Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Flugzeug-Probleme

Dritte Panne am dritten Tag bei Boeings "Dreamliner"

09.01.2013 | 11:01 Uhr
Dritte Panne am dritten Tag bei Boeings "Dreamliner"
Nachdem bereits am Montag in einem Flugzeug ein Brand ausgebrochen war, verursachte ein Boeing-Dreamliner erneut Probleme.Foto: rtr

New York.  Beim neuen Langstreckenjet "Dreamliner" von Boeing melden Fluggesellschaften aus Japan in kurzer Zeit Brand-, Sprit- und Bremsprobleme. Schon bei der Entwicklung machte Boeings Flaggschiff Probleme. Trotzdem liegen dem US-Hersteller rund 800 Bestellungen für das Flugzeug vor.

Die Pannenserie beim Langstreckenjet 787 "Dreamliner" von Boeing geht am dritten Tag in Folge weiter. Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) am Mittwoch einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Nun solle dieser Computer ausgetauscht werden. Bereits am Montag war bei einem "Dreamliner" von Japan Airlines ein Feuer ausgebrochen. Am Dienstag verlor ein weiteres Flugzeug der Gesellschaft am Boden Treibstoff.

Boeing hält sich bedeckt

Zu der jüngsten Pannenserie hält sich der US-Hersteller und Airbus-Rivale bislang bedeckt. Zusammen mit Luftaufsichtsbehörden und Fluggesellschaften wird nach den Ursachen geforscht. Gegen die 787 will Airbus mit seinem neuen Jet A350 antreten, der Jungfernflug soll nach Verzögerungen aber erst Mitte diesen Jahres erfolgen.

Die beiden Vorfälle von Japan Airlines spielten sich auf dem Flughafen von Boston in den USA ab. Der Grund des Spritverlusts blieb zunächst unklar. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte im Dezember vor möglicherweise undichten Treibstoffleitungen beim "Dreamliner" gewarnt und angeordnet, dass die bislang ausgelieferten Maschinen auf falsch montierte Kupplungsstücke hin überprüft werden. Als Brandherd des Feuers vom Montag wird die Batterie einer Hilfsturbine im Bauch des Fliegers vermutet.

Rund 800 "Dreamliner" sind bestellt

Nach dem Bremsproblem vom Mittwoch berichtete die ANA-Sprecherin von früheren Computerproblemen mit dem Flieger. All Nippon Airways war die erste Fluggesellschaft, die den "Dreamliner" 2011 in Betrieb genommen hatte. Nach den anfänglichen Computerproblemen seien 2012 schließlich Software-Updates installiert worden, sagte die Sprecherin.

Flugverkehr
Neue Panne bei „Dreamliner“ – Feuer nach Landung

An Bord eines Boeing -Flugzeugs vom Typ „Dreamliner“ ist nach der Landung in Boston (USA) ein Brand ausgebrochen. Zum Zeitpunkt des Feuers hätten sich keine Passagiere mehr an Bord befunden, teilte die Flughafenfeuerwehr mit. Es sei eine Batterie explodiert, die Geräte an Bord mit Strom versorgt.

Die Strecke Boston - Tokio gehört zu den wenigen Routen, auf denen der "Dreamliner" verkehrt. Bis Ende vergangenen Jahres hatte Boeing erst 49 Exemplare des Fliegers ausgeliefert, rund 800 weitere Maschinen sind bestellt.

Schon in der Entwicklung bereitete der "Dreamliner" Probleme

Bei der Kontrolle der "Dreamliner" von United Airlines ist nach Informationen des "Wall Street Journal" bei einer Maschine eine falsche Verkabelung entdeckt worden genau an der Stelle, wo bei der Japan-Airlines-Maschine wohl das Feuer ausgebrochen war. Die Zeitung berief sich dabei am Dienstag auf eine Person, die mit der Überprüfung vertraut ist.

In der Entwicklung hatte der "Dreamliner" große Probleme bereitet. In dem Modell werden großflächig leichte Verbundwerkstoffe verbaut, während herkömmliche Flugzeuge zu weiten Teilen aus Aluminium bestehen. Auch im laufenden Betrieb häuften sich die Pannen. Am Dienstag ging die Boeing-Aktie um 3 Prozent in den Keller, nachdem sie am Montag bereits 2 Prozent an Wert eingebüßt hatte. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
„Disslike“ – Promis rezitieren Hass-Kommentare aus dem Netz
Youtube
Der Youtube-Kanal „Disslike“ konfrontiert Promis mit bissigen Kommentaren aus dem Netz. Gregor Gysi und Jan Böhmermann amüsierten sich schon vor laufender Kamera. Andere Promis scheuen sich noch, vor allem Politiker. Dabei wäre ein möglicher Lieblingskandiat AfD-Chef Bernd Lucke.
Schweizer empört über Kaffeesahne mit Hitler und Mussolini
Sammeldosen
In der Schweiz sind Kaffeesahne-Verpackungen mit Porträts von Hitler und Mussolini aufgetaucht. Der Supermarktkette Migros ist es peinlich – der Produzent dagegen empfindet die Kritik als übertrieben. Die Packungen sind inzwischen aus dem Programm genommen worden.
Deutsche lehnen "Social Freezing" als Familien-Planung ab
Familienplanung
Die Mehrheit der Deutschen steht nicht hinter einer Familien- und Karriereplanung mit "Social Freezing". Facebook und Apple zahlen Mitarbeiterinnen jährlich bis zu 20.000 Euro für das Einfrieren von Eizellen – um das Kinderkriegen hinter die Karriere zu stellen.
Mörder des kleinen Dano muss lebenslang ins Gefängnis
Prozess
Danos Mörder muss lebenslang in Haft. Der 42-jährige Hilfsarbeiter aus Herford ist am Mittwoch vom Landgericht Bielefeld für den Mord an dem Jungen schuldig gesprochen worden. Er hatte bis zuletzt behauptet, Dano nicht habe töten zu wollen.
Kölner Jäger verliert Waffenschein wegen Trunkenheit
Jagd
Wein und Wodka wirkten wie Zielwasser: Der Jäger traf vom Hochsitz aus den Rehbock – trotz Alkohols. Aber seinen Waffenschein ist er nun los, obwohl der Vorfall schon acht Jahre zurückliegt.
Umfrage
Die Stadt Duisburg will Schul-Parkplätze an Lehrer vermieten – aber auch an Anwohner. Eine gute Idee?

Die Stadt Duisburg will Schul-Parkplätze an Lehrer vermieten – aber auch an Anwohner. Eine gute Idee?