Das aktuelle Wetter NRW 26°C
Berlin

East Side Gallery wird immer löchriger - Bauinvestor reißt Mauerstücke ab

27.03.2013 | 09:59 Uhr
In Berlin werden einige Mauerstücke der weltberühmten East Side Gallery abgerissen.Foto: dpa

Berlin.  Trotz der zuletzt heftigen Proteste sind am frühen Mittwochmorgen einige Mauerstücke der weltberühmten East Side Gallery entfernt worden. Rund 250 Polizisten überwachten die Arbeiten. Die Abrissgegner planen weitere Demonstrationen. Die East Side Gallery ist das längste noch erhaltene Stück Mauer.

An der weltbekannten East Side Gallery in Berlin hat der Investor eines geplanten Hochhauses mit der umstrittenen Entfernung eines Teilstücks der Mauer begonnen.

Es handele sich um das Teilstück, das nach heftigen Demonstrationen zunächst vom Abriss verschont worden war, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen. Vier Segmente von jeweils 1,20 Meter Breite sollen abgerissen werden, um eine Zufahrt zur Baustelle für das umstrittene Wohnprojekt zu schaffen.

Abriss wird fortgesetzt

Die Polizei, die Demonstrationen befürchtete, war mit etwa 250 Beamten im Einsatz und beobachtete die Arbeiten. Die von Künstlern bemalte East Side Gallery ist das längste noch erhaltene Stück Mauer.

Es wurde seit 1990 von Künstlern mit großformatigen Wandbildern bemalt und zieht jedes Jahr hunderttausende Touristen an. Der Abschnitt steht unter Denkmalschutz. An mehreren Stellen gibt es allerdings bereits Öffnungen, um Zugänge zur Spree zu ermöglichen.

Gegner sollen mobilisiert werden

Der Investor des geplanten Hochhauses hatte in den vergangenen Wochen die Bagger zunächst angehalten. Nachdem Gespräche unter anderem mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ohne konkretes Ergebnis geblieben waren, wird nun abgerissen.

US-Schauspieler David Hasselhoff hat in Berlin für den Erhalt der East Side Gallery demonstriert.Foto: afp

Der Initiator der Initiative "Mediaspree versenken", Robert Muschinski, sagte, dass jetzt die Gegner des Projektes mobilisiert würden. In den vergangenen Wochen hatten bis zu 6000 Demonstranten gegen den Abriss protestiert.

An dem Protest beteiligte sich auch der US-Sänger und Schauspieler David Hasselhoff.

Opfer des DDR-Regimes haben die weitere Zerstörung der East Side Gallery in Berlin als "geschichtsvergessen" kritisiert. Der längste noch erhaltene Mauerabschnitt, der nach dem Mauerfall von Künstlern bemalt wurde, werde offenbar schrittweise "ausradiert", betonte am Mittwoch der Verband DDR-Opfer-Hilfe. (dpa/afp/dapd)

 


Kommentare
27.03.2013
21:02
East Side Gallery wird immer löchriger - Bauinvestor reißt Mauerstücke ab
von mKasperski | #3

ferdi23 | #1, da die betreffenden Mauerstücke dem Bauinvestor gehören kann kein Künstler auf Schadensersatz klagen.

Wenn jemand mein Haus mit einem Kunstwerk besprüht und ich lasse es abreißen, kann mich der Künstler auch nicht verklagen.

27.03.2013
14:22
East Side Gallery wird immer löchriger - Bauinvestor reißt Mauerstücke ab
von Anonym22 | #2

die kleingeistigkeit und ignoranz deutscher verwaltungen auf allen ebenen und gerade auch in diesem punkt ist himmelschreiend. warum muss der abriss eines denkmalgeschützten bauwerks vor gutmeinenden protestlern geschützt werden - warum bitte schützt man nicht das denkmal vor ihren zerstörern? in NRW werden aktuell die kosten für den denkmalschutz dramatisch zusammengestrichen. weil man sich nicht an reformen traut, die geld von denen endlich mal in die kassen bringt, die mit etwas weniger nicht einen deut schlechter leben müssten.

27.03.2013
11:44
East Side Gallery wird immer löchriger - Bauinvestor reißt Mauerstücke ab
von ferdi23 | #1

Hoffentlich wehren sich die betroffenen Künstler gegen die Zerstörung ihrer Kunstwerke.

Aus dem Ressort
Extrem-Schwimmer - Professor zu Rhein-Abenteuer gestartet
Rhein
Voller Tatendrang und der Kälte zum Trotz will ein Chemie-Professor aus Baden-Württemberg den Rhein von der Quelle bis zur Mündung entlangschwimmen. Ziel neben Rotterdam: für seine Hochschule ein Analyse-Gerät kaufen können.
Übergriffe auf deutsche Moscheen nehmen drastisch zu
Islam
Die Übergriffe auf deutsche Moscheen nehmen zu. Jahrelang lag der Schnitt bei 22 Anschlägen pro Jahr — aber in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl drastisch gestiegen. Für den Zentralrat der Muslime ist das ein Zeichen für die Zunahme anti-muslimischer Ressentiments.
Fahnder setzen Belohnung nach Mord an Armani (8) aus
Mord
Nach dem Mord an Armani (8) haben die Staatsanwaltschaft und ein weiterer Geldgeber eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt. Die Leiche des Jungen war vor einer Woche in Freiburg gefunden worden — einen Verdächtigen gibt es bislang nicht.
Feuerwehr kämpft gegen Waldbrände in Kaliforniens Yosemite
Brände
Mit Löschflugzeugen und Hubschraubern geht die Feuerwehr in Kalifornien weiter gegen Waldbrände vor. Am Eingang des kalifornischen Yosemite-Nationalparks kämpften am Montag mehr als 700 Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand.
Kuhherde tötet eine deutsche Wanderin in Österreich
Tier-Angriff
Eine 45 Jahre alte Wanderin aus Rheinland-Pfalz kam am Montag in Österreich durch den Angriff einer Kuhherde ums Leben. Etwa 20 Tiere griffen die Frau an und verletzten sie tödlich. Dabei hatte es die Herde laut Behörden eigentlich auf den angeleinten Hund der Frau abgesehen.
Umfrage
Bei Paketdiensten herrschen vielfach üble Arbeitsbedingungen für Beschäftigte. Das haben Kontrollen von Behörden ergeben. Welche Reaktionen erwarten Sie?

Bei Paketdiensten herrschen vielfach üble Arbeitsbedingungen für Beschäftigte. Das haben Kontrollen von Behörden ergeben. Welche Reaktionen erwarten Sie?

 
Fotos und Videos