Einmal Urlaub und zurück, bitte!
20.06.2007 | 08:58 Uhr 2007-06-20T08:58:42+0200Hagen. Donnerstag, 21 Juni. Nordrhein-Westfalen genießt den ersten Ferientag. Der kalendarische Sommer beginnt und die nördliche Hemisphäre erlebt den längsten Tag des Jahres - mitunter auch auf Flughäfen und Autobahnen.
Allein der Flughafen Düsseldorf erwartet 67 000 Fluggäste und wird etwa 700 Start- und Landeerlaubnisse erteilen. Rekordverdächtig. Bis Sonntag rechnet das Unternehmen mit 250 000 Fluggästen. Rund 2,7 Millionen Reisende werden den Flughafen während der Ferien frequentieren - vier Prozent mehr als im Vorjahr. Schon 2006 verbuchte Düsseldorf ein Plus von neun Prozent. Auch die Flughäfen Köln-Bonn und Münster/Osnabrück rechnen mit einem erhöhten Passagieraufkommen. Um die wachsende Besucherzahl bewältigen zu können, wird das Personal an den Flughäfen eigens aufgestockt.
Wem Fernreisen ohnehin zuwider sind, den locken einheimische Reisenanbieter. Zum Auftakt der Ferien sind in den Urlaubsregionen Nordrhein-Westfalens zahlreiche freie Betten verfügbar. Man hoffe jetzt vor allem auf kurzentschlossene Gäste, berichten heimische Touristikzentralen. Gefragt sei neben "Familienurlaub auf dem Bauernhof" vor allem Aktivität: Wandern und Radfahren in den Mittelgebirgen lägen "voll im Trend", so Michael Beckmann, Tourismus-Direktor der Stadt Winterberg. "Trotz Kyrill." Gleichwohl seien die üblichen Frühbuchungen deutlich geringer ausgefallen als in den Vorjahren - ein Verlust von rund zehn Prozent. "Nach den Berichten über den Orkan haben die Leute gedacht, bei uns ist nichts mehr möglich." Doch die Waldwege seien längst wieder nutzbar - und an vielen Stellen habe der Orkan eine wunderbare Sicht über das Sauerland freigemacht. Ein weiterer Vorteil: Die "überschaubare" Anreise.
Denn auf den Straßen Nordrhein-Westfalens wird das alljährliche Verkehrschaos in diesem Jahr ausbleiben. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) erwartet zwar "lebhaften Verkehr" auf den Autobahnen, jedoch keine chaotischen Zustände, berichtet ADAC-Sprecher Peter Meintz. "Da NRW das erste Bundesland ist, in dem die Ferien beginnen, ist nicht mit großen Staus zu rechnen." Dennoch: Nach Einschätzung des ADAC werden vor allem die Nord-Süd-Trassen am Freitagnachmittag und Samstagmorgen überdurchschnittlich belastet sein. Im automobilen Notfall - vor allem bei Auslandsreisen - sei der Zentralruf der Autoversicherer verlässlich: Tel: 0180 / 25 0 26.
Auch die Deutsche Bahn rechnet nicht mit einem Passagieransturm. "Die vorhandenen Kapazitäten reichen aus", sagt Bahn-Sprecher Gerd Felser. Da viele Pendler die Züge in der Ferienzeit nicht nutzen würden, bestünden genügend freie Plätze für Urlaubsreisende. Reisenden mit viel Gepäck rate er jedoch, im Vorfeld Sitzplätze zu reservieren, um unnötigen Stress vor Ort zu vermeiden.
Unerwartete Krankheitsfälle indes lassen sich in der Regel kaum vermeiden. Vorhersehbaren Infektionen jedoch könne man entgehen, warnen Mediziner. Kinder- und Jugendärzte rufen zu Impfungen gegen Masern und Reisegelbsucht (Hepatitis A) auf. Denn nicht nur in Nordrhein-Westfalen, auch bundesweit nähme die Zahl der Erkrankungen auf Grund der Impfmüdigkeit stetig zu, berichtet Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Vor allem Familien, die in beliebte Urlaubsländer - Türkei, Spanien oder Schweiz - reisten, sollten "dringend" ihren Impfschutz überprüfen.
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