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Kfz-Versicherung

Ein Wechsel der Kfz-Versicherung kann viel Geld sparen

16.10.2012 | 18:33 Uhr
Ein Wechsel der Kfz-Versicherung kann viel Geld sparen
Unfall? Wenn das Auto nicht mehr will, ist das ein Fall für die Verischerung.Foto: Getty

Essen.  Ein Vergleich der Stiftung Warentest hat gezeigt: Ein Wechsel der Kfz-Versicherung kann mehrere hundert Euro sparen. Wer drüber nachdenkt, sollte sich beeilen - und die jeweiligen Leistungen der Versicherungen überprüfen. Stichtag für einen Versicherungswechsel ist der 30. November.

Autoversicherungen haben einen klaren Vorteil: Kunden müssen sich maximal ein Jahr an sie binden. Vorausgesetzt, man verpasst die Kündigungsfrist nicht. Stichtag ist der 30. November. Dass sich ein Versicherungswechsel in vielen Fällen lohnt, beweist ein Test der Stiftung Warentest. Für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ nahmen die Experten 157 Tarife von 74 Anbietern unter die Lupe. Ergebnis: In vielen Fällen lassen sich Hunderte Euro bei einem Wechsel der Versicherung sparen.

Wer ist der günstigste Versicherer für mein Auto?

Das hängt von vielen Faktoren ab, vor allem aber vom Alter des Versicherungsnehmers, seiner Fahrpraxis und natürlich von der Jahreskilometerleistung. Je mehr unfallfreie Jahre ein Autofahrer vorweisen kann, desto günstiger ist seine Versicherung. Und doch gibt es auch hier große Unterschiede. So rechnet die Stiftung Warentest vor, dass ein 50-jähriger Audi-Fahrer, der sehr umfangreichen Schutz für sich und sein Auto wünscht, bis zu 737 Euro pro Jahr sparen kann. Der günstigste Anbieter – in diesem Fall die Huk-Coburg – will nämlich von dem Vielfahrer (27.000 km pro Jahr) gerade einmal 764 Euro für Haftpflicht und Vollkasko, der teuerste 1501 Euro.

Worauf müssen vor allem Fahranfänger achten?

Wer als Neuling am Straßenverkehr teilnimmt, ist laut Stiftung Warentest bestens beraten, am begleiteten Fahren teilzunehmen. Das senke die Kosten deutlich. Ein Blick auf die Tarife zeigt: Hier lässt sich richtig Geld sparen. So verlangt die AdmiralDirekt von einer 19-jährigen Studentin, die am begleiteten Fahren teilgenommen hat, gerade einmal 873 Euro pro Jahr in der Schadensfreiheitsklasse 1/2 für Haftpflicht und Teilkasko. Der teuerste Anbieter will 3507 Euro sehen. Differenz: über 2600 Euro im Jahr bei einer Jahreskilometerleistung von 15 000 Kilometern in einem zehn Jahre alten Renault Twingo mit 43 Kilowatt (ca. 59 PS) Leistung.

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Das Jahresende naht, die Versicherungsverträge laufen aus. Da stellt sich nicht selten die Frage: Lohnt sich ein Wechsel? Experten warnen vor dem Verlust bestehender Privilegien. Versicherungswechsel zahlen sich oft nur auf den ersten Blick aus.

Wer kann noch sparen?

Eigentlich alle. In der Rechnung der „Finanztest“ ergab sich für eine junge vierköpfige Familie eine Ersparnis von fast 700 Euro, wenn sie mit ihrem drei Jahre alten Passat vom teuersten zum günstigsten Anbieter wechseln. Für einen 61-jährigen Rentner, dessen Auto nachts in der Garage parkt und der pro Jahr 19 000 Kilometer zurücklegt, ermittelten die Tester eine Ersparnis von über 700 Euro. Ein 81-Jähriger kann sogar mehr als 1000 Euro sparen, wenn er seinen 120 PS starken Mercedes neu versichern möchte.

Worauf sollte ich noch beim Wechsel der Versicherung achten?

Die Stiftung Warentest rät in jedem Fall, die jeweiligen Leistungen der Versicherungen zu überprüfen. Direktversicherer beispielsweise sind vergleichsweise günstig, bieten aber oft nur den Kontakt per Internet, E-Mail oder Telefon, nur wenige halten auch Filialen vor Ort bereit. Versicherer mit Agenturbüros verlangen in der Regel mehr Geld für ihre Dienstleistungen.

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Warum Vollkasko für Cabrios oft günstiger ist

Wer ein Cabrio fährt, für den lohnt sich möglicherweise eher eine Vollkasko- als eine Teilkasko-Versicherung. Darauf weist der Bund der Versicherten aktuell hin. So kommt man auch in den Genuss eines Schadenfreiheitsrabatts.

Außerdem: Billigtarife sind laut „Finanztest“ oft „leistungsschwach“. So garantierten etwa die Basis-Tarife der DA Deutsche Allgemeine, der Asstel und der Direct Line den Versicherungsnehmern „keine hundertprozentige Kostenübernahme, wenn diese grob fahrlässig einen Schaden verursachen“, also etwa einen Unfall bauen, wenn sie eine rote Ampel überfahren. „Leistungsstärkere Tarife übernehmen häufig auch grob fahrlässig verursachte Schäden komplett, sind dafür aber oft etwas teurer“, so die Tester.

Wo lauern weitere Fallstricke?

In jedem Fall sollten Kunden vor einem Versicherungswechsel prüfen, ob die neue Versicherung schon mit den neuen Schadensfreiheitsklassen arbeitet und welchen Grundbeitrag sie ansetzt. Nach dem alten System musste ein Versicherter, der die höchste Klasse erreicht hatte, nur noch 30 Prozent des Grundbeitrags zahlen. Das neue System kennt neue Staffeln, die bis auf 20 Prozent des Grundbeitrags gehen. Trotzdem rät die Stiftung Warentest, einen Blick auf ebendiesen Grundbeitrag zu werfen: „20 Prozent von 2000 Euro sind zum Beispiel mehr als 30 Prozent von 1000 Euro.“

Lohnt ein Anruf bei meiner aktuellen Versicherung?

In jedem Fall. Laut Stiftung Warentest sollte jeder, der mit seiner Versicherung eigentlich zufrieden ist, einen Anruf wagen. Bei einer Umfrage der Stiftung kam heraus, dass 30 Prozent der Befragten bei einem Anruf eine Beitragsersparnis herausholen konnten, 25 Prozent nicht. Der Rest, so Finanztest, habe sein Glück erst gar nicht versucht.

Sven Frohwein



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