Die richtige Pflege - So bleiben Haare gesund und schön

Bei Spliss hilft nur eins so richtig gut: regelmäßig Haare schneiden.
Bei Spliss hilft nur eins so richtig gut: regelmäßig Haare schneiden.
Foto: Andreas Lander
Was wir bereits wissen
Shampoos mit und ohne Silikone, Kuren, Conditioner – in den Regalen stehen unzählige Mittel, die unserer „Mähne“ gut tun sollen. Welche Pflege ist wirklich gut?

Essen.. Sie machen lange Mähnen glatt, glänzend und geschmeidig. Und sie sind ein Wundermittel bei splissigen Spitzen: Silikone. Wie ein Mantel legen sie sich um das Haar und versiegeln es. Trotzdem steht das Kittmittel in der Kritik: Ein Haar in glänzender Rüstung ist nämlich nicht nur gut geschützt sondern auch: hart und brüchig, und sowohl immun gegen Färbemittel als auch gegen Pflegestoffe.

Nicht nur deshalb macht sich vor dem Regal mit den Haarkuren, -spülungen und -ölen regelmäßig Ratlosigkeit breit: Was ist was, was kann das, und darf es nun Silikone enthalten oder lieber nicht?

Zunächst einmal müsse zwischen Wäsche und Pflege unterschieden werden, stellt Barbara Rüther, Ausbilderin und Coloristin an der Friseurschule Essen, klar: Ein Haar-Shampoo soll nämlich, anders als sein Name vermuten lässt, hauptsächlich die Kopfhaut reinigen – denn nur die produziert Fett. Das sorgt zwar auch für schönen Glanz in der Mähne, aber eben nur in Maßen. Die Haare selbst sind nicht mehr als totes Gewebe: Fäden aus Keratin, aus dem auch Finger- und Zehennägel bestehen. „Trotzdem würde Wasser allein nicht reichen, um Fett und Schmutzpartikel zu entfernen“, sagt Barbara Rüther. Weder von der Kopfhaut, noch aus den Haaren. Und auch unangenehme Gerüche, die sich gern mal in der Mähne verfangen, würde man auf diese Weise nicht los.

Shampoo

Dennoch sollte man sich beim Shampookauf vorrangig an den Bedürfnissen der Kopfhaut orientieren: Ist sie sehr empfindlich oder eher fettig, neigt sie zur Schuppenbildung oder verhält sie sich schön unauffällig?

Gesundheit Anders als die Produkte auf Konzentratbasis, die in Friseursalons verwendet werden, seien handelsübliche Shampoos oft verdünnt, erklärt die Expertin. Beim Salonprodukt reicht für die Wäsche daher eine haselnussgroße Portion, beim Drogerie-Shampoo dürfe es etwas mehr sein. „Feines Haar sollte täglich, normales Haar alle zwei bis drei Tage und sehr dickes Haar ein- bis zweimal pro Woche gewaschen werden“, so der Rat der Expertin. Allerdings ist das nur eine grobe Faustregel, die sich dem individuellen Bedarf und den persönlichen Gewohnheiten unterordnen muss.

Neben normalen Shampoos gibt es „2-in-1-Produkte“, die für Kopf und Körper verwendet werden können. Hier hat der Handel vor allem die männliche Zielgruppe im Blick, „denn die mögen es gern unkompliziert“, sagt Barbara Rüther. „Ich persönlich würde mir mein Duschgel nicht in die Haare schmieren, aber man könnte es theoretisch tun.“ Deshalb würde sie auch nicht generell von derartigen Produkten abraten, „es sei denn, ihr pH-Wert liegt im alkalischen Bereich“, also bei sieben oder darüber. Denn dann könne das Haar aufquellen.

Sind Kopfhaut und Haare sauber, kommt die Pflege ins Spiel, die sich nach der individuellen Beschaffenheit der Haare richten solle, so Barbara Rüther. Diese kann sich im Laufe des Lebens durchaus ändern, verantwortlich sind hormonelle Schwankungen, Medikamente oder Umwelteinflüsse. Im Zweifel kann man den Friseur seines Vertrauens befragen, welchen Haartyp man da eigentlich auf dem Kopf herumträgt.

Spülung und Kur

Für die tägliche Pflege empfiehlt die Expertin Spülungen, auch Conditioner genannt: Sie sollen für bessere Kämmbarkeit der Haare sorgen und die Schuppenschicht nach jeder Wäsche verschließen. Man müsse sich das Haar wie einen Tannenzapfen vorstellen, so die Expertin – durch äußere Einflüsse öffne sich die Schuppenschicht und das Haar werde porös.

Als zusätzliche Pflege, etwa ein- bis zweimal pro Woche, eignen sich Kuren oder Masken, deren Wirkstoffe in das Haar eindringen. Wichtig: Die reichhaltige Pflege hat auf der Kopfhaut nichts zu suchen, sondern sollte nur in Längen und Spitzen eingearbeitet werden. Ob man ein Produkt wählt, das nach einer Einwirkzeit ausgespült werden muss („Rinse-off“) oder zum Beispiel zu Sprühkuren greift, die im Haar verbleiben („Leave-on“), richtet sich nach der eigenen Bequemlichkeit. Die Pflegewirkung sei bei den Rinse-off-Produkten etwas stärker, so Barbara Rüther.

Öle

Bleiben noch Haaröle: Sie benetzen das Haar nur von außen, der Effekt sei also eher ein optischer, erklärt die Expertin.

Und die Silikone? Die Kritik gilt vor allem den wasserunlöslichen Silikonen, die heute meist in den „2-in1-Produkten“enthalten sind. Verbraucher können allerdings oft nicht erkennen, ob das Kittmittel enthalten ist – denn auf der Liste der Inhaltsstoffe taucht es nur selten unter seinem Klarnamen auf. Einen Hinweis geben Wortendungen wie „-cone“ oder „-xane“.

Wer es ganz natürlich mag, kann mit Bier die Haare stärken und Ei oder Olivenöl für Glanz in Längen und Spitzen geben. Hier bleibt dann zwar kein Kittmittel, wohl aber ein hartnäckiger Duft zurück.