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Nachruf

Dirk Bach ist tot - Abschied von einem TV-Getriebenen

01.10.2012 | 21:26 Uhr
Dirk Bach ist tot - Abschied von einem TV-Getriebenen
Vielseitig: Dirk Bach spielte auch im Kinderstück „Urmel aus dem Eis“.Foto: Henning Kaiser

Berlin.   Im Alter von 51 Jahren ist Dirk Bach überraschend gestorben. Im Theater begann er mit ernsten Rollen und galt als großes Talent. Das Fernsehen mit seinen Krawallformaten aber krempelte ihn um. Seine Premiere als „Der kleine König Dezember“ in Berlin wäre am Samstag gewesen. Ein Nachruf.

Für viele mag er der Inbegriff der Nervensäge im deutschen Fernsehen gewesen sein. Dieser kleine quietschende Mann mit dem gewaltigen Bauch, den grotesk herumbaumelnden Armen und dem Hang zu saftigen Farben auf dem Leib. Ein Mensch, dessen lautstark zur Schau getragener Fröhlichkeit man kaum entrinnen konnte. Zu sehr hatte sich Dirk Bach seit Jahren vor der Kamera auf seine Rolle als lebendes Knallbonbon versteift, eine Ulk-Kugel, die man jederzeit in der Muppetshow verortet hätte.

Wer weiß heute noch, dass er einst unter Hansgünther Heymes Regie in Heiner Müllers „Prometheus“ auf der Theaterbühne stand, dass er festes Ensemblemitglied am Kölner Schauspielhaus war, dass er einmal mit dem Max-Ophüls-Förderpreis geadelt wurde, dass er ein Engagement am legendären Improvisationstheater Springmaus bekam? Es ist der letzte Augenblick, daran zu erinnern: Dirk Bach ist am Montag, völlig überraschend, im Alter von 51 Jahren in einem Berliner Hotel gestorben.

Dirk Bach
Dirk Bach starb wahrscheinlich an Herzversagen

Die Staatsanwaltschaft hat keine Hinweise auf andere Ursachen für den Tod des Entertainers. Sonja Zietlow verabschiedet sich mit einem liebevollen "Good Bye, Dickie ...". Moderator Domian kämpft in seiner Livesendung mit den Tränen. RTL will sich derzeit nicht zur Zukunft des "Dschungelcamp" äußern.

Er war offenbar bei Proben am Nachmittag vermisst worden. Der Kölner hätte ab Samstag in Dieter Hallervordens Schlosspark Theater als „Der kleine König Dezember“ auf der Bühne stehen sollen. Die Ursache seines plötzlichen Todes war am Abend noch unklar. Ein Polizeisprecher sagte aber, für ein Fremdverschulden gebe es keine Hinweise.

Mit Kabarett zum Kleinkunstpreis

Video
Der beliebte Schauspieler, Entertainer, Comedian und Moderator Dirk Bach ist tot. Der 51-Jährige wurde am Montagnachmittag leblos in einem Berliner Apartment aufgefunden. Ein Fremdverschulden war für die Polizei nicht zu erkennen.

Wie Hallervorden hat das Fernsehen auch Dirk Bach umgekrempelt, hat der Erfolg mit Krawallformaten der Privatsender wie „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ manches von den Qualitäten verschüttet, die Bach auf der Bühne zweifellos besaß: Noch 1990 brachte ihm sein Kabarett-Programm „Edgar“ einen Kleinkunstpreis. In Erinnerung freilich bleibt Dirk Bach als kalauernder Dompteur der madenfressenden C-Prominenz, die sich im Dschungelcamp zur Gaudi der Massen zum Affen machte.

Dirk Bach ist gestorben

Mit der „Dirk Bach Show“ hatte sein Aufstieg bei den Sendern 1992 begonnen, er turnte als Spielleiter durch die Improvisations-Comedy „Frei Schnauze XXL“, besuchte Cordula Stratmann regelmäßig in der „Schillerstraße“, moderierte eine Reihe von Shows, über die man schon am Abend der Ausstrahlung kein Wort mehr verlor.

Engagement für Amnesty Internation und Homosexuelle

Bach war ein Arbeitstier, nahm Hörbücher auf, synchronisierte Filme, übernahm in Hape Kerkelings Musical „Kein Pardon“ in Düsseldorf zuletzt die Hauptrolle. Auch auf die Theaterbühne kehrte er hier und da zurück, 2010 gehörte er zum Ensemble der Wormser Nibelungen-Festspiele. Er engagierte sich für Amnesty International, unterstützte die Tierschützer von Peta mit Werbespots und setzte sich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen ein.

So öffentlich dieser Dirk Bach auch war, den bunten Illustrierten gewährte er keine Geschichten über sein Zuhause, über sein Privatleben. Dem „Spiegel“ sagte er: „Das würde mein Mann auch gar nicht mitmachen.“

Das Dschungelcamp 2012

Frank Preuß

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Kommentare
01.10.2012
22:34
Abschied von einer ulkigen Type
von knutknutsen | #1

Schade! Ich hab ihn wohl dosiert immer gerne gesehen. Bleibt zu hoffen, dass er würdevoll im kleinen Kreis beigesetzt wird und nicht bei Blitzlichtgewitter auf RTL im Kakerlakensarg.
R.I.P.

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