Echter Superheld in London - Briten feiern "The Shadow"

Auf Londons Straßen hilft ein selbst ernannter Superheld seit kurzem Menschen. Er nennt sich selbst "The Shadow" - in Anlehnung an eine Comicfigur, die eine Doppelexistenz als Superheld führt. Hier verkörpert von Alex Baldwin, in einer Verfilmung von 1994.
Auf Londons Straßen hilft ein selbst ernannter Superheld seit kurzem Menschen. Er nennt sich selbst "The Shadow" - in Anlehnung an eine Comicfigur, die eine Doppelexistenz als Superheld führt. Hier verkörpert von Alex Baldwin, in einer Verfilmung von 1994.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Nach dem Vorbild von Comichelden springt ein Maskierter in London seit kurzem Opfern zur Seite. Er nennt sich „The Shadow“ - nach einer Comic-Figur.

London.. Bisher kannte man das vor allem aus den USA: Menschen, die sich die entsprechenden Kostüme anziehen und dann Superman, Batman oder Spider-Man im realen Leben spielen wollen. Jetzt hat auch London seinen Superhelden. Er nennt sich „The Shadow“ und hat auch schon viel Gutes getan.

Seit drei Jahren schon zieht es den Mann nächtens auf die Straßen der britischen Hauptstadt, um für Ordnung zu sorgen. Doch erst vor kurzem wurde sein gutes Werk einer breiten Öffentlichkeit bekannt, nachdem die Londoner Abendzeitung „Evening Standard“ über einen versuchten Raubüberfall im Stadtteil Bromley berichtete.

"The Shadow" erschien "wie aus dem Nichts"

Da ging es um einen Familienvater, der in den späten Abendstunden im Viertel Martin’s Hill unterwegs war – keine sehr gute Gegend. Plötzlich tauchten drei junge Männer auf und verlangten seine Brieftasche und sein Handy. „Wie aus dem Nichts“, berichtete das Opfer Ken gegenüber dem Evening Standard, „erschien dann ein circa ein Meter achtzig großer, in schwarzen Kampfhosen und einem engen schwarzen Unterhemd gekleideter Mann, der mit einem schwarzen Halstuch maskiert war. Er ist auf uns zugerannt. Er hat meinen größten Angreifer zu Boden getreten. Dann hat er sich einen der anderen gegriffen, ihn gegen den dritten geschwungen und beide in eine Dornenhecke gestoßen. Die haben vor Schmerz aufgeschrien.“

Kino Ken wollte gerne seinem Retter danken, und der Evening Standard startete einen Aufruf, ob jemand den maskierten Helden kennen würde, der schnell auf den Spitznamen „Bromley Batman“ getauft wurde. Daraufhin meldeten sich zahlreiche Leute, die der Halstuchträger ebenfalls gerettet habe. Schließlich setzte sich der fragliche Mann selbst mit der Abendzeitung in Verbindung. Gefragt, wie er belegen könne, wirklich der „Bromley Batman“ zu sein, konnte er Einzelheiten von Zwischenfällen bestätigen, die der Standard nicht veröffentlicht hatte.

"The Shadow" hat Kampfsport trainiert"

Von der Bezeichnung „Bromley Batman“ halte er allerdings überhaupt nichts, sagte der Mann. Wenn man ihm schon einen Namen anhängen wolle, dann bitte schön „The Shadow“ (der Schatten), dessen Comics er als Junge gemocht habe. Der Shadow ist ursprünglich eine Figur aus einer amerikanischen Hörspielserie, die zum Vorläufer für diverse Superhelden und eine direkte Inspiration für Batman wurde. Über sich selbst wollte der Superheld nicht viel verraten.

Hollywood Er sei zwischen 25 und 50 Jahre alt und habe schon seit seiner Jugend Kampfsport trainiert. „Da habe ich mir vor drei Jahren gedacht: Du hast die Fähigkeiten zu helfen. Was willst du mit deinem Leben anfangen?“ Er entschied sich, „diese Welt für die jüngeren Generationen, die sie erben werden, ein kleines Stück besser zu machen“.

Den Angreifer im Schwitzkasten gehalten

Seit seinem Interview mit dem Standard hat der Shadow eine weitere gute Tat verübt. Anfang Juli rettete er eine junge Frau vor einem Angreifer. Sie hatte Überstunden gemacht und ging nachts nach Hause, als sie ein offensichtlich angetrunkener Mann packte, gegen eine Mauer stieß und anfing, sie zu anzufassen. Glücklicherweise war „The Shadow“ zur Stelle, griff sich den Mann von hinten und hielt ihn im Schwitzkasten. „Er rief mir zu“, sagte das Opfer, „so schnell wie möglich wegzurennen. Ich hab’ mich nochmal umgedreht und gesehen, wie er den Angreifer weggestoßen hat und selbst davongerannt ist.“

Nach dem Zwischenfall meldete sich der unbekannte Retter erneut beim Standard. Er hoffe, seine Aktionen würden „andere inspirieren, gute Dinge zu tun und bessere Menschen zu werden“. Für die Übeltäter hatte er auch eine Botschaft: „Sie sollen mich eines Tages so fürchten, dass sie sich zweimal überlegen, was sie tun.“