"Die Wallensteins" – Warum Anja Kling gerne Mutter ist

Fabian (Tobias Oertel) und Bärbel (Anja Kling) kommen sich am Tatort näher.
Fabian (Tobias Oertel) und Bärbel (Anja Kling) kommen sich am Tatort näher.
Foto: Conny Klein/ZDF
Was wir bereits wissen
Das ZDF schickt in "Die Wallensteins" zwei neue Kommissarinnen ins Rennen. Ein Familiengespann. Anja Kling spricht mit uns über ihre Rolle als Mutter.

Berlin.. Mutter, Tochter, Mord: Im neuen ZDF-Samstagskrimi "Die Wallensteins" ermitteln zwei Kommissarinnen, die mehr verbindet als Spürsinn und Hartnäckigkeit. Die beiden Polizistinnen Bärbel und Kim sind Mutter und Tochter. Nach Jahren der Funkstille stehen sie sich plötzlich im Dresdner Polizeipräsidium gegenüber und sollen ein Team bilden.

Julia Emmrich sprachen mit Anja Kling (45) über ihre Rolle als Mutter – im Film und im wahren Leben.

Julia Emmrich: Bärbel Wallenstein fährt Lada, der erste Tote liegt in einer Zweiraumwohnung in einem Dresdner Plattenbau. Sind "Die Wallensteins" ein Ost-Krimi?

Anja Kling: Es ist jedenfalls der erste Samstagskrimi, der in den Neuen Bundesländern spielt. Also eine Art Ex-Ost-Krimi. Bärbel ist dort groß geworden, Dresden ist ihre Heimatstadt.

Emmrich: Bärbel und Kim – an die Namen muss man sich erstmal gewöhnen…

ZDF-Samstagkrimi Kling: Nun ja. (Lacht). Ich selbst hätte mich nicht Bärbel genannt. Frauen, die Bärbel heißen – das ist eher die Generation meiner Mutter. Aber es gibt ja jetzt auch wieder Eltern, die ihre Kinder Horst und Thorsten nennen. Was soll’s, jetzt heiße ich eben Bärbel.

Emmrich: Und Kim?

Kling: Bärbel Wallenstein findet ihren eigenen Namen zu altmodisch – ihrem Kind hat sie deswegen einen Modenamen verpasst. Quasi das andere Extrem.

Emmrich: Warum wollten sie diese Bärbel spielen?

Kling: Ich hatte schon öfter das Angebot, in einer Krimiserie mitzumachen – hier fand ich die Idee spannend, eine Mutter-Tochter-Geschichte zu spielen. Das passt zu mir.

Emmrich: Warum?

Kling: Ich habe lange immer die Töchter gespielt – jetzt spiele ich oft die Mütter. Und ich fühle mich dabei sehr wohl, Familiengeschichten passen zu meinem Leben. Ich wohne mit meinen Kindern und meiner Schwester in einem Haus, meine Eltern leben nebenan.

Emmrich: Im Film sagt Kim: Eltern kennen ihre Kinder oft am wenigsten. Haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass Sie nicht mehr wissen, wer Ihr Kind gerade ist, was es denkt und fühlt? Ihre Tochter Alea ist jetzt zehn...

Kling: Ich fange tatsächlich an, mir manchmal solche Gedanken zu machen. Bei meiner Tochter beginnt gerade eine Art Vorpubertät. Sie macht Sachen, die sie nicht von mir hat, die nichts mit meiner Erziehung zu tun haben, die aber einfach in ihrem Wesen stecken.

ZDF-Krimireihe Neulich habe ich ihr gesagt: Du kannst jeden Blödsinn dieser Welt anstellen, ich werde dich immer über alles lieben und alles verteidigen. Und trotzdem werden wir Zeiten erleben, wo ich mich über dich ärgere und du dich über mich. Das geht jetzt los.

Emmrich: Auch Bärbel hat Kim immer geliebt. Trotzdem ist ihr die Tochter entglitten.

Kling: Bärbel hat einen großen Fehler gemacht. Sie hat dem Vater das Kind verheimlicht und der Tochter nicht die Wahrheit über den Vater gesagt. Egal, was mit einer Beziehung passiert, die Kinder haben ein Recht auf die Wahrheit. Die kann man kindgerecht verpacken – aber es muss die Wahrheit bleiben.

Emmrich: Wahrheit ist wichtig?

Kling: Absolut. Ich glaube, Kinder haben ein sehr gutes Gespür dafür, wenn sie belogen werden.

Emmrich: Die ZDF-Samstagskrimis "Stubbe" und "Rosa Roth" liefen fast zwei Jahrzehnte lang. Wollen Sie "Die Wallensteins" bis zur Rente spielen?

Langsam, langsam! Jetzt sehen wir uns erstmal die Quoten an. Im Juni drehen wir dann die zweite Folge. Und danach sehen wir weiter.

Samstag, 18. April, ZDF, 20.15 Uhr