Elftklässler quälen Mitschüler und filmen ihre Tat
20.09.2012 | 18:12 Uhr 2012-09-20T18:12:09+0200
Schwerin. Drei Schüler der elften Klasse sollen fünf jüngere Mitschüler geschlagen, getreten und gedemütigt haben. Ihre Tat sollen sie gefilmt und ins Internet gestellt haben. Das Video wurde mittlerweile von der Internetplattform Youtube gelöscht.
Drei Schweriner Elftklässler sollen fünf jüngere Mitschüler gequält und ihre selbst gefilmten Taten ins Internet gestellt haben. Die Polizei ermittelt gegen die drei Schüler wegen des Verdachts der Körperverletzung und der Nötigung, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag in Schwerin sagte. Das Video wurde inzwischen aus dem Internet entfernt.
Die 16, 17 und 18 Jahre alten Schüler der gymnasialen Oberstufe einer Gesamtschule zerrten laut Polizei die Sechstklässler am Mittwoch in der Mittagspause nacheinander in einen Klassenraum. Dort traktierten sie ihre Opfer mit Schlägen und Tritten und nötigten sie, sich auszuziehen und Liegestütze zu machen. Zum Teil zerrten sie die Köpfe der kleineren Jungen unter den Wasserhahn eines Waschbeckens und machten ihnen die Haare nass.
Handy-Video auf Youtube geladen
Die Handy-Videos ihrer Taten luden sie auf der Internetplattform Youtube hoch. Nach Angaben der Polizei vertrauten sich die Sechstklässler einer Lehrerin an. Die Schulleitung erstattete sofort Anzeige. Ersten Ermittlungen zufolge habe der Vorfall keinen ausländerfeindlichen Hintergrund, sagte der Polizeisprecher.
Kinderpornografie, Gewaltvideos und Cybermobbing - im Internet wird immer häufger gegen den Jugendschutz verstoßen. Die zuständige Behörde registrierte allein 2011 mehr als 10.000 Verstöße. Doch den schwarzen Schafen im Netz ist schwer beizukommen.
Die drei Schüler wurden für zwei Tage vom Unterricht suspendiert und dürfen nicht in der nächsten Woche nicht an einer Klassenreise teilnehmen, sagte ein Sprecher des Schweriner Bildungsministeriums. Es werde zudem Gespräche mit den Eltern und der Schulleitung über die weitere Schullaufbahn der Jugendlichen geben.
Innenminister zeigt sich empört
Der Angriff sorgte auch in der Politik für Empörung. "Dieser Vorfall zeigt uns, Gewalt in und im Umfeld von Schulen ist ein Thema, das nicht nur irgendwo in der Ferne stattfindet, sondern manchmal ganz nah bei uns", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) in Schwerin. (afp/dapd)

08:59
Und wie soll es diese Art der Jugendgewalt (Gewalt- Demütigung- zusätzlich erniedrigende Zurschaustellung im Internet) früher gegeben haben, wenn es von Ihnen selbsterkannt noch keine Handies und kein Internet gab?
Tatsache ist, dass es die ersten Berichte dieser Art vor einigen Jahren von den Berufs(vorbereitungs)schulen gab, und nun eben auch aus der gymnasialen Oberstufe.
14:16
Mein Hinweis darauf, dass es ähnlcihe Vorfälle schon zu meiner Schulzeit auf dem Gymnasium gab, bezog sich nur auf die Fehleinschätzung von Partik | #1, diese Dinge wären "aus den Berufs-/ Hauptschulen in die gymnasiale Oberstufe " herübergekommen.
Der Hinweis war in keiner Wiese als Rechtfertigung der Tat gedacht.
12:09
Also meiner Meinung nach sollte man die Täter einfach mal "zur Probe" die Weihnachtsferien im Knast verbringen lassen. Vielleicht hilft das noch. Allerdings haben hat hier definitiv die Erziehung der Eltern versagt, damit müssten die Eltern auch zu einer empfindlichen Geldstrafe herangezogen werden.
Ach ja und natürlich ist es den Opfer nicht mehr zumutbar, das ihre Peiniger noch weiterhin auf die gleiche Schule gehen.
Seh ich auch so.
11:03
Dass die Tat keinen ausländerfeindlichen Hintergrund hat macht es keinen Deut besser. Dort haben fast erwachsene Menschen Kinder gedemütigt und verletzt und sollten auch entsprechend angeklagt und verfolgt werden.
Dass es so etwas auch schon früher gab rechtfertigt die Tat ebenfalls nicht, bei uns auf dem Gymnasium damals wären die drei jedenfalls im hohen Bogen von der Schule geflogen, was ich auch mehr als gerechtfertigt empfinde (strafrechtliche Verfolgung hat man vielleicht auch damals unterlassen, da wäre ich mir heute nicht mehr sicher); dass die Täter als Strafe nicht mehr mit auf Klassenfahrt dürfen (ich hoffe das doppelte "nicht" ist dem Autoren geschuldet) ist jedenfalls ein schlechter Witz in meinen Augen.
Solche Schüler haben ihre "Reifeprüfung" jedenfalls in meinen Augen frühzeitig verfehlt.
Schönen Gruß,
snafu.
10:51
Kein ausländerfeindlicher Hintergrund - Gott sei dank, ich war schon besorgt.
09:38
Vielleicht sollte in Zukunft nicht nur ein eventueller ausländerfeindlicher Hintergrund geprüft werden, sondern auch ein deutschfeindlicher. Auch das wird zunehmend wichtiger. Im Rahmen der Gleichbehandlung und objektiven Überprüfung einer Straftat sollte dieser Aspekt nicht immer im vorauseilenden Gehorsam unterschlagen werden.
00:25
Das ist Unsinn.
Solche Vorfälle hat es gerade an Gymnasien schon immer gegeben.
Körperliche Misshandlungen waren an dem Gymnasium, das ich einst besuchen durfte, völlig normal, die Lehrer reagierten mit Wegschauen und Verharmlosen.
Der Unterscheid war, dass wir noch keine Handys hatten.
21:42
zwei Feststellungen:
- diese Jugendgewalt hat es aus den Berufs-/ Hauptschulen in die gynasiale Oberstufe geschafft
- es wird anscheinend Usus, einen ausländerfeindlichen Hintergrund zu prüfen
Beides lässt tief blicken ...
Ich würde eher sagen, zwei unbewiesene Behauptungen. Feststellungen müssen schon irgendeinen realen Hintergrund haben...