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Droht nach Sandy die nächste Umweltkatastrophe in den USA?

01.11.2012 | 12:04 Uhr

New York.  Durch einen Unfall im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm "Sandy" sind in einer Raffinerie im US-Bundesstaat New Jersey mehr als eine Million Liter Diesel ins Meer geflossen. Wie der Fernsehsender CNN am Donnerstag berichtete, wurde durch das Unwetter ein Tank in einer Raffinerie aufgerissen.

Aufräumen an der US-Ostküste: Nach der verheerenden Zerstörung durch Supersturm "Sandy" suchen die Menschen in den betroffenen Gebieten den Weg zurück zur Normalität . Doch viele Schäden zeigten sich erst jetzt in ihrem Ausmaß. Überflutete U-Bahn-Tunnel in New York, massive Schäden an den Stromnetzen und zuletzt laut dem Sender CNN eine mögliche Umweltkatastrophe mit mehr als 1,1 Millionen Liter Diesel, die in New Jersey aus einem Tank ausgelaufen sein sollen. Laut CNN  wurde durch das Unwetter ein Tank in einer Raffinerie aufgerissen. Demnach waren rund hundert Arbeiter unter Aufsicht der Küstenwache im Einsatz, um das ausgelaufene Öl zu beseitigen. Die Zahl der Todesopfer stieg laut Behördenangaben vom Mittwochabend (Ortszeit) auf mindestens 72.

Die öffentlichen Verkehrsmittel in New York sollten nach dem Wüten von Supersturm "Sandy" am Donnerstag und Freitag umsonst zur Verfügung stehen . Damit solle der Straßenverkehr entlastet werden, sagte der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, am Mittwochabend (Ortszeit). Drei von sieben überfluteten U-Bahn-Tunneln seien mittlerweile frei gepumpt worden. Zugleich schwor er die Menschen auf langwierigere Reparaturarbeiten ein. "Wir werden etwas Geduld und Toleranz benötigen", sagte er.

Video
Seaside Heights/New York, 31.10.12: Luftaufnahmen über der Küstenlinie New Jerseys und von der Metropole New York zeigen das ganze Ausmaß der Zerstörung durch Hurrikan "Sandy". Komplette Straßenzüge hat der wütende Supersturm einfach vernichtet.

Die Wall Street nahm mithilfe von Notstromaggregaten den Handel wieder auf. Die drei wichtigsten Flughäfen sollten am Donnerstag wieder in Betrieb gehen, nachdem am größten von ihnen, dem John F. Kennedy Airport, bereits am Mittwoch wieder eingeschränkt Flugzeuge starteten und landeten.

Rund sechs Millionen Menschen ohne Strom

Dennoch wird es wohl noch mehrere Tage dauern, bis der Alltag in der gesamten Region wieder in seinen gewohnten Bahnen verläuft. Rund sechs Millionen Menschen mussten weiterhin ohne Strom auskommen , die meisten von ihnen in New York und in New Jersey, dem am stärksten betroffenen US-Staat.

Vor allem dort durchkämmten Suchmannschaften besonders schwer getroffene Gebiete nach Überlebenden. Jenseits des Hudson River warteten noch Tausende auf Hilfe.

Obama sagt Sturmopfern langfristige und unbürokratische Hilfe zu

Hurrikan "Sandy"
Wahlkampf in Zeiten der "Sandy"-Katastrophe

Präsident Obama kümmert sich in New Jersey erstmals um Opfer der Sturm-Katastrophe. Dem republikanischen Gouverneur, der ihn eingeladen hat, wird das in den eigenen Reihen übel genommen. Ist Chris Christie aber egal.

US-Präsident Barack Obama hat den Opfern des Hurrikans "Sandy" langfristige und unbürokratische Hilfe zugesagt. "Wir werden dafür sorgen, dass Ihr alle Hilfe bekommt, die Ihr braucht, bis Ihr wieder alles aufgebaut habt", versprach Obama am Mittwoch bei einem Besuch in dem besonders betroffenen Bundesstaat New Jersey. Während die US-Ostküste um eine allmähliche Rückkehr zur Normalität kämpfte, stieg die Zahl der Toten laut Medien auf 63.

Zusammen mit New Jerseys republikanischem Gouverneur Chris Christie, der Obama am Dienstag für sein Krisenmanagement sehr gelobt hatte, hatte der Präsident zuvor in einem Hubschrauber die Küste des Bundesstaats überflogen, um die Schäden zu begutachten. "Wir werden langfristig zur Verfügung stehen", sagte Obama anschließend in einer Notunterkunft in Brigantine, wo er mit Opfern des Wirbelsturms sprach. Zudem werde er "keinerlei Bürokratie" dulden. "Wir werden für schnellstmögliche Hilfe sorgen", sagte Obama. Das Wichtigste sei nun, möglichst rasch zum Alltag zurückzukehren.

Das Sturmtief zog inzwischen in Richtung Kanada weiter.

Sandy: Szenen der Verwüstung



Kommentare
02.11.2012
07:45
Droht nach Sandy die nächste Umweltkatastrophe in den USA?
von hagfri | #3

Das Bild mit dem Drahtverhau an Stromleitungen sagt allles aus. Gegen den Sturm, der dort öfters kommt, muss man feste Gebäude bauen.
Wasser, wenn die Holländer sich nicht schützen würden, saufen die auch jedes Jahr einmal ab. Ein komplettes Konzept gegen Hochwasser fehlt einfach. Nochmal Stromnetz.
alleine schon die grundsätzliche Technik im Gegensatz zu großen Teilen der Welt ist mehr als Materialverschwendung. Spannung hoch, doppelte Übertragungsleistung, oder halb so dicke Leitung. Trennung von Hochspannung und Niederspannung auf einem Mast. Verhindert Brände. Kein Sternnetz, sondern Maschennetz. Sicherheit und Bauweise kostet Geld, minimiert Schäden.

01.11.2012
20:53
@darabu | #1
von vaikl2 | #2

Sollte Europa jemals von solch einem Energiemonster mit Ausmaßen so groß wie Indien getroffen werden, sollten Sie sich Ihren Kommentar nochmal durchlesen und dann kräftig drüber lachen. "Lothar" und "Kyrill" waren dagegen "regionale Unpässlichkeiten".

Und die Amis werden übrigens auch über uns lachen, wie wir dann monatelang abgesoffene Kabelkanäle suchen und ausbaggern müssten, während drüben die eigentliche Reparatur an den Mästen nur wenige Tage dauert.

Übrigens ist New York City/Manhattan mitnichten durch "Westernleitungen" versorgt; die dortigen Stromlieferer haben den Strom zu großen Teilen vorab gekappt, eben *weil* die Versorgung unterirdisch verläuft und weil dort kein Regen-, sondern das *Salz*wasser des Atlantiks die größte Bedrohung darstellt.

01.11.2012
14:36
Droht nach Sandy die nächste Umweltkatastrophe in den USA?
von darabu | #1

Die USA haben ein Stromleitungsnetz von vor über 100Jahren, überwiegend "Westernleitungen", dieses Steinzeitnetz ist einer Führungsnation wie sie die USA gerne eine sein will nicht würdig. Stromausfall? Selber schuld!

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