hunderte Kinder in Bearbeitung und dürften bald ausgestellt werden. Sie würden gemäß den Adoptionsgesetzen Visa erhalten, um ins Ausland reisen zu dürfen. Das dem haitianischen Ministerium für Soziales und Arbeit zugeordnete Wohlfahrtsinstitut ist für Adoptionen zuständig. Am Wochenende war in Haiti eine Gruppe von US-Bürgern wegen Verdachts auf Kindesraub festgenommen worden, die mehr als 30 haitianische Kinder außer Landes bringen wollten.

Derweil fliegen nach viertägiger Unterbrechung die USA wieder verletzte Erdbebenopfer aus Haiti aus. In einer Erklärung teilte das Weiße Haus am Sonntagabend mit, man habe Zusicherungen bekommen, dass in den USA und bei den internationalen Partnern zusätzliche medizinische Kapazitäten zur Verfügung stünden. «Wir haben beschlossen, dass wir diese entscheidend wichtigen Flüge wieder aufnehmen können», hieß es weiter.

Die US-Streitkräfte hatten vermutlich wegen eines Disputs über die Begleichung von Arztkosten die Evakuierung verletzter Erdbebenopfer in die USA gestoppt. Seit vergangenem Mittwoch seien keine Haitianer mehr von der US-Luftwaffe ausgeflogen worden, hatte Hauptmann Kevin Aandahl am Samstag mitgeteilt und damit einen Bericht der «New York Times» bestätigt. Am Dienstag vergangener Woche hatte der Gouverneur von Florida, Charlie Crist, die Regierung in Washington aufgefordert, für die medizinische Behandlung der Erdbebenopfer aufzukommen. Crist sagte am Sonntag, Bundesbehörden hätten signalisiert, dass Florida Kostenunterstützung erhalte.

Ärzte hatten die sofortige Wiederaufnahme der Evakuierungsflüge in die USA gefordert. Über die Luftbrücke, die am (heutigen) Montag wieder aufgenommen werden sollte, waren Hunderte Erdbebenopfer in US-Kliniken gebracht worden. Während der Unterbrechung konnten Hilfsorganisationen nur wenige Schwerverletzte mit Hilfe teurer Privatflugzeuge in die USA bringen. (AFP/apn)

DerWesten

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