Ein Kriegsschiff auf friedlicher Mission

Rochefort..  Yann Cariou gab sich zuversichtlich. „Ich denke, dass wir unser historisches Vorbild schlagen können“, schmunzelte der Kapitän der französischen „Hermione“ am Samstag. Um 22 Uhr gab er den Befehl, die Segel seiner Fregatte zu hissen, um einen uralten Rekord zu brechen. Vor genau 235 Jahren überquerte der Marquis de Lafayette an Bord eines pfeilschnellen Dreimasters in nur 38 Tagen den Atlantik, um die aufständischen Amerikaner in ihrem Freiheitskampf gegen die Engländer zu unterstützen.

Hermione hieß das Kriegsschiff, das den verwegenen Adeligen und sein Expeditionscorps damals in die Neue Welt trug. Und dass die Fregatte, die auf seinen Spuren von der Mündung der Charente bei Rochefort aus in See stach, ebenfalls diesen Namen trägt, ist alles andere als ein Zufall. Bis hin zu ihren 24 Zwölfpfünder-Geschützen nämlich handelt es sich um eine originalgetreue Nachbildung dieses früheren Stolzes der französischen Kriegsmarine.

17 Jahre benötigten Handwerker aus ganz Europa, um die 44 Meter lange und bis zur Mastspitze 57 Meter hohe Fregatte bis ins kleinste Detail zu rekonstruieren. Nur die heutigen Sicherheitsvorschriften machten einige Zugeständnisse erforderlich. So etwa musste die Fregatte für Notfälle mit einem Motor sowie mit modernster Navigations- und Kommunikationstechnik ausgerüstet werden. Und ganz so spartanisch und eng wie früher geht es an Bord der 25 Millionen Euro teuren Replik auch nicht zu: So wurde für den Einbau von Toiletten etwa auf den klassischen Donnerbalken verzichtet. Vor allem aber befördert die Kopie allein ihre 80-köpfige Besatzung. Auf der alten Hermione drängten sich 130 Matrosen und 170 Soldaten.

Mit der Atlantiküberquerung soll der französisch-amerikanischen Freundschaft gedacht werden.