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Entwarnung nach Chemieunfall in Niedersachsen

16.10.2012 | 07:05 Uhr
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In diesem Werk von Kraft Foods in Bad Fallingbostel war am Montag Säure in einen Tank mit Natronlauge geraten. Auch am Dienstag gilt dort noch Katastrophenalarm.Foto: dapd

Bad Fallingbostel.  Die Feuerwehr konnte die Lauge abpumpen, die versehentlich mit Säure vermischt worden war. Die gesperrten Bereiche sind freigegeben, die evakuierten Bewohner können in ihre Häuser zurückkehren. Bis Dienstagnachmittag galt Katastrophenalarm.

Nach einem Chemieunfall in einem Werk des Lebensmittelkonzerns Kraft Foods in Bad Fallingbostel hat die Feuerwehr am Dienstagnachmittag Entwarnung gegeben. Die Einsatzkräfte pumpten die versehentlich in einem Reinigungsbehälter vermengten 24.000 Liter Natronlauge und Salpetersäure ab, wie die Feuerwehr mitteilte.

Seit 15.45 Uhr seien die gesperrten Bereiche wieder freigegeben, und die Bewohner könnten nun nach und nach in ihre Häuser zurückkehren, sagte der Sprecher des Heidekreises, Andreas Pütz. Rund 800 Bürger seien nach dem Vorfall aus einem Umkreis von 500 Metern um das Werk in Sicherheit gebracht worden, 550 hätten die Nacht in Notunterkünften verbracht.

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Bad Fallingbostel, 16.10.12: Die Lage nach dem Chemie-Unfall auf dem Gelände von Kraft Foods hat sich am Dienstag entspannt. Die Sperrung der A7 wurde aufgehoben, Schulen und Kindertagesstätten in der Umgebung blieben aber weiter geschlossen.

Die Feuerwehr hatte am Mittag damit beginnen, die Natronlauge abzupumpen, die versehentlich in einem Reinigungsbehälter mit Salpetersäure vermischt wurde. Etwa 3000 Liter davon wurden pro Stunde mit Wasser verdünnt in die firmeninterne Kanalisation gepumpt und dort neutralisiert, sagte Feuerwehrsprecher Jens Führer. Es sei am Nachmittag nicht mehr zum Austritt von gefährlichen Stoffen gekommen.

In dem Reinigungstank, in dem am Montag versehentlich 14.000 Liter von der Säure und 10.000 Liter Lauge zusammengemischt wurden, war am Morgen ein starker Temperaturanstieg festgestellt worden. Dies deutete auf eine Reaktion der beiden Stoffe hin.

Katastrophenalarm auch am Dienstag

Messungen ergaben schließlich eine Temperatur von etwa 100 Grad Celsius. Die Einsatzkräfte befürchteten, dass der doppelwandige Kunststoffbehälter dadurch schmelzen und das Säure-Lauge-Gemisch austreten könnte. Dadurch wäre es vermutlich zu einer erneuten Giftwolke gekommen. Mit Wasserwerfern habe man sich aber darauf vorbereitet, sagte Führer. Sollte es zu einer Giftwolke kommen, könne diese damit gelenkt und verdünnt werden.

Chemieunfall bei KraftStepMap


Der Katastrophenalarm galt bis zum Dienstagnachmittag. Schulen und Kindertagesstätten blieben geschlossen. Die Vollsperrung der Autobahn 7 zwischen dem Dreieck Walsrode und Soltau-Süd wurde allerdings am Dienstagmittag nach mehreren Stunden wieder aufgehoben.

Einsatzkräfte aus Hamburg im Einsatz

Auch Einsatzkräfte der Hamburger Feuerwehr halfen in Bad Fallingbostel mit einem Spezialgerät (SIGIS) zur Detektion von Schadstoffwolken. Mit einem SIGIS können die Einsatzkräfte eine Gefahrstoffwolke aus einer Entfernung von bis zu fünf Kilometern orten und identifizieren. Dabei werden die im Infrarotspektrum erfassten Schadstoffe erkannt und in ein Videobild der Umgebung eingespielt. Somit erhalten die Einsatzkräfte innerhalb weniger Sekunden ein Bild, das die Schadstoffwolke und deren Ausbreitung zeigt.

Chemieunfall bei Kraft Foods

Am Montagabend hatte sich durch das Gemisch aus Säure und Lauge in dem Reinigungstank im Nebengebäude des Geländes bereits eine Giftwolke gebildet. Nach Angaben der Feuerwehr ist diese beim Einatmen und bei Hautkontakt gesundheitsgefährdend. In einem Radius von 500 Metern um das Werk wurden Bewohner am Montagabend evakuiert. Verletzt wurde niemand.

In dem Werk von Kraft Foods in Bad Fallingbostel mit rund 600 Mitarbeitern werden unter anderem Frischkäse, Mayonnaise und Ketchup hergestellt. Am Montag waren etwa 250 Mitarbeiter in dem Werk. Die Natronlauge und Salpetersäure werden nach Angaben der Unternehmenssprecherin zum Reinigen der Produktionslinien verwendet. (dapd)

Kommentare
16.10.2012
13:38
@ Ex-Leser | #2
von gambler1 | #4

Genau, die Wolke entsteht doch schon grade, besser gesagt seit Stunden! Solange aber der Tank den entstehenden Druck aushält, kann man die Gase einigermassen konntrolliert ablassen.Wenn der Druck aber schneller steigt als man Gas ablassen kann, dann. . . . ... !
Hoffentlich ist die Wasserversorgeung der FLF (Flugfeldlöschfahrzeuge) und der anderen Fahrzeuge mit Wasserwerfer (TLF 24/50 o.ä.) und der stationären Werfer ausreichend sichergestellt ist!

16.10.2012
13:06
Nach Chemieunfall in Niedersachsen droht neue Giftwolke
von jessiesrevenge | #3

hm na endlich weiß ich was ich da jahrelang trinke - bah....weg mit den dingen....will jemand ne tassimo haben???


1 Antwort
....will jemand ne tassimo haben???
von gambler1 | #3-1

Jau, ich hier!

16.10.2012
12:37
Nach Chemieunfall in Niedersachsen droht neue Giftwolke
von Ex-Leser | #2

Ich lache mich weg, Drama pur:
"Eine Giftwolke könnte entstehen, wenn der doppelwandige Kunststoffbehälter schmilzt und dadurch das Säure-Lauge-Gemisch austritt und reagiert."

Wenn Laugen und Säuren zusammenkommen, gibt es nunmal eine exotherme Reaktion im besten Fall neutralisieren sich die beiden zu Wasser und Salz.
Dafür müssten aber schon die Mengenverhältnisse passen, als eher unwahrscheinlich.

Das größere Problem wird wohl der Druck sein, welcher sich aufbaut.
Siedeverzüge und ein "Überkochen" des Inhaltes sind problematisch.

Stellt sich die Frage um welche Säuren und Laugen es sich handelt.
Wie groß ist der Behälter und woraus besteht er.........
Das dieser schmilzt halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Giftwolke ^^ Etnweder eine Säure oder Base-Wolke, die sich relativ schnell verdünnt oder aber mit Sprüstrahl oder Schilden niedergeschlagen werden kann.



16.10.2012
12:15
Nach Chemieunfall in Niedersachsen droht neue Giftwolke
von rudeboy | #1

Chiemieunfall bei einem Lebensmittelhersteller? Bemerkenswert...Was haben solche riesigen Mengen an Chemikalien denn dort zu suchen? Ach ja, zur Reinigung. Ist klar...Vielmehr scheint sich zu bestätigen, dass die heutige weltweit größten Lebensmittelkonzerne an sich nur reine Chemiewerke sind. Nicht umsonst findet sich auf fast jeder Packung von Kraft, Nestle und wie sie alle heißen Konservierungsstoffe, Antioxidationsmittel, Aromastoffe (natürlich ebenfalls künstlich hergestellt!), Emulgatoren, euchthaltemittel, Geliermittel, Verdickungsmittel, ****- und Treibgase, und nicht zu vergessen die Geschmacksverstärker...Und wo kommen die her? Sicherlich nicht aus der Natur, sondern aus dem Labor! In dem Sinne: Mahlzeit und guten Hunger!

5 Antworten
Nach Chemieunfall in Niedersachsen droht neue Giftwolke
von Poirot | #1-1

@ #1: Sie sprechen bzw. schreiben mir aus der Seele, die Schlagzeile "Chemieunfall in Lebensmittelbetrieb" erzeugt auch bei mir ein flaues Gefühl. Leider gehen die Menschen heutzutage äußerst lieblos mit ihrem eigenen Körper um und stopfen wahllos alles in sich hinein, was schnell und bequem "zubereitet" werden kann, von Kochen kann ja nicht mehr die Rede sein. Da werden leider Menschen wie ich, die grundsätzlich immer die Zutatenliste durchlesen und nur Sachen kaufen, bei denen ich die Inhaltsstoffe aussprechen und schreiben kann, müde belächelt und als "Bio-Freak" beschimpft.

Nach Chemieunfall in Niedersachsen droht neue Giftwolke
von Broncezeit | #1-2

Sie reinigen ihre Essgefäße mit ......?
Oder gar nicht? Guten Appetit!

Nach Chemieunfall in Niedersachsen droht neue Giftwolke
von cekay | #1-3

Schon Omas Backpulver ist Chemie, denn es enthält Natrium(hydrogencarbonat - zu dessen Herstellung braucht man übrigens auch Natronlauge.
Chemie ist also ein normaler Bestandteil in der Lebensmittelherstellung (und auch bei Seifen, die ja bei Pseudoökos besonders beliebt sind und ebenfalls Natronlauge enthält). Selbst wenn ein Baby nach Milch und Spinat kotzt ist das Chemie, denn aus dem Calcium in der Milch und der Oxalsäure im Spinat entsteht Calciumoxalat und das sind spitze Kristalle, die zum Kotzen führen.
Unqualifizierte Kommentare sollte man sich also sparen.

Nach Chemieunfall in Niedersachsen droht neue Giftwolke
von Ex-Ruhrgebietler | #1-4

Hui, der erste Beitrag direkt ein Beleg für totale Ahnungslosigkeit.

Ihr Körper, werter Rudeboy, besteht zu einem Großteil aus chemischen Verbindungen. Was hat das Zeug da drin zu suchen?

Gleich kommt bestimmt noch Thilo Bode um die Ecke und diagnostiziert schwere Vergiftungserscheinungen bei 82 Millionen Bundesbürgern. Kann denn keiner mehr heutzutage sein Hirn benutzen?

Entwarnung nach Chemieunfall in Niedersachsen
von sipers | #1-5

Also ich kann mir vorstellen das so etwas medizinisch ein Nachspiel haben muss.! Man sollte einfach die Sicherheitsstufen in [url=http://www.catmistress.de/]Mode[/url] kommen lassen..

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