Ein Star ohne roten Teppich

Paris..  Zu seinem 75. Geburtstag tut Matthias Habich das, was er eigentlich immer tut: Er hält sich aus der Öffentlichkeit fern. Er ist im Urlaub im Ausland und gibt keine Interviews, wie seine Münchner Agentur mitteilt. Interviews gibt er ohnehin äußerst selten und rote Teppiche sind seine Sache nicht.

Der Schutz seiner Privatsphäre war dem Schauspieler, der als einer der besten deutschen Charakterdarsteller gilt, stets ein hohes Gut. Und so ließ er damals, Anfang der 1970er-Jahre, fast alles stehen und liegen und kehrte Deutschland den Rücken, nachdem äußerst aufdringliche Reporter in seine Münchner Wohnung eingestiegen waren.

Sie wollten diesem geheimnisvollen Mann auf die Spur kommen, der kurz zuvor in der Titelrolle von Fritz Umgelters Sechsteiler „Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck“ quasi aus dem Stand zum Star geworden war. Habichs Konsequenz aus diesem Anschlag auf seine Privatsphäre: Er zog umgehend nach Frankreich.

Doch das Fernsehen holte ihn immer wieder zurück nach Deutschland: Habich wurde Mitte der 1970er-Jahre der personifizierte „Abenteuerliche Simplicissimus“ in der TV-Version von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausens monumentalem Barock-Epos. Viel später war er auch schon mal in ei­nem „Tatort“ zu sehen. 2001 bekam Habich den Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler im TV-Vierteiler „Jahrestage“. Ganz zurück nach Deutschland zog ihn der Erfolg aber nicht. „Heimat ist für mich immer da, wo ich mich wohlfühle.“