Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Contra

Die Loveparade braucht kein Mensch

19.01.2009 | 15:17 Uhr
Die Loveparade braucht kein Mensch

Bochum hat die Loveparade abgesagt. Na und? Die Loveparade braucht kein Mensch findet DerWesten-Volontärin Anja Distelrath. Denn das Ruhrgebiet hat bessere Veranstaltungen, mit wesentlich mehr Niveau, die sich durchaus sehen lassen können.

Berlin wollte sie nicht mehr haben. In Essen und Dortmund hat sie durch Müll und Dreck auch nicht unbedingt schöne Erinnerungen hinterlassen. Und jetzt fällt Bochum plötzlich ein, dass die Stadt sie auch nicht will – die große Liebesparade.

Loveparade 2008 in Dortmund. Foto: Horst Müller

Die Absage aus Bochum kam etwas kurzfristig, die Begründung, dass der Bahnhof zu klein sei, passt nicht allen. Einen Imageschaden befürchten die Zuständigen der Kulturhauptstadt, insbesondere in Person von Dieter Gorny, doch was hat die Parade denn tatsächlich mit Kultur zu tun? Sie kann auf eine Technoszene zurückblicken, die in den vergangen Jahren kleiner und kleiner wurde – daran ändern auch die „Loveparade-Touristen“ nichts.

Die vor zwanzig Jahren noch als politische Demonstration angemeldete Versammlung ist inzwischen eine kommerziell groß angelegte Veranstaltung – ohne Botschaft. Musikalisch wartete sie mit einem Programm auf, das zwar noch seine Anhänger hat, dem Großteil der Bevölkerung jedoch mächtig auf den Keks geht. Der ausgeprägte Drogenkonsum sorgt wenigstens für eine friedliche Stimmung, allerdings sind Menschen, die um zwei Uhr mittags keinen geraden Satz mehr formulieren können, auch nicht unbedingt schön anzusehen.

Chaos bei der Bahn in Essen und Dortmund

Natürlich ist die Absage der Stadt Bochum peinlich. Für Bochum und die Veranstalter der Loveparade. Die Erklärung kam viel zu spät, dennoch ist sie einleuchtend. Es gibt keine passende Strecke und der Hauptbahnhof ist zu klein. Wie soll Bochum auch mit einem Bahnhof, der pro Stunde maximal 20.000 Gäste schafft, mehr als eine Million Raver durchschleusen, ohne dass es zu einem Massengequetsche kommt? Die Stadt und die Polizei sehen keine Gewährleistung für die Sicherheit der Menschen. Daran ändert auch Oliver Wittkes Vorschlag nichts, einfach ein paar Kilometer entfernte Bahnhöfe mit einzubeziehen. Der Vorschlag mag ja ernst gemeint sein, allerdings löst er nicht das Problem, die Techno-Begeisterten nach Bochum zu bringen – ohne am Bochumer Hauptbahnhof zu landen.

Die Loveparade sorgte für viele Einsätze für Sanitäter und Notärzte. Foto: Horst Müller

Schon letztes Jahr in Dortmund entstand Chaos bei der Bahn, obwohl 500 Sonderzüge im Einsatz waren. Auch 2007 ging am Essener Hauptbahnhof stundenlang nichts mehr. Natürlich hätte den Verantwortlichen in Bochum auch schon beim Unterschreiben des Vertrags einfallen können, dass der Bahnhof viel zu klein ist, aber vielleicht hatte man damals noch Hoffungen auf eine bessere Zukunft. Oder hat sich einfach nicht getraut zu sagen: „Nö, wir wollen die Loveparade nicht“, so wie Düsseldorf es sofort nach der Bochumer Absage getan hat. Und mal ehrlich: Was soll Bochum auch damit? Die Stadt hat das größte europäische Umsonst-Festival „Bochum Total“, das Zeltfestival Ruhr ist populär und das Bermudadreieck beitet an sieben Tagen pro Woche beste Party-Unterhaltung.

Genügend Alternativen für ein positives Image

Und bevor jetzt wieder das Stichwort „Metropole Ruhr“ fällt: Wenn es um ein gemeinsames Image geht, dann sollte sich der Pott doch einfach mal auf das berufen, was er zu bieten hat: Essen Original, Bochum Total, Ruhrfestspiele und –Triennale, Pfingst Open Air, Ruhr in Love oder Olgas Rock. Es gibt genug, das es wert wäre, damit ein positives Image aufzubauen und aufrecht zu halten. Die Loveparade bringt zwar eine Million Menschen in die Region, noch wesentlich mehr werden an den Fernsehern zuschauen. Doch wobei? Bei einer Massenveranstaltung für (größten)teils zugedröhnte Leute, mit einer Musik, die kaum noch einer hören will.

Mehr zum Thema:

Anja Distelrath

Facebook
 
Kommentare
27.01.2009
01:08
Die Loveparade braucht kein Mensch
von B. Falco | #23

Die Absage der Stadt Bochum kam doch sehr überraschend.

Schließlich konnte sich die Stadt Bochum doch schon sehr viel eher auf die Loveparade einstellen. Natürlich nicht im Jahre 2007, als man den Rahmenvertrag für die Loveparade in der Metropole Ruhr unterschrieb. Blicken wir doch mal zurück, die Loveparade war zweimal hintereinander abgesagt worden, und hatte laut Polizei 2006 „nur noch“ 500.000 Besucher (lt. Polizei Angaben – 1,2Millionen nach Veranstalter-Angaben).Weit entfernt von den 1,5 Millionen die sich 1999 einst in Berlin zum Techno-Umzug versammelt hatten. Das Ende des Techno-Wahns und damit der Loveparade schien nah. Nicht zuletzt deshalb hatte man die teilnehmenden Städte nach der Größe sortiert. Je kleiner die Besucherzahlen, desto kleiner die austragende Stadt.
Doch dann kam alles anders.
Am 21.Juni wurde Essen als Veranstallter für die Loveparade im August 2008bekannt gegeben. Um es kamen 1,2 Millionen Besucher (nach Polizeiangaben), die alle nur 2 Monate Vorbereitungszeit hatten, um Urlaub zu nehmen und ihre Anreise zu organisieren. Ein Jahr später kamen dann 1,6 Millionen Besucher nach Dortmund, obwohl für den Tag starker Regen vorhergesagt wurde. Man hatte bei der langfristigen Planung schlicht weg übersehen wie viele Menschen in der Metropole Ruhr leben, und wie viele „mal eben“ bei einem solchen Event vorbeischauen können.
Spätestens von diesem Tag an konnte sich die Stadt Bochum darauf einstellen das man in Bochum, gutes Wetter vorrausgesetzt, sehr schnell die 2-MillionenGrenze knacken kann.
Und was sagte der Repräsentant der Stadt Bochum auf der Loveparade 2008?
„Kein Kommentar“ - man wolle im September und im Januar darüber beraten. Um dann im Januar zu verlauten das man alle Möglichkeiten bedacht habe, aber leider keine Chance sieht die Loveparade in Bochum zu veranstalten. Schließlich will die Bahn ja auch noch die Gleise umbauen, was erst kurzfristig bekannt gegeben worden sei.
Nur Schade wenn einige Internet-User rumsuchen, und Interviews von Bahnsprechern findet die schon im September 2008 gesagt haben daß zwar Umbauarbeiten geplant sind, aber „an uns soll die Loveparade nicht scheitern“.
Der erzürnte Loveparade-Fan neigt doch nun dazu zu denken, das die Stadt Bochum absichtlich die Loveparade 2009 verhindert hat. Gemäß dem Motto „wir wollen sie nicht - aber es soll auch kein anderer sie haben“. Weshalb ließ die Stadt Bochum die Bombe erst so spät platzen das die Macher der Loveparade gar keine Möglichkeit mehr hatten die Parade in einer anderen Stadt auszutragen?
Nun jedoch droht der Stadt Bochum Gefahr aus einer anderen Richtung. Nicht nur das NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers im Superwahljahr 2009 die Schuld am Ausfall der Loveparade der SPD in Schuhe schieben will. Auch die Fans der Loveparade darf man nicht unterschätzen. Über webbasierte soziale Netzwerke wie StudiVZ und Wer-kennt-wen kommunizieren sie, und planen Ihre eigene Parade. Sicherlich kann man über sie lächeln, aber sobald die Anzahl der User eine 4-Stellige Zahl erreicht, sollte man sie ernst nehmen. Einen eigenen Internetauftritt haben sie immerhin schon.
Und so kann es nun sein das es 2009 in Bochum doch einen Umzug geben wird, eine Demonstration für Friede, Freude, Eierkuchen. Ohne die Macher der Loveparade, und ohne die Stadt Bochum vorher freundlich um Erlaubnis gebeten zu haben.
Und diese Demonstration wird dann sogar eine politische Aussage haben:
„Wir lassen uns die Loveparade nicht wegnehmen.“

20.01.2009
20:41
Die Loveparade braucht kein Mensch
von tommson | #22

Da kann ich meinem Vorredner nur zustimmen. Wer sagt, dass techno tot ist, irrt sich

gewaltig. Es wird immer noch Techno gehört und auch weiterhin . Meiner Meinung nach nimmt

die elektronische Musik an sich sogar zu, auch wenn es kein techno ist. Man muss ja nur in

irgendwelche Clubs gehen. Zwar ist z.B. house meiner Meinung nach deutlich anders als Techno

und wird auch von mir nicht so geliebt, aber auch die housemusik hat gute djs die selbst

letztes jahr auf der loveparade aufgelegt haben. Und solch eine Musik läuft in fast jedem

Club...
Ganz zu schweigen von der restlichen mainstream Musik, die im Radio etc. läuft. Wer kann da

den Einsatz von elektronischen Stilmitteln, Syntesizern etc. bestreiten.
Eine solche Musik ist zwar kein Techno, aber die Leute, die eine solche Musik hören, lassen

sich meiner Meinung nach auf jeden fall von den besten techno und trance djs begeistern, was

ja auch die neuen Besucherrekorde zeigen.
So bin ich eigentlich auch kein rock fan, höre die Musik in der Freizeit eigentlich nie.

aber wenn gute Leute auftreten und ihr bestes geben, wie z.b. die redhot chilli peppers,

ärzte, toten hosen oder green day bin ich immer feuer und flamme und besuche deren

Konzerte.
Wenn man genau recherchieren würde, würde man auch schnell merken, dass es im Endeffekt

sogar eine große Zahl an techno fans gibt. Techno hat nur das Manko, dass sie nicht so sehr

in den charts auftauchen, da die Djs recht wenig Platten verkaufen. Man kann die Musik nicht

so leicht in einzelne Lieder unterteilen, weil es ein Teil der Kunst ist, die Übergange so

zu gestalten, dass sie ineinader übergehen und man ein neues Lied kaum bemerkt, wenn man

überhaupt von einem neuen Lied reden kann. Daher sind meiner Meinung nach zum größten Teil

Mitschnitte von auflegenden Djs im Umlauf und keine einzelnen 3 Minuten Lieder....

Evt. sollte man sich der Musik einfach mal öffnen auch wenn man einem Teil der Fans wegen

ihrem Drogenkonsum eine Abneigung entgegen bringt. Eines kann ich aber sagen, dass es bei

wenigen Events so friedlich abgeht, wie z.B. auf der Loveparade. Da sollte man sich nicht

von den Fernsehbilder leiten lassen sondern z.b. einfach mal ganz sachlich die Zahlen

anschauen.

Wofür es sich lohnt weiterhin für die Loverparade zu kämpfen sind zum einen, dass sie

jedesmal ein friedliches Motto predigen und das friedliche Miteinander leben, was nicht oft

genug in die Welt getragen werden kann. Egal von wem, Papst, Kanzler, Fussballverein... Und

zu zweiten, dass die weltbesten djs auf der Loverparade auftreten. Dafür lohnt es sich auch

mal Steuergelder zu zahlen. Ganz zu schweigen von dem Prestige, das die Stadt durch die

Loveparade erfährt. 1 Millionen Menschen schwären dann von der Stadt und dem unvergesslichen

Tagen.
Im muss schon sagen, dass ich es traurig finde, dass die Loveparade nicht mehr stattfindet.

Fand es letztes Jahr richtig gut. Und wenn der Verfasser des obigen Textes selber mal

dagewesen wäre und die Musik ohne Vorurteile auf sich gewirkt hätte, hätte sie vielleicht

gemerkt, was die Loveparade doch für ein tolles event ist. Vorallem die Abschlusskundgebung

sucht seines gleichen.

Aber ich muss auch zugeben, dass Bochum dem Event nicht gewachsen gewesen wäre. In Dortmund

war es für alle schon sehr schwierig. Man kann der Bahn auch kein Vorwurf machen, dass sie

die Veranstaltung blocken. Es war schon grenzwertig, was manchen Leute sich letztes Jahr auf

den Bahnfahrten erlaubt haben. Dem Müll wäre man schon Herr geworden, auch der Versorgung und Sicherheit, aber der An und Abtransport hätte sich schon etwas hingezogen. Und wenns dauert, bleiben auch nicht alle immer so ruhig.
Aber so kurzfristig als Stadt, als Bürgermeister, eine Rückzieher zu machen, ist schon

irgendwie lächerlich. Wenn man seine Stadt kennen würde und davon kann man doch wohl ausgehen, wenn man der Stadt vor steht, hätte man doch sofort merken müssen, dass es so nicht geht.Man hätte das Event gar nicht annehmen dürfen oder allen nur erlauben dürfen mit dem Rad anzureisen... :)
Aber so inkonsequent sind leider eine große Zahl an Politiker. Und wenn das aufkommende Gerücht stimmt, dass die Loveparade abgesagt wurde, um bei der anstehenden Wahl keine Wählerrstimmen zu verlieren, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wenn das stimmt, wünsche ich der SPD den gleichen Absturz wie sie ihn jetzt auch in Hessen hatte. Meiner Meinung nach hat die Führung von Bochum bei dem Annehmen und Planen der Loveparade total versagt. Wenn sie sich bei anderen Stadtentscheidungen auch so blauäugig ohne ordentlich Recherche und Ausarbeitung in irgendwas stürzt, sehe ich für die Zukunft schwarz :) (kleiner Wortwitz *lach*).

Übrigens, den Vergleich mit dem Fussball finde ich irgendwie lächerlich. Die Unterschiede

sind zu groß. z.B. die Personenzahl und auch schon die Tatsache, dass beim Fussball meist

zwei rivalisierende Massen aufeinander treffen.

Nun gut, hab mich das ganze Jahr auf die Loveparade gefreut, nu wirds wohl nichts. Dann werd ich wohl in nächster Zeit nicht nach Bochum fahren. Hätte dort glaube ich auch gut Geld ausgegeben:).

Bis zur nächsten Loveparade.

20.01.2009
17:24
Die Loveparade braucht kein Mensch
von Elektrofreund | #21

Ich muss immer wieder darüber schmunzeln, wenn Techno (mit all seinen vielen Variationen) totgesagt wird. Die gleichen Sprüche habe ich schon Anfang der 90er gehört, als es noch hieß, dieser Musikstil würde sowieso nicht lange überleben. Welches Jahr haben wir nun doch gleich nochmal ?
Der Unterschied zwischen vielen Anhängern elektronischer Musik und Anhängern handgemachter Musik ist, dass Erstere meist sehr viel toleranter anderen Musikrichtungen gegenüber sind (ich bspw. höre nicht nur elektronische Musik). Es ist manchmal schon belustigend, mit welcher Hingabe Techno und seine Anhänger kritisiert und bebildert werden. An den Argumenten hat sich allerdings seit über 10 Jahren nichts geändert.
Wer die Musik nicht mag, muss sie nicht hören; wer keine entsprechenden Events mag, muss nicht hingehen. Jedem das Seine, aber diese kleinkarierten und lächerlichen Versuche, elektronische Musik und ihre Anhänger schlechtzureden, sind inzwischen nur noch ermüdend.

Ich kenne mich in Bochum nicht aus, wenn das der falsche Ort für solche eine Veranstaltung wie die LP ist, dann muss eben eine Alternative gefunden werden. Und wenn keine Alternative gefunden wird muss man sich eben gedulden, bis die Schweizer Streetparade in Zürich stattfindet - die zeigen nämlich regelmäßig, dass eine ganze Stadt dazu in der Lage ist, mit diesen schlimmen Typen der Techno-Szene zu feiern.

20.01.2009
12:43
Die Loveparade braucht kein Mensch
von cortomaltese62 | #20

Der Kommentar enttäuscht - und zwar fachlich. Dass Sie gegen die Loveparade sind lag ja im Thema. Aber ein Anschein von Sachlichkeit hätte gut getan. Ich würde sagen: Thema verfehlt.
Die allermeisten Mankos an der Veranstaltung können Sie auch an den von Ihnen zitierten Vorbildveranstaltungen anbringen. Ich bin selber Fan von Bochum Total, aber auch dort gibt es Besäufnisse und Müll und Kifferei. Wer das nicht sieht, leidet an selektiver Wahrnehmungsstörung.

Die Technoszene ist tot? Auch da muss es sich um eine solche Störung handeln. Eine Veranstaltung, die an einem Tag mehr als eine Million Menschen anzieht soll eine tote Szene repräsentieren? Wie blöd ist das denn? Musik, die kaum noch einer hören will? Wie kann man so unerträglich arrogant sein und seinen persönlichen Geschmack, abseits jeden Realitätssinns so verallgemeinern?

Man kann sicher einiges an der Idee kritisieren, diese Veranstaltung in diese Kleinstadt (auf die ich übrigens stolz bin, aber deswegen leugne ich nicht die Realität) zu holen. Aber stattdessen suhlen Sie sich in Beschreibungen, die so vorurteilsbehaftet sind und jubeln Ihre eigenen Vorlieben so unreflektiert in den Himmel, dass es beim Lesen echt wehtut.
Sie haben noch viel zu lernen!

Frage: wer braucht diese Massenveranstaltung und wem nützt sie?

Wer braucht Fussball und wem nützt er? Wer braucht Karneval und wem nützt er? Wer braucht einen Bochumer Musiksommer und wem nützt er? Wer braucht Kommentarschreiber im Internet und wem nützen sie?
Fragen über Fragen, aber wer braucht sie?

Zu den Komentaren mit den Massenbesäufnissen:

Wie stehts mit Karnevalsbesäufnissen, Schrebergartenbesäufnissen und Maischützenbesäufnissen. Wo ist der Unterschied außer der persönlich eingefärbten Wahrnehmung. Besäufniss ist Besäufniss und wird durch einen von Spießerseelen akzeptierten Hintergrund nicht besser.

Einseitig ist schon schlimm, aber dumm-einseitig ist unerträglich!

20.01.2009
12:23
Die Loveparade braucht kein Mensch
von Pinky | #19

Aber in Dortmund hat es auch nur den einen Bahnhof gegeben soweit ich weiß, wenn man die Leute hinschickt, dann denke ich wäre es durchaus möglich gewesen. Platz ist in der kleinsten Hütte.

Und ich glaub die Idioten machen das so ohne weiteres bestimmt auch nicht nochmal. Will nicht wissen was die Gas bekommen haben, weil die anderen alle nach Hause wollten.^^ Abgesehen davon kostet das richtig Geld, wenn man keinen Notfall vorweisen kann, der das Ziehen der Bremse rechtfertigt.

Und was die Sicherheit angeht... Den Tag wie in Bochum die Demo war, standen 10 große Polizeiwagen alleine vor dem Amtsgericht. Wenn da soviele nur für das Amtsgericht eingestellt werden können, waurm können dann genau die nicht schonmal an den Eingängen am Bahnhof postiert werden? Oder Leute vom Ordnungsamt? Die haben doch sonst auch nichts anderes zu tun als Falschparker zu jagen und sind dafür ausgebildet Leute zur Ruhe zu bewegen. Also mit dem Argument kann mir da so schnell auch keiner kommen, zumal man dann durchaus hätte in den Nachbarstädten nachfragen können, wieviele Leute die noch hergeben können. Wie in der Innenstadt die Bombe aus dem 2. Weltkrieg entdeckt wurde, sind se aus allen Ecken gekommen... Duisburg, Gelsenkirchen, Recklinghausen... und mit jeweils drei oder vier Fahrzeugen. Insofern... Abgesehen davon vertrete ich ohnehin die einstellung, dass alles machbar ist, wenn man es will. Aber na, ja.. Laut dem anderen Artikel wollten sie ja nie wirklich. Man sagt zu oder ab, je nachdem was die Wahlprognosen sagen und das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

20.01.2009
11:40
Die Loveparade braucht kein Mensch
von tim | #18

Das wären dann 16 Gleise! Der Dortmunder Bahnhof hat mit Sicherheit ca. 25-30 plus diverse andere Bahnhöfe.... Es geht dabei aber auch nicht nur um die Anzahl der Züge, sondern zuallererst um die Sicherheit der Besucher. Und das kann der Bochumer Bahnhof (selbst wenn die übrigen einbezogen werden) nunmal nicht garantieren. Und zu bedenken ist auch: zieht nur ein Idiot die Notbremse (wie im letzten Jahr mehrfach vorgekommen) steht der Zug und überholen ist auf Gleisen schwierig ;)

20.01.2009
11:24
Die Loveparade braucht kein Mensch
von Pinky | #17

Also. Wenn schon Wattenscheid mit einbezogen wird, dann zähle ich mehr als drei Bahnhöfe in Bochum. Hauptbahnhof ist klar, Ehrenfeld, auch zwei Gleise (abgesehen davon hat der Bochumer Hauptbahnhof insgesamt 8 Gleise und nicht nur 6), dann Wattenscheid (2 Gleise), Riemke (zwei Gleise), Wattenscheid-Höntrop (weitere 2 Gleise), bedeutet, es wäre durchaus möglich die Besucher auf die Bahnhöfe zu verteilen. Und mehr Züge einzusetzen ist von der DB nicht das Thema. Die haben mehr als genug in Reserve. Viele ICEs damals gegen S-Bahnen ausgetauscht wurden, damit die Linien weiterhin bedient werden, also kann auch bei der Aussage von Dummheit keine Rede sein, denn es ist schlicht und ergreifend Fakt. Die DB könnte wenn sie nur wollte, aber sie wollen halt nicht. Abgesehen davon ist ja auch die eine oder andere Linie privatisiert worden und ich denke nicht, dass die privaten nicht auch Züge in Reserve haben, die man mal aus der Garage holen könnte. Das weiß wirklich jeder, der mit dem Zug fährt. Und ja, ich fahre jeden Tag damit und ich bekomme deswegen ehrlich gesagt jeden Tag aufs Neue das kotzen wenn ich feststellen muss, dass kaum ein Zug mehr pünktlich ist, aber Unsummen für ein Ticket verlangt werden, damit man zur Arbeit hin und zurück kommt.

@17, die Gesenkschmiede? Wo soll denn die sein? Bestimmt irgendwo in Dortmund, wo kein Bochumer hinwill.:-P

Wikipedia enthält eine offizielle Definition, aber wer schonmal da war, der weiß, dass das so nicht hinkommt. Ich hab niemanden aus dem Ausland je dort angetroffen, ausser eben denen, die ohnehin schon bei uns leben und die Besucherzahlen werden von Jahr zu Jahr weniger. Und was Bochum Total in 4 Tagen schafft, schafft die Loveparade an einem... Insofern sind die Dinger meines Erachtens nach nicht zu vergleichen.

Aber wie sich ja auch in anderen Berichterstattungen gezeigt hat, wurde es ja nicht aufgrund mangelnden Organisationsvermögens abgesagt, sondern einfach nur wegen Angst vor Verlust von Wählerstimmen. Schon recht vielsagend.

20.01.2009
09:35
Die Loveparade braucht kein Mensch
von dieterborussia | #16

Keiner braucht so etwas wie die LP.

Eine aussterbende Musik(?)richtung.
Dafür so viel Geld auszugeben ist lachhaft.

Wenn jetzt auch noch die LP mit Fussball verglichen wird, fehlen mir die Worte.
TechnoLärm könnt ihr auch in Fabriken hören, beispielsweise in einer Gesenkschmiede !

20.01.2009
08:29
Die Loveparade braucht kein Mensch
von tim | #15

Ich war letztes Jahr auf der Loveparade, am Bahnhof war einfach Chaos pur. Der Bochumer Bahnhof ist für eine derartige Großveranstaltung definitiv nicht geeignet. Nach mehr Zügen zu brüllen zeugt nur von Dummheit:

1. Wo sollen die hin?
2. der Bahnhof ist einfach zu klein, nicht auszudenken, was alles passieren kann im Gedränge

Die Loveparade mit Fußball zu vergleichen ist auch nicht richtig. Zur LP werden min, 1 Million Menschen erwartet. Zum Fußball fahren selbst wenn alle drei großen Vereine zeitgleich ein Heimspiel haben max. 170.000 und das auch nur wenn alle(!) mit der Bahn fahren. Und diese fahren auch nicht alle über Bochum.

Die Absage ist richtig, wenn auch zu spät und in dieser Form peinlich. Bochum hätte nie zusagen dürfen. Vllt denken jetzt unsere Politiker mal über den mangelhaften ÖPNV im Ruhrgebiet nach!

20.01.2009
03:57
Die Loveparade braucht kein Mensch
von Rüdiger Pretzlaff | #14

Guten Tag Frau Anja Distelrath,

Alleine 2 Absätze in diesem Artikel lassen ihn sich selbst entwerten.
Nummer 1:
Musikalisch wartete sie mit einem Programm auf, das zwar noch seine Anhänger hat, dem Großteil der Bevölkerung jedoch mächtig auf den Keks geht. Der ausgeprägte Drogenkonsum sorgt wenigstens für eine friedliche Stimmung, allerdings sind Menschen, die um zwei Uhr mittags keinen geraden Satz mehr formulieren können, auch nicht unbedingt schön anzusehen.

Nummer 2:
Wenn es um ein gemeinsames Image geht, dann sollte sich der Pott doch einfach mal auf das berufen, was er zu bieten hat: Essen Original, Bochum Total, Ruhrfestspiele und –Triennale, Pfingst Open Air, Ruhr in Love oder Olgas Rock. Es gibt genug, das es wert wäre....

1. zitierter Absatz
- ausgeprägte Drogenkonsum
- um zwei Uhr mittags keinen geraden Satz mehr formulieren können

2. zitierter Absatz
- Ruhr in Love

So Frau Anja Distelrath, jetzt erklären Sie mir einmal den Unterschied zwischen der Loveparade und dem tollem Ruhrgebietsevent Ruhr in Love?

Die Musik ist die gleiche, vll. teilweise hier und da eine etwas andere Musikrichtung innerhalb des Technos. Aber viele Besucher der Loveparade und auch von Ruhr in Love ist der Unterschied meistens gar nicht so klar.

Zum Drogenkonsum kann man nur sagen, ja den gibt es auch dort. Aber, den haben sie beim tollen Bochumer Event Bochum total wie ausserhalb des Potts genauso. Rock am Ring und viele andere Rockvestivals. Man muss nur mal auf jeder Veranstaltung genauer riechen und einem wehen die Kanabisdüfte durch die Nase. Und wenn man auch nur ein wenig mehr Informiert ist und nicht wie Sie es in diesem Artikel überhaupt gemacht haben, auf die Thematik eingehen und sich informieren ohne Vorurteil, dann wüssten sie das auf Techno wie auch auf Rock Events auch Drogen wie Kokain und Designerdrogen wie Extasy u.ä. genau so vorkommen wie bei den Events Loveparade und Ruhr in Love. Wobei man manchmal denken könnte die Auswirkungen sind auf Rockevents deutlich grösser weil dort der Alkoholkonsum meistens auch viel grösser und anders ist.

Auf jedem, wirklich auf jedem Stadtfest kommt einem mind. eine handvoll Menschen mittags um zwei Uhr entgegen die nicht mehr erade sprächen können.

Man könnte meinen Sie sehen sich solche Events wirklich jedesmal an und zwar auf RTL, RTL II wenn die aufreizer News kommen bei denen immer das gleiche Bild von solchen Events gezeigt wird. Daher gehe ich auch davon aus, Sie mögen das Oktoberfest auch nicht?

Wenn Sie neiderschmetternde Bilder sehen wollen schauen Sie sich bitte das nächste mal auch etwas genauer auf den von Ihnen favorisierten Veranstaltungen um und schauen Sie bitte nicht weg wenn es auch da zugeht wie auf jeder Veranstaltung. An der einen Ecke schießt sich jemand mit Alkohol ab an dernächsten prügelt man sich wegen einem verschütteten Bier oder wegen einer Frau. Auch bei Bochum total.

Wenn Sie gehen die Loveparade hier Ihren Senf abgeben wollen, dann machen Sie es bitte mit Fakten. Da gibt es bestimmt genug Punkte, die die Lücke hier gefüllt hätten aber wenigstens Sinn ergeben hätten. Situation Bahnhof, etwas mehr mühe gegeben und informiert hätte man das auch jedem Pro Loveparade hier glaubhaft machen können.

Ich habe 30 Jahre in Essen gewohnt und bin jetzt ca. 370 km weiter südlich. In Essen war ich vor 2 Jahren dabei, Bekannte treffen ein wenig feiern, Musik lauschen. 1 Woche davor war Essen Original. So manche Punk und Rock Band war schon echt schlimm anzuhören, aber auch viele gute dabei. Höre ich z.B. eher nicht so aber wieso sollte man sich so etwas nicht mal mit Bekannten denen diese Musik gefällt anhören und mitfeiern. Die waren dann auch mit zur Loveparade eine Woche später, komisch die fanden es auch gut. Zu Essen Original muss ich aber noch etwas sehr sehr negatives berichten. Unten am Nord zwischen Rheinischerplatz und Viehoferplatz, da sah es nicht nur unmöglich aus wegen Müll, dort war der ganz Platz vor und um der Bühne voll mit zerbrochenen Bierflaschen. Glasflaschen sind auf der Loveparade überhaupt nicht erlaubt. Und würde man so über die Menschen an dieser Bühne (Rock/Punk) reden, wie sie über die Besucher der Loveparade, dann müsste man dazu Pack oder ähnliches sagen.

Aber auf das nivue will ich mich gar nicht herablassen, verursacher waren vll. nur 10% der Anwesenden und das wäre dann unfair und würde eher wie Ihre Aussage daherkommen.

Schönen Gruss in den Westen
Rüdiger Pretzlaff

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1374666/create

Umfrage

Hat Schweden zurecht den ESC gewonnen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
ESC-Siegerin Loreen
Bildgalerie
Fotostrecke
Die wichtigsten Fotos der Woche
Bildgalerie
Bilder des Tages
Wave Gotik Treffen 2012
Bildgalerie
Kulturfestival
Schweden gewinnt ESC
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Atomreaktor in Bulgarien nach Panne von Stromnetz genommen
Kernenergie
Wegen einer Panne hat Bulgarien einen Atomreaktor vom Netz nehmen müssen. Radioaktivität ist nach offiziellen Angaben zwar keine ausgetreten. Dennoch wurde er sicherheitshalber abgeschaltet - vorerst.
Lady Gaga sagt Konzert wegen Sicherheitsbedenken ab
Musik
Das Anfang Juni in Indonesien geplante Konzert von Lady Gaga wird nun endgültig nicht stattfinden. Die Veranstalter sagten die Show am Sonntag aus Sicherheitsgründen ab. Es gehe um die Sicherheit der Sängerin und ihrer Zuschauer.