Eine schrecklich nette Familie

Gestern habe ich nach langem Herumzappen mit der Fernbedienung feststellen müssen: kein Schweiger im Fernsehen. Viele Figuren auf RTL oder ProSieben mit Honig im Kopf, aber keiner mit dem Namen Schweiger. Weder Til noch Emma, noch Luna noch Lilli (für Sohn Florian Valentin fahndet Nick Tschiller vermutlich im nächsten „Tatort“ nach einem geeigneten TV-Format). Nur: Wie soll man als Freund von Fernsehritualen und klugen Ratschlägen ohne Schweigers durch den Abend kommen?

Til (51) hat es längst geschafft, als Volkes Stimme gegen rechtsstaatliche Schlappheiten im Umgang mit Straftätern den Stammtischvorsitz in sämtlichen TV-Quasselrunden des Abendprogramms zu übernehmen und uns Staunende zuletzt gelehrt, dass Opas gern mal in den Kühlschrank pinkeln, weil Demenz viel heiterer ist als wir befürchtet haben. Vor allem aber hat Til Schweiger ein erfolgreiches Arbeitsbeschaffungsprogramm für seine Kinder gestartet. Dass die kleine Emma (12) ihre Samstagabende an der Seite des bösen Onkels Johannes B. Kerner (50) im ZDF verbringen muss, ist trotz Mindestlohns allerdings eher eine väterliche Strafaktion.

Donnerstagabend immerhin gab es die doppelte Schweigerration mit Til und Luna (18) im „Promi-Quizduell“ beim ebenfalls allgegenwärtigen Jörg Pilawa (49). Es reicht natürlich der Platz hier nicht aus, um aufzuschreiben, was die beiden im Fragenspielchen alles nicht wussten. Spielt aber auch keine Rolle: Reden ist Silber, Schweiger Gold.