Elchrudel zieht es in die Stadt

Stockholm..  So viele waren es schon lange nicht mehr. Nach extrem starken Schneefällen in Nordschweden, haben sich ganze Elchrudel aus den norrländischen Wäldern mit Heißhunger auf den Weg in die nahe liegenden Städte gemacht. So konnten Bewohner im rund 41 000 Einwohner zählenden Piteå alleine am Wochenende drei kleine Gruppen Elche an unterschiedlichen Orten in der Stadt bestaunen. „Dass passiert jedes Jahr im Winter. Aber in diesem Jahr sind es viel mehr und größere Gruppierungen, und wir haben einen Sturm von Bürgeranrufen zu bewältigen“, sagt Lars Lundman, Tiersachverständiger der Polizei der Region Norrbotten, dieser Zeitung.

„Wir können leider nicht viel dagegen tun. Wenn wir versuchen, sie zu verjagen, besteht das Risiko, dass sie aus Angst auf die Straßen in den Verkehr rennen“, sagt Lundman. Er habe großes Verständnis dafür, dass vor allem Familien mit kleinen Kindern und Hundebesitzer sich Sorgen machen, angesichts der majestätisch-großen Vierbeiner. Die seien aber zumindest grundsätzlich friedliebend. Die Polizei hat der Bevölkerung deshalb auch gleich Tipps zum Umgang mit den Besuchern aus dem Wald gegeben. „Wenn man sie versucht wegzujagen, etwa indem man Gegenstände auf sie wirft, können sie aggressiv werden“, warnt Lundman.

Elche lieben vor allem Apfelbäume. Wer seinen Vorgarten und Bäume von ungebetenem Elchbesuch schützen will, sollte laut Polizeimitteilung Plastikmüllsäcke, CD-Scheiben oder Topfdeckel anhängen. Diese fungieren als Elchscheuchen. Die Tiere haben für gewöhnlich Angst vor den Geräuschen und dem Glitzern solcher Gegenstände im Wind, erklärt Lundman.

Der Spuk werde bald wieder vorbei sein. Wahrscheinlich würden die Tiere bis Ende Februar wieder in ihre Wälder verschwunden sein. Je nach Wetterlage, beruhigt Lundman stets besorgte Bewohner.

Auch wenn eigentlich kein Schwede wirklich Angst vor Elchen hat, erregen sie doch immer wieder Aufsehen. Elche sind die größte Hirschart weltweit. Alleine durch ihren Umfang können sie ungewollt Schaden anrichten. Große Männchen können bis zu 700 Kilogramm wiegen.

Die Vierbeiner verirren sich immer wieder mal an falsche Orte. Im Herbst sind sie zudem manchmal betrunken, wenn sie zu viele verfaulte Äpfel gegessen haben. In angeheitertem Zustand hatten vor Jahren mehrere Elche ein am Waldrand gelegenes Altersheim attackiert. Selbst einer ausgerückten Polizeistreife gelang es nicht, die Tiere zurück in den Wald zu treiben. Die Streifenpolizisten mussten Verstärkung durch Jäger anfordern, bevor die „Könige des Waldes“ sich langsam davon trollten.