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Eis und Schnee haben Deutschland wieder im Griff

19.02.2013 | 19:30 Uhr
Foto: /dapd/Norbert Millauer

Die Rückkehr des Winterwetters hat den Autofahrern in Deutschland am Dienstag zu schaffen gemacht. In vielen Regionen kam es auf den glatten Straßen zu schweren Unfällen. In Sachsen verunglückte eine Autofahrerin tödlich, wie die Polizei mitteilte. In den meisten Fällen blieb es jedoch bei Blechschäden. Am Frankfurter Flughafen mussten Flüge gestrichen werden.

Berlin (dapd). Die Rückkehr des Winterwetters hat den Autofahrern in Deutschland am Dienstag zu schaffen gemacht. In vielen Regionen kam es auf den glatten Straßen zu schweren Unfällen. In Sachsen verunglückte eine Autofahrerin tödlich, wie die Polizei mitteilte. In den meisten Fällen blieb es jedoch bei Blechschäden. Am Frankfurter Flughafen mussten Flüge gestrichen werden.

Frühlingshafteres Wetter ist den Meteorologen zufolge vorerst nicht in Sicht. Sonnenschein satt prognostiziert das Wetterportal wetter.net erst für April und Mai. Demgegenüber sei der zurückliegende Januar der dunkelste Wintermonat seit Jahrzehnten gewesen.

Besonders oft krachte es auf den Straßen im Osten des Landes. Im sächsischen Landkreis Bautzen kam am Dienstag eine 39-Jährige ums Leben, als ihr Wagen auf schneeglatter Straße ins Schlingern geriet und auf der Gegenfahrbahn mit einem Lastwagen zusammenstieß. Das Auto wurde unter dem Lastwagen eingeklemmt, die Frau starb noch an der Unfallstelle. Der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock.

Unfälle auf den Straßen - Flugausfälle in Frankfurt

Zu Dutzenden Verkehrsunfällen führte der neuerliche Schneefall in Sachsen-Anhalt. Bei den Unfällen wurden mindestens vier Menschen verletzt, meist blieb es jedoch bei Blechschäden, wie die Polizei mitteilte. Allein im Süden von Sachsen-Anhalt krachte es den Angaben zufolge in den ersten zehn Stunden des Tages fast 50 Mal. Betroffen waren vor allem der Burgenlandkreis und der Saalekreis.

Gekracht hat es aber auch im Westen des Landes in Nordrhein-Westfalen. Im Kreis Paderborn zählte die Polizei am Dienstagmorgen nach eigenen Angaben fast 20 Glatteisunfälle. Zehn Menschen wurden dabei verletzt, vier von ihnen schwer, wie ein Polizeisprecher sagte. Im Kreis Lippe kam es zu 17 Verkehrsunfällen. Bei drei Unfällen wurden Menschen verletzt. Mehrere quer gestellte Autos blockierten Straßen, einige höher gelegene Routen sperrte die Polizei wegen der Glätte. Es bildeten sich Staus.

In Hessen kam es infolge des Wetters ebenfalls zu zahlreichen Unfällen. Allein in Mittelhessen wurden bis in die Mittagsstunden bei rund 40 Unfällen zwei Menschen schwer und neun leicht verletzt. Allein im Kreis Gießen sorgten dichtes Schneetreiben und glatte Straßen für 20 Unfälle. Dabei wurden zwei Menschen verletzt und 33 Fahrzeuge demoliert. Im Stadt- und Landkreis Kassel sowie auf den nordhessischen Autobahnen krachte es ebenfalls 40 Mal. Drei Menschen wurden leicht verletzt. Quer gestellte und liegen gebliebene Lkw und Busse sorgten für Verkehrsbehinderungen.

Auch der Luftverkehr an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main war beeinträchtigt. Insgesamt 50 Flüge mussten bis zum Abend gestrichen werden. Außerdem kam es vielfach zu Verzögerungen, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Flugreisende würden gebeten, sich auf den Internetportalen der Fluggesellschaften zu informieren oder sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen.

Weiterhin winterliche Aussichten

Das Winterwetter hält auch in den kommenden Tagen an. Am Mittwoch schneit es vor allem im Nordosten, Osten und in Richtung Alpen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Stärkere Schneeschauer sind an der Ostsee möglich. Im Westen hingegen schneit es höchstens vereinzelt. Mit Werten zwischen minus zwei Grad an den Alpen und plus drei Grad im Westen bleibt es kalt. Auch für Donnerstag und Freitag waren weitere Schneefälle angekündigt.

Der Winter präsentiert sich diesmal nicht nur hartnäckig, sondern auch rekordverdächtig dunkel. Der diesjährige Januar sei der dunkelste Januarmonat seit 1951 und der zweitdunkelste Monat überhaupt seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen gewesen, sagte Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. Gesehen auf den gesamten meteorologischen Winter vom 1. Dezember 2012 bis 28. Februar 2013 sei das "Sonnensoll" erst zu 55 Prozent erfüllt, obwohl bereits 90 Prozent des Winters vorbei seien.

Einen Ausgleich bringen der Prognose zufolge die Monate April und Mai. Verschiedenen Wettermodellen zufolge sei dann mit überdurchschnittlich viel Sonnenschein zu rechnen, hieß es weiter. Bis dahin gelte es jedoch, einen unterkühlten März zu überstehen. "Ein deutlicher und vor allem dauerhafter Temperaturanstieg ist dieses Jahr nicht vor Mitte, vielleicht sogar Ende März zu erwarten", sagte der Meteorologe.

dapd

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