Ein Patient löste Keimausbruch mit 13 Todesfällen in Kiel aus

Kiel..  Ein einziger Keimträger hat den Befall von 31 Patienten im Uniklinikum Kiel mit einem gefährlichen Erreger ausgelöst. Das bestätigen wissenschaftliche Analysen.

Forscher entschlüsselten das Erbgut des Keimes Acinetobacter baumanii. Danach steht fest: Ein deutscher Türkei-Urlauber, der vor einem Keimtest-Befund in Kiel operiert und auf die Intensivstation gebracht worden war, schleppte den Erreger ein, der gegen alle vier Antibiotikagruppen resistent ist. Der Mann war nicht isoliert worden. Von 31 Patienten, die sich den Keim im Dezember und Januar einfingen, starben bisher 13. Zehn Todesfälle gingen auf andere Erkrankungen zurück, sagt die Klinik. Nach Informationen dieser Zeitung geht die Staatsanwaltschaft Kiel den Todesursachen nach.

Die Klinik gerät in die Kritik. Der Keimausbruch sei „die fatale Folge von Hygienefehlern“, sagt Klaus-Dieter Zastrow, Chef des Berufsverbandes Deutscher Hygieniker. „Die von der Klinik verbreitete Legende von einem schicksalhaften Verlauf hat sich damit erledigt.“

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