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Epilepsie gibt es auch bei Hunden

21.01.2009 | 22:28 Uhr
Epilepsie gibt es auch bei Hunden

Essen. Es ist Sprechstunde. Und die beiden Tierärzte Dr. Gmeiner und Dr. Höptner geben Antworten auf Ihre Fragen. In dieser Woche geht es um einen Labrador mit Krampfanfällen, schwanzjagende Katzen und einen Hund, der ungern frisst.

Frage: Mein kleines Schäferhundmädchen ist 2 Monate alt und sie will einfach nicht richtig fressen. Milch trinkt sie ein bisschen und läuft wieder weg, ich stell sie wieder an ihren Teller und dann schlabbert sie weiter und das Ganze geht wieder von vorne los. Das gleiche passiert mit dem Trockenfutter, nur wenn ich ihr gekochtes Fleisch gebe, frisst sie ein bischen besser. Wie mach ich es am besten?

Antwort: Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie lange die Schäferhündin schon bei Ihnen ist. Es kann sich um Probleme bei der Eingewöhnung handeln. Hat eine Futterumstellung stattgefunden? Wenn der Hund gerne gekochtes Fleisch frißt, kann man Fleisch abkochen und die Brühe übers Trockenfutter gießen. So könnte es funktionieren. Entscheidend sind die täglichen Zunahmen, d.h. Gewichtskontrolle, sprich wiegen! Wenn ein Hund nicht fressen möchte, Futter wegnehmen und später für eine begrenzte Zeit anbieten. Sie und nicht der Hund sollen entscheiden, wann es etwas gibt.

Streuner verweigert das Klo

Frage: Wir haben einen Streuner bei uns aufgenommen (oder wurden von ihm adoptiert?). Es handelt sich um einen kastrierten Kater, Alter ca. 6 Jahre alt. Er schläft inzwischen bei uns im Haus und ist bis ca. 7.00 Uhr vollkommen ruhig; dann allerdings macht er sich bemerkbar und möchte ins Freie. Wir haben ihm ein Katzenklo hingestellt, dass er aber nicht benutzt - wahrscheinlich kennt er so etwas nicht. Kann man ein älteres Tier wie ihn überhaupt noch an ein Katzenklo gewöhnen? Falls ja - wie könnten wir am besten vorgehen?

Info
Dr. med. vet. Helmut Gmeiner

Helmut Gmeiner ist Fachtierarzt für kleintiere. Er studierte Tiermedizin an der LMU München. 1991 erhielt er seine Approbation als Tierarzt.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind "Orthopädische Chirurgie" und "Augenheilkunde".

Antwort: Tiere können in jedem Alter noch dazulernen. Ihr Kater hat seine Gewohnheiten und Rituale. Er wird sich wahrscheinlich zur Ausscheidung an Erde als Untergrund gewöhnt haben. Mit Katzenstreu kann er nichts anfangen. Bieten Sie ihm doch zwei offene und zu jeder Zeit zugängliche Katzentoiletten mit zunächst einer Erde-Sandmischung von draußen an. Als Untergrund wird Zeitungspapier zum Aufsaugen gewählt. Falls er das akzeptiert, können sie immer mehr möglichst weiches Katzenstreu darunter mischen und auf diese Art und Weise ihm die Erde wieder abgewöhnen.

Labrador mit Krampfanfällen

Frage: Wir haben einen 6 Jahre alten Labrador (Hündin kastriert) und seit ca 4 Jahren bekommt unsere Shiva ca. alle 4 Wochen (+ - 3 Tage) einen Krampfanfall. Es passiert immer aus einer Ruhephase heraus, wenn es klingelt, oder das Telefon läutet. Diese Krampfphase ohne weitere Symptome, kein Schaum oder Zittern, dauert exakt 4 Minuten (+ - 1Min) dann beginnt sie sich wieder zu bewegen und hat auch einen klaren Blick. Danach ist alles ok, als wäre nie etwas gewesen. Unser Tierarzt vermutet Epilepsie, hat aber keine Erklärung für die immer gleiche Frequenz und Dauer des Anfalls. Kreislauf und Blutuntersuchung brachten keine Erkenntnisse.

Antwort: Krampfanfälle sind die Folge kortikaler Dysfunktionen ("Hirnrindenfehlsteuerung" ) und typische Zeichen einer Vorderhirnläsion. Die ersten Erscheinungen mit etwa 2 Lebensjahren, eine gewisse Periodizität und das Auftreten aus einer Ruhephase heraus - sprechen für eine Epilepsie. Untypisch ist der rein klonische Anfallsverlauf, ohne entsprechende Nachphase. Eine Erklärung für die immer gleiche Frequenz und Dauer ist ohne weitere Informationen nicht möglich. Beim Labrador gibt es nachgewiesene, vererbbare, idiopathische (d.h. ohne erkennbare zugrunde liegende Ursache) Epilepsie, auch eine Labrador Myositis (Muskelentzündung) ist bekannt. Weitere Diagnostik: Verwandtschaftsanalyse, Muskelbiopsie, MRT - Untersuchung, Anamnese zurückliegender Erkrankungen. Eine geeignete Therapie sollte eingeleitet werden, da es ansonsten zur Häufung und Generalisierung kommen kann (sogenanntes "Kindling - Phänomen").

Katze jagt Schwanz

Frage: Meine Katze jagt seit einigen Wochen ihren eigenen Schwanz und ist nur noch darauf fixiert. Sie läuft ihm quasi davon und fühlt sich wohl irgendwie bedroht. Ich kann sie kaum davon ablenken. Was soll das, kann ich irgendwas dagegen tun? Spielzeug o. ä. hat sie, nimmt es zu Zeit aber nicht an.

Info
Dr. Christoph Höptner

Christoph Höptner studierte Tiermedizin an der Università Degli Studio Milano. Seine Approbation als Tierarzt erhielt er im Mai 1995.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind die "Kardiologische Diagnostik" - einschließlich Farbdopplersonographie - und die "abdominale Chirurgie".

Antwort: Das Thema Schwanzjagen ist eine sehr komplexes Thema und kann von spielerischen Schwanzfangen bis zum Schwanzbeißen und Selbstverstümmelung gehen. Befindet sich ihre Katze noch in der Anfangsphase, so können sie Maßnahmen ergreifen und die Umgebung iher Katze anreichern.Angefangen von neuen Kratzmarkiermöglichkeiten (alter Teppich, Sisal , Karton), über Jagdspielzeug (Angel) bis hin zur Katzenminze, können sie ihre Katze auf andere Gedanken bringen. Damit sich ihr Tier rundum wohl fühlt, kann eine Pheromontherapie (Diffuser- Steckdose und Spray) helfen. Wenn das nicht ausreicht, sollte eine Verhaltenstherapie in Form von Desensibilisierung oder Gegenkonditionierung unter fachmännischer Anleitung stattfinden. Schützen Sie Ihr Tier vor allem vor Verletzungen durch Schwanzbeißen. Der Schwanz kann sowohl mit Verbänden oder durch Anlegen von Halskrägen geschützt und die Katze gegebenenfalls auch schmerztherapeutisch behandelt werden.

Kater markiert

Frage: Ich hab ein kleines Problem mit meinem Kater (11 Jahre). Als echter (kastrierter) Katzmann pullert er sehr gerne im Stehen. Das ist kein Problem, glücklicherweise gibt's die ja mit Deckel. Allerdings findet es mein Kater hin und wieder toll, nicht IN das Katzenklo zu gehen. Er stellt sich lieber draußen hin und pullert dann ans Klo dran. Am Katzenstreu kann es nicht liegen, ich habe keine Neues. Ich habe sechs Klos für drei Katzen. Durch das Klumpstreu kann ich den Urin sofort entfernen (Kot auch), drei Mal pro Woche wasche ich den Deckel vom Klo aus, das Streu wechsele ich regelmäßig. Jeder der bei mir reinkommt, meint, ich hätte keine Katzen (vielleicht haben Katzen sonst einen etwas intensiveren Geruch), es sei denn, mein Kater hat sich grad "verpullert". Es ist egal, ob ich daheim bin oder weg (leider erwische ich ihn nie auf frischer Tat daheim). Mit den zwei anderen Miezen (auch kastriert) versteht er sich gut- für die eine ist er quasi Ersatzmama gewesen. Hab es mit den verschiedensten (und blödsinnigsten) Mitteln probiert: Pfeffer hinstreuen, Katzenfernhaltespray, ganz neue Katzenklos. Vielleicht ist es unwichtig, aber ich hab die "betreffenden" zwei Katzenklos in der Nähe meiner Wohnungstür stehen. Auf die anderen vier geht er ganz anstandslos. Haben Sie vielleicht einen Rat für mich?

Antwort: Ihr 11-jähriger katrierter Kater wird sich die beiden Katzenklos als Markierorte ausgesucht haben. Katzen markieren gern ihr Territorium nach außen hin ab. Ich schlage Ihnen vor, die beiden urinmarkierten Katzenklos aus der Wohung zu entfenen. Anstelle von Katzentoiletten wird im Eingangsbereich nun eine andere Form der Abgrenzmarkierung geboten. Bieten Sie Sisalmatten, Kratzbretter an. So kann Ihr Kater sein Territorium schützen und wird diese andere Form des Markierens wählen. Sie bieten generell genügend Katzenklos an. Bevorzugt werden in der Regel die Katzentoiletten ohne Deckel, weil die Katzen gern alles um sich herum beobachten möchten (Fluchtweg) und ebenfalls sehr geruchssensibel sind. Sie machen ungern ihr Geschäft unter einer "Dunstglocke". Urinmarkierte Stellen im Haushalt sollten nicht nur gereinigt werden, sondern auch geruchsneutralisiert werden, damit der Wiedererkennungseffekt wegfällt.

Haben auch Sie eine Frage zu Ihrem Haustier? Dann senden Sie diese einfach an tiere@derwesten.de

Die Antworten werden jeden Dienstag auf www.DerWesten.de/tiere vorgestellt.

Mehr zum Thema:

Online-Sprechstunde: Tierärzte beantworten Ihre Fragen

DerWesten

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Kommentare
20.01.2009
15:36
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von Robinski | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.01.2009
14:48
Blockierter Kommentar.
von Ella_B | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

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